{"id":8105,"date":"2018-12-16T14:08:08","date_gmt":"2018-12-16T13:08:08","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8105"},"modified":"2018-12-16T14:27:35","modified_gmt":"2018-12-16T13:27:35","slug":"verwandtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8105","title":{"rendered":"Verwandtschaft"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sieghelm.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7932\" style=\"border: 5px solid #000000;\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sieghelm.png\" alt=\"\" width=\"121\" height=\"116\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sieghelm.png 348w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sieghelm-300x289.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 121px) 85vw, 121px\" \/><\/a>\u201eSollten wir nicht Herrn Nehazet hinzuziehen?\u201c<\/em> In Perainius Stimme schwang mehr Kritik mit, als es ihm lieb war. Er verlagerte nerv\u00f6s sein Gewicht st\u00e4ndig von einem auf das andere Bein. Der Ordensgro\u00dfmeister belegte seinen Knappen nur mit einem Blick, der so viel sagte wie: \u201aIch kann das auch alleine machen\u2018. <em>\u201eEr w\u00e4re bestimmt daran interessiert, dass ihr \u2026\u201c<\/em> <em>\u201eRuhe jetzt!\u201c<\/em> herrschte Sieghelm den Jungen an. Er wollte jetzt nicht dar\u00fcber diskutieren. Eine schlanke Studiosa in einfacher wei\u00dfer Robe schlurfte gelangweilt von einem Nebenzimmer an das Schreibpult heran, welches die beiden Krieger von ihr trennte. Mit aller Inbrunst, die eine junge Magiegelehrte zeigen konnte, die als Empfangsdame t\u00e4tig sein musste, begr\u00fc\u00dfte Sie die beiden offensichtlich magisch unkundigen M\u00e4nner: <em>\u201eTach.\u201c<\/em> <em>\u201eSeid gegr\u00fc\u00dft, gelehrte Dame\u201c, <\/em>begr\u00fc\u00dfte Sieghelm die Magiekundige und hielt sich dabei seine Panzerfaust vor die Brust, um eine leichte Verneigung anzudeuten. Die Studiosa schnaufte ver\u00e4chtlich. <em>\u201eZu viel der Ehre, eure Majest\u00e4t\u201c,<\/em> \u00e4tzte sie. Sieghelm stockte. Perainius nutzte die Stille der diplomatischen Spitzen und ergriff das Wort: <em>\u201eWas mein Herr sagen m\u00f6chte ist, dass ihr sehr wohl eine gelehrte Dame seid, weshalb ihr euch diese Anrede mit Sicherheit auch verdient habt, auch wenn ihr den Titel einer Adepta noch nicht tragt.\u201c <\/em>Mit einem wachen Blitzen in den Augen, schenkte die schlanke Studiosa dem jungen Knappen einen anerkennenden Blick. Anscheinend hatte sie nicht damit gerechnet, dass w\u00e4hrend ihrer jeglicher geistiger Herausforderung entbehrenden Zeit als Empfangsdame, es zu einem lichten Moment kommen w\u00fcrde. <em>\u201eIhr ehrt mich, eure Exzellenz. Was kann ich f\u00fcr euch tun?\u201c,<\/em> schob sie dann an den Ordensgro\u00dfmeister gewandt hinterher, w\u00e4hrend sie in Richtung des Knappen anerkennend nickte. Sieghelm, der nicht so ganz hinterher kam und noch dabei war sich innerlich zu \u00fcberlegen, ob er die Frau f\u00fcr ihre f\u00e4lschliche Anrede schelten oder freundlich r\u00fcgen sollte, beschloss das eben Geschehene zu \u00fcbergehen und auf die neue Anfrage zu reagieren. <em>\u201eIch m\u00f6chte zu Candidatus Voltan.\u201c \u201eCandidatus Voltan ist \u00e4u\u00dferst besch\u00e4ftigt&#8220;<\/em>, schoss sie zackig abweisend heraus.<em> &#8220; &#8230; er steckt mitten in seiner Vorbereitung f\u00fcr die Abschlusspr\u00fcfung.\u201c S<\/em>ie machte eine kurze Pause, in der sich ihr Ton von gelangweilt abweisend zu \u00fcberspielt ehrlich gelangweilt \u00e4nderte. <em>\u201eDoch mit Sicherheit ist er bereit f\u00fcr eine wichtige Pers\u00f6nlichkeit eures Standes eine Ausnahme zu machen und euch zu empfangen.\u201c<\/em> <em>\u201eDas \u2026 freut mich\u201c, s<\/em>prudelte es aus Sieghelm heraus, der sich erneut unsicher war, wie er auf die widerspr\u00fcchlichen und zugleich schmeichelnden Aussagen der Frau reagieren sollte. Er entschied sich daf\u00fcr, die Frau nicht zu m\u00f6gen und sie im Auge zu behalten. Die Studiosa wandte sich nun mit schnellen Worten an den Knappen. <em>\u201eDen Gang entlang bis zum Ende, die Wendeltreppe hoch bis ins dritte Obergeschoss. Dort rechts und gleich wieder links \u2013 bei der Greifenstatue rechte Hand, zweite T\u00fcr. Bitte klopfen.