{"id":8092,"date":"2018-12-09T09:00:54","date_gmt":"2018-12-09T08:00:54","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8092"},"modified":"2018-12-09T13:14:28","modified_gmt":"2018-12-09T12:14:28","slug":"teil-vii-widerwehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8092","title":{"rendered":"Teil VI \u2013 Blut und Tot (2)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Im Innern<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sir-Gneisor-klein.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7950 \" style=\"border: 5px solid #000000;\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sir-Gneisor-klein.png\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"117\" \/><\/a>Scheppernd schlug die Klinge des Anderthalbh\u00e4nders auf die Panzerplatte der Abscheulichkeit ein. Ser Gneisor hatte eigentlich versucht den schon l\u00e4dierten Sch\u00e4del zu treffen, doch der Kreatur gelang es die Schulter rechtzeitig hoch zu ziehen und als Block zu benutzen. \u00a0<em>\u201eZur\u00fcck!\u201c, <\/em>bellte Gneisor, der Ingmar davon abhalten wollte, den geplanten Zangenangriff auszuf\u00fchren. Die beiden Streiter k\u00e4mpften nun schon gewiss zehn Momente mit dem Vortexwesen, dabei hatte sie sich immer weiter vorw\u00e4rts in Richtung Bibliothek bewegt \u2013 und jetzt waren sie nur noch zehn Schritt von der massiven Eichent\u00fcr entfernt. Sowohl Ser Gneisor, als auch der Knappe, waren an der Grenze ihrer Ausdauer angelangt \u2013 beide prusteten und der Schwei\u00df stand ihnen auf der Stirn. Zus\u00e4tzlich setzte Sir Gneisor die schwere Wunde im Oberschenkel, die er sich gleich zu Beginn zugezogen hatte, inzwischen sehr zu und behinderte ihn in seiner Bewegung. Der brennende und hei\u00dfe Schmerz, wurde inzwischen zu einem bet\u00e4ubend kalten. Das heraussickernde Blut ergoss sich \u00fcber den gesamten Flur und hinterlie\u00df eine lange Spur. Auch der Knappe war nicht unbeschadet geblieben, zu der dicken Beule in der Brustplatte, kam eine Schnittwunde am linken Unterarm sowie eine Platzwunde am Kopf. Der Kreatur gelang es ein weiteres Mal Ingmar mit der \u2013 wenn man es so nennen mag \u2013 \u201aR\u00fcckhand\u2018 gegen die Wand zu schleudern. Sein Kopf prallte dabei gegen die Steinwand und zu der dabei entstehenden Platzwunde gesellte sich inzwischen ein bet\u00e4ubender Kopfschmerz.<\/p>\n<p>Ser Gneisor stand wie ein Fels zwischen der Kreatur und der Bibliothek, w\u00e4hrend Ingmar sich derweil hinter sie begeben hatte um ihr gelegentlich \u201aNadelstiche\u2018 setzen zu k\u00f6nnen. Doch bisher blieb die erhoffte Wirkung ihrer Treffer aus. Sie zertr\u00fcmmerten den Sch\u00e4del, stachen ihre Klingen tief in den K\u00f6rper und zerschlugen die gro\u00dfen Stachel auf seinem Panzer, doch es machte keinerlei Anzeichen der Erm\u00fcdung oder gar der Verletzung. Es k\u00e4mpfte unerm\u00fcdlich und unerbittlich weiter \u2013 was nicht gerade zur Moral der beiden Krieger beitrug.<\/p>\n<p><em>\u201eWir m\u00fcssen es von der Bibliothek fernhalten, koste es was es wolle!\u201c<\/em> befahl Ser Gneisor mehr zu sich selbst, als zu seinem Knappen. Er brachte seinen Bih\u00e4nder zwischen sich und dem wuchtigen, oger\u00e4hnlichen Arm. Das Metall kratzte \u00fcber den Panzer und der Angriff der Abscheulichkeit flog unwirksam am Ritter vorbei. <em>\u201eAber wie? Es ist unverletzbar!\u201c <\/em>raunte Ingmar von hinter der Kreatur und stach noch einmal zu, doch wieder blieb eine Reaktion aus. An der letzten Abzweigung hatten beide Krieger versucht die Abscheulichkeit in eine andere Richtung zu lenken, doch vergebens. Es schien, als h\u00e4tte es sich die Bibliothek zum Ziel gesetzt. Die zwei kleinen, fast schon verk\u00fcmmert wirkenden \u00c4rmchen griffen nach hinten. Ingmar wich ruckartig zur\u00fcck und entkam damit ihren rasiermesserscharfen Krallen. Der obere K\u00f6rper der Kreatur drehte sich nach hinten, die wuchtige Schulterplatte kam dabei nach vorne und Ser Gneisor bekam einen Blick auf die linke Flanke. Da kam ihm ein Geistesblitz. <em>\u201eIch habe eine Idee \u2013 gib mir dein Schwert!