{"id":8167,"date":"2019-02-09T10:00:03","date_gmt":"2019-02-09T09:00:03","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8167"},"modified":"2019-02-05T16:15:58","modified_gmt":"2019-02-05T15:15:58","slug":"teil-vii-maertyrer-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8167","title":{"rendered":"Teil VII \u2013 M\u00e4rtyrer (3)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Auf den W\u00e4llen \u2013 Brangane<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sir-Gneisor-klein.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7950\" style=\"border: 5px solid #000000;\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sir-Gneisor-klein.png\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"117\" \/><\/a>Mit flinken F\u00fc\u00dfen eilte die Kriegerin die steinernen Stufen des Wehrturms hinab. Von oben, durch die Dachluke, t\u00f6nten noch kurz Schmerzens- und Hilfeschreie, doch die Ritterin eilte unbeirrt weiter. \u00a0Sie erreicht eine Zwischenebene, welche als Aufenthaltsstube genutzt wurde. Ein paar Regale, Kisten, Kleidertruhen und Schlafst\u00e4tten standen hier geordnet auf der Zwischenebene. Der Treppenabgang, der weiter nach unten in den Burghof f\u00fchrte, befand sind auf der anderen Seite des Turmrunds. Also rannte Brangane weiter, vorbei an Kisten und Truhen. Pl\u00f6tzlich brach eine der T\u00fcren auf, Holz splitterte ins Innere und flog nur knapp an der Ritterin vorbei. Eine der niederen Abscheulichkeiten quetschte sich flink durch den gedrungenen Eingang herein und begann sofort mit seinem au\u00dferderisch schrillen Geschrei. Brangane hatte keine Wahl, die Bestie befand sich zwischen ihr und dem Treppenabgang, also machte sie sich bereit und stellte sich sofort kampfbereit auf. Die Bestie verlor keine Zeit und st\u00fcrmte instinktiv \u2013 wenn man davon ausgeht, dass diese Wesen so etwas wie einen Instinkt besa\u00dfen \u2013 auf Brangane zu. Diese machte im rechten Zeitpunkt einen Schritt nach vorne und presste mit ihrem Schild gegen die t\u00f6dlichen Fangarme, wobei es unnat\u00fcrlich laut schepperte. Dann hieb sie mit ihrem Rabenschnabel zu. Der erste Schlag verfehlte sein Ziel nur knapp und kratzte sinnlos \u00fcber den Chitinpanzer. Die Bestie schrillte auf, doch Brangane schien es nichts auszumachen. Einer der Fangarme versuchte sich am Schild vorbei zu buxieren, doch Branganes Kampfposition war zu geschickt, um sie zu erreichen. Wieder schlug sie zu, dieses Mal zwischen zwei der wehrhaften Panzerplatten. Es knackte laut, als der lange Dorn des Rabenschnabels ins Innere des Wesens eindrang. Die Abscheulichkeit stie\u00df h\u00f6lzernes Geklapper aus, ehe es von Branganes Rabenschnabel zur Seite gezerrt und gegen einen Schrank geschleudert wurde. Die Bestie prallte so heftig gegen den Schrank, dass dieser unter seiner Last zusammenbrach und einst\u00fcrzte. Dutzende Gegenst\u00e4nde, Tonkr\u00fcge und kleinere Kisten purzelten heraus, zerbrachen und verursachten ein heilloses Durcheinander, ehe sie den nunmehr leblosen K\u00f6rper des Wesens bedeckten. Branganes Weg war nun frei, sie hielt sich nicht l\u00e4nger auf und setzte ihren Weg fort.<\/p>\n<p>Eine Ebene tiefer h\u00f6rte sie wieder das schrille Geschrei und Geklapper einer der skorpion\u00e4hnlichen Abscheulichkeiten. <em>\u201eBitte, helft mir!\u201c,<\/em> schrie eine weibliche Stimme. Der Ruf galt Brangane und kam von einer \u00e4lteren Stallhelferin die zitternd einen Sch\u00fcrhaken, den sie sich wohl schnell zur Verteidigung gegriffen hatte, vor sich hielt. Die Abscheulichkeit direkt vor ihr schien die \u00e4ltere Frau zu verh\u00f6hnen oder auf den rechten Moment zu warten, denn bis auf den Sch\u00fcrhaken gab es eigentlich keinen Grund zu warten. Branganes Blick ging zur T\u00fcr zum Hof, der Weg war frei, denn die Stallhelferin und die Abscheulichkeit waren auf der anderen Seite des Turmrunds. <em>\u201eHerrin, bitte! Hilfe!