\u201c <\/em>Perainius nickte deutlich. <em>\u201eMein Herr dankt euch. Ser, wenn ihr m\u00f6gt, k\u00f6nnen wir los.\u201c<\/em> Sieghelm belegte die Studiosa, die sich sofort nach der Beschreibung dem besch\u00e4ftigten Sortieren von Pergamenten widmete, mit einem skeptischen Blick. <em>\u201eDann voran, Perainius\u201c<\/em>, wie\u00df er an und folgte seinem Knappen.<\/p>\n<p>Die beiden Krieger erreichten z\u00fcgig die beschriebene T\u00fcr. Perainius klopfte f\u00fcr seinen Herrn und stellte sich dann hinter ihm. <em>\u201eMomentum!\u201c<\/em> rief eine junge m\u00e4nnliche Stimme durch die T\u00fcr. Danach folgte f\u00fcr ein paar Augenblicke nur absolute Stille. Dann waren Schritte zu h\u00f6ren, die sich der T\u00fcr n\u00e4herten. Sie wurde ge\u00f6ffnet, und im T\u00fcrrahmen stand ein hochgewachsener junger und drahtiger Mann mit kurzen blonden Haaren in einer wei\u00dfen Robe mit dunkelblauen Applikationen an den S\u00e4umen. Ein einfacher Seilg\u00fcrtel schn\u00fcrte die H\u00fcfte des jungen Mannes ein, der eine gewisse \u00c4hnlichkeit mit Sieghelm hatte, nur das dieser noch deutlich in der Pubert\u00e4t steckte. Die beiden M\u00e4nner schauten sich f\u00fcr einen Moment lange an, als ob sie nach etwas suchen w\u00fcrden. <em>\u201eSieghelm?!\u201c<\/em> platzte es dann aus dem Magierlehrling heraus. <em>\u201eVoltan?\u201c<\/em> entgegnete Sieghelm seinerseits, er war sich nicht ganz sicher. Dann begannen beide breit zu lachen, sich in die Arme zu fallen und abzuklopfen. <em>\u201eSieghelm! Ha! Du hier? Was machst du hier?\u201c<\/em> Die Stimme des Burschen war kantig und laut, mittell\u00e4ndisch gepr\u00e4gt und eine Spur arrogant. <em>\u201eNun ich, rette die Welt \u2013 was soll ich sonst wohl machen?!\u201c <\/em>Perainius, der nur knapp j\u00fcnger war, als der junge Mann, den sein Herr gerade umarmte, machte einen Schritt zur\u00fcck, um den beiden genug Raum zu geben. Er belegte seinen Herrn mit einem verwunderten Blick, als dieser davon sprach \u201adie Welt retten zu wollen\u2018.<\/p>\n<p><em>\u201eIch bin gerade in der Stadt und dachte mir, ich schau mal bei dir vorbei. Ich wollte mal sehen, wie es dir so geht. Du stehst also kurz vor deiner Abschlusspr\u00fcfung?\u201c<\/em> Sieghelm musterte den Candidatus von oben nach unten. \u00a0<em>\u201eJa, ich bereite mich gerade auf die Pr\u00fcfungen vor. Da tritt mich doch ein Ochse, wie lange haben wir uns nicht gesehen?\u201c \u201eBestimmt sechs Uml\u00e4ufe \u2013 du warst da gerade noch Eleve.\u201c <\/em>Die beiden M\u00e4nner tauschten noch weitere Begr\u00fc\u00dfungsrituale aus. Voltan bat die beiden dann in seine kleine Stube, die er sich mit einem anderen Candidatus teilen musste. Zu dritt, oder besser gesagt zu zweit, redeten die beiden Spr\u00f6sslinge der Familie Spichbrecher noch eine Weile miteinander. Perainius lernte in dieser kurzen Zeit viel \u00fcber seinen Herrn, denn sie hatten sich beide viel zu erz\u00e4hlen. Vor allem aber, dass sie beide typische Darpaten waren. Laut und geradlinig, ehrlich, ein wenig verbohrt, aber dennoch ehrenvoll. Voltan erz\u00e4hlte von einer Lehrzeit an der Akademie Schwert &amp; Stab zu Gareth, von seiner bevorstehenden Abschlusspr\u00fcfung, aber auch von der Stimmung an der Akademie bez\u00fcglich der drohenden Gefahr aus der Warunkei. Der gerade einmal achtzehn Sommer z\u00e4hlende Bursche hatte durch seine intensiven Studien nichts von Sieghelms j\u00fcngster Entwicklung mitbekommen und war nicht nur \u00fcberrascht, sondern auch hochinteressiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSollten wir nicht Herrn Nehazet hinzuziehen?\u201c In Perainius Stimme schwang mehr Kritik mit, als es ihm lieb war. Er verlagerte nerv\u00f6s sein Gewicht st\u00e4ndig von einem auf das andere Bein. 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