\u201c \u201eWAS?!\u201c, <\/em>bellte Ingmar entsetzt zur\u00fcck, der glaubte die Aufforderung seines Ritters missverstanden zu haben. <em>\u201eGib mir dein Schwert, Ingmar!\u201c <\/em>wiederholte er, w\u00e4hrend er einen weiteren Schritt nach hinten machen musste um einen erneuten Hieb des starken Arms auszuweichen. Ingmar tat wie ihm gehei\u00dfen, lugte hinter dem massiven K\u00f6rper der Abscheulichkeit hervor und in einem g\u00fcnstigen Moment, warf er das\u00a0 Kurzschwert mit dem Heft voran durch den Gang. Ser Gneisor gab sein Anderthalbh\u00e4nder in die rechte Hand und fischte mit der linken das Kurzschwert beh\u00e4nde aus der Luft. Sofort lie\u00df ihn seine Kriegerausbildung eine an seine Bewaffnung angepasste Kampfhaltung einnehmen. Das Hauer besetzte Maul des Wesens flatterte auf, als es erneut ein unwirkliches Kreischen von sich gab. Dicke Brocken schwarzen Speichelns flogen dem Ritter dabei entgegen. Ser Gneisor nutze den Moment, um im Gedanken sein nun folgendes Kampfman\u00f6ver noch einmal durchzugehen. <em>\u201eRondra steh mir bei \u2026\u201c, <\/em>hauchte er und umklammerte die Hefte der beiden Schwerter noch etwas fester. Er machte einen Schritt nach vorne, der k\u00fchle und bet\u00e4ubende Schmerz in seinem Oberschenkel wurde sofort wieder gl\u00fchend hei\u00df. Mit dem Bih\u00e4nder schlug er von oben auf die Kreatur ein. Die Abscheulichkeit tat das, womit Ser Gneisor gerechnet hatte, es hob den Ogerarm zur Verteidigung. W\u00e4hrend die Klinge auf den Panzer schepperte, brachte er das Kurzschwert zum Einsatz. Er tauchte unter dem Arm hinweg, nutze die lange Klinge als Abwehr und dabei kam er an der Flanke des Wesens vorbei. Sein Ziel konnte er deutlich vor sich sehen. Die Kreatur bemerkte jedoch Gneisors Man\u00f6ver und drehte sich seinerseits mit dem Ritter mit, doch es hatte anscheinend nicht mit dem Knappen gerechnet. Dieser sprang der Kreatur mit der Spitze seines Dolches voran in dessen R\u00fccken. Die Klinge schlug Ingmar in die Stelle, wo Menschen das Schl\u00fcsselbein hatten \u2013 nur eben von hinten. Mit beiden H\u00e4nden krallte sich der Knappe an den Griff des Dolches und mit seinen F\u00fc\u00dfen umklammerte er einen eisernen Fackelhalter, um so die Abscheulichkeit f\u00fcr einen kurzen Moment an Ort und Stelle zu binden. So war es Ser Gneisor m\u00f6glich, sich weiter um die Kreatur herum zu bewegen. Das Kurzschwert stach er mit der Spitze voran in die Flanke und schob es dann mit aller Kraft so lange weiter, bis es an der Position war, wo er es haben wollte. Die Klinge rutschte M\u00fchelos durch den K\u00f6rper der Kreatur, denn Ser Gneisor hatte in der Flanke der Abscheulichkeit eine Art Schlitz ausgemacht, welcher sich zwischen zwei Panzerplatten ergab. Da sich die Panzerplatten so weit \u00fcberlappten und aneinander rieben, w\u00fcrde das Schwert auf keinen anderen Weg herausrutschen k\u00f6nnen. Ser Gneisor schob das Kurzschwert tiefer, so weit, bis es an die kleine Parierstange stie\u00df \u2013 auf diesem Ende des Schwerts, war es nun also fixiert. \u00a0Die Abscheulichkeit schrie wieder schrill auf, die beiden \u00c4rmchen griffen ungelenk nach Ingmar, w\u00e4hrend der riesige Arm versuchte Ser Gneisor zu treffen, doch der massive Schulterpanzer schr\u00e4nkte dessen Bewegung so ein, dass er nicht an Gneisor herankam. Der Fackelhalter an dem sich Ingmar mit seinen F\u00fc\u00dfen klammerte, gab unter der enormen Last nach