\u201c<\/em> Die Stimme der Frau vibrierte vor Furcht und Verzweiflung im Angesicht ihres drohendes Endes. Brangane verlor keine Zeit und rannte &#8211; ohne die Frau eines Blickes zu w\u00fcrdigen &#8211; schnurstracks auf die T\u00fcr zur. Das Zerrei\u00dfen von Fleisch und Gelenken, gepaart mit Todesschreien, die in ein blutiges Gegurgel endeten, drangen noch zu den Ohren der Ritterin her\u00fcber, ehe sie den Ausgang des Wehrturms erreichte.<\/p>\n<p>Der Geruch von Blut und Schwei\u00df wehte k\u00fchl \u00fcber den Wehrhof, als Brangane ihn erreichte. Hier und dort k\u00e4mpften auf den W\u00e4llen und im Innenhof Infanteristen und Bogensch\u00fctzen gegen die Abscheulichkeiten. R\u00f6tliche Blitze zuckten \u00fcber das Zentrum des Hofes in etwa zehn Schritt H\u00f6he, als die Gestalt von Sara\u2019kiin dort aus einer Art Riss erschien. Als sie komplett hindurchgeschwebt war, schloss sich der Riss mit einem dumpfen Ton. Sara\u2019kiin, der gefallene Anker Saria Fuxfells, schwebte dort in der H\u00f6he. Schwarzwei\u00dfe Gew\u00e4nder h\u00fcllten sie ein. An den F\u00fc\u00dfen, H\u00e4nden und auf dem Kopf trug sie jedoch dunkelschwarzes zackiges Metall, so dass man weder Gesicht noch andere Stellen ihres K\u00f6rpers sehen konnte. In der linken Hand hielt sie einen gewundenen wei\u00dfen Stab mit blauen Einschl\u00fcssen. Niemand, au\u00dfer wohl Sara\u2019kiin selbst, wusste, warum sie dort in der Mitte der Festung schwebte. Wie eine Feldherrin, die \u00fcber das Schlachtfeld blickte, schien auch sie dort, in sicherem Abstand zu allen, der sicheren Eroberung der Festung Friedstein zuzusehen.<\/p>\n<p>Brangane machte eine paar Schritte ins Zentrum des Hofs, sie musste dabei an zwei Leichen von Abscheulichkeiten vorbei laufen. Ihr Blick ging nach oben, Sara\u2019kiin hatte sie wohl noch nicht entdeckt. <em>\u201eSuchst du mich?! Ich bin hier unten!\u201c, <\/em>br\u00fcllte Brangane so laut sie konnte \u00fcber den mit Kampfl\u00e4rm gef\u00fcllten Hof. Sara\u2019kiins eisenbewehrter Kopf blickte herab und als sie Lady Brangane erblickte, drehte sich ihr K\u00f6rper in der Luft ihr zu. Das hei\u00dft, ihr Schwebezustand verlagerte sich von einer stehenden in eine fast liegende Position. Dann streckte sie ihren wei\u00dfen Stab aus und eine blau wabernde Kugel der Macht schoss direkt auf Brangane zu. Rasch hob die Ritterin ihr Schild \u00fcber sich und ging leicht in die Hocke. Als die blaue Kugel auf das Schild prasselte, donnerte eine m\u00e4chtige Explosion \u00fcber den Hof. Blaues Licht, feine Blitze und wabernde Energie ergossen sich rund um das Schild, doch Brangane blieb wie durch ein Wunder unbeschadet stehen. Noch ehe sie das Schild senken konnte, flog ein weiterer blauer Energieball heran. Erneut donnerte er auf das Schild der Ritterin und dr\u00fcckte sie tiefer in den Boden des Hofs hinein. Auch dieses Mal waberte blaues Licht kugelartig um sie herum und kleine Blitze zuckten zu den Seiten. Brangane zog ihre F\u00fc\u00dfe aus den Furchen, die der Druck auf ihren K\u00f6rper verursacht hatte. Sie senkte das Schild, streckte sich und blickte zu Sara\u2019kiin stoisch empor. Mit Hohn in der Stimme rief sie: <em>\u201eMehr hast du nicht drauf? Ich bin entt\u00e4uscht!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Da ihr Blick auf Sara\u2019kiin gerichtet war, sah Brangane die niedere Abscheulichkeit, die sich ihr rasch n\u00e4herte, nicht kommen. Mit einem Satz flog sie auf die Ritterin zu und riss sie mit der Wucht eines heraneilenden Stiers um. Das stachelbesetzte Maul biss sich tief in Branganes linke Seite, noch im Flug packten die beiden Fangarme der Bestie die Unterarme der Ritterin und verbissen sich darin. Die Abscheulichkeit kam auf Branganes K\u00f6rper mehrere Schritt von der Position zuvor entfernt zum Liegen. W\u00e4hrend das stachelige Gebiss sich tief in den Torso der Ritterin fra\u00df und sie damit fixierte, zogen die mehrgelenkigen Fangarme ruckartig an ihren Unterarmen. Kein Laut drang aus Branganes Mund, w\u00e4hrend die Bestie auf ihr begann sie auseinander zu rei\u00dfen. Doch so sehr die Abscheulichkeit auch zog, die Arme blieben am K\u00f6rper der Ritterin dran, auch der Rabenschnabel und das Schild blieben stoisch in ihren H\u00e4nden. Pl\u00f6tzlich krochen schwarze Tentakel, erst kleine und dann gr\u00f6\u00dfere, um den K\u00f6rper der Abscheulichkeit und begannen sich \u00fcber ihr zu treffen, binnen eines einzelnen Lidschlags erwuchs auf dem Chitinpanzer der Bestie eine schwarze Masse, diese wuchs immer weiter und bildete rasch Extremit\u00e4ten aus. Der K\u00f6rper Branganes verschwand unter der Bestie, auch ihr Schild und der Hammer waren fort und ein durchweg schwarzer K\u00f6rper, der einer Frau mit Rabenschnabel und Schild glich, hiebte mit einer gewaltigen Kraft auf den Sch\u00e4del der Abscheulichkeit ein. Der Panzer zerbrach und die Abscheulichkeit streckte leblos alle Extremit\u00e4ten von sich. Die schwarze Masse erhob sich und nahm pl\u00f6tzlich Farben an \u2013 es war der K\u00f6rper von Brangane, der dort wieder \u2013 ohne jedwede Art der Verletzung \u2013 stand. <em>\u201eIst das alles was du kannst? Komm her und stell dich mir!\u201c,<\/em> br\u00fcllte Brangane, die mit finsteren Blick wieder nach oben schaute, als w\u00e4re nichts von Belang passiert.<\/p>\n<p>Sara\u2019kiin schwebte herab und landete einige Schritt entfernt von Brangane auf dem Boden. Ihre Bewegungen waren, trotz ihrer b\u00f6sartigen Gestalt, flie\u00dfend und grazil. Anscheinend hatte die ehemalige Magierin des Konzils der Elemente einige ihrer Eigenschaften beibehalten.<\/p>\n<p><em>\u201eIribaar und ich haben lange auf diesen Moment gewartet \u2013 erf\u00fcllen wir unser Schicksal und bringen es zu Ende\u201c, <\/em>sprach Brangane mit bedeutungsvoller Stimme, ehe sie sich bereit machte gegen den gefallenen Anker der Hesinde zu streiten. Der Kampf, den die beiden ausfechteten, konnte von nur wenigen &#8211; und dann auch nur zu Teilen &#8211; beobachten werden, da die meisten eher damit besch\u00e4ftigt waren sich selbst gegen niedere Abscheulichkeiten zu wehren. Sara\u2019kiin, die ihre au\u00dferderische Magie einsetzte, wechselte h\u00e4ufig die Position, sie verschwand quasi im Nichts, nur um dann an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Sie warf zahlreiche blaue Energieb\u00e4lle, die allesamt an Branganes Schild abprallten. Immer wieder zwang Brangane sie in den Zweikampf, doch diese pendelte ihre Schl\u00e4ge immer wieder mit elfengleicher Grazilit\u00e4t aus. Im Laufe des Gefechts kamen zwei Abscheulichkeiten Sara\u2019kiin zur Hilfe, doch Brangane gelang es, beide mit gezielten Hieben auszuschalten. Irgendwann schaffte die Jenseitige ein T\u00e4uschungsman\u00f6ver, welches Brangane nicht kommen sah. Sie erschien nach einem Verschwinden nicht wie \u00fcblich irgendwo hinter ihr, sondern direkt \u00fcber ihr. Der wei\u00dfe, blau durchsetzte Stab traf Brangane am Kopf und brachte sie ins Straucheln. Den winzigen Moment der vorteilhaften Position nutzte Sara\u2019kiin, um einen Bindungszauber auf sie zu werfen und sie damit zu umschlie\u00dfen, ehe sie sich fangen konnte. Dann hob sie Brangane an und schwebte mit ihr in die H\u00f6he, denn Sara\u2019kiin hatte etwas mit ihrer Gefangenen vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den W\u00e4llen \u2013 Brangane Mit flinken F\u00fc\u00dfen eilte die Kriegerin die steinernen Stufen des Wehrturms hinab. Von oben, durch die Dachluke, t\u00f6nten noch kurz Schmerzens- und Hilfeschreie, doch die Ritterin eilte unbeirrt weiter. \u00a0Sie erreicht eine Zwischenebene, welche als Aufenthaltsstube genutzt wurde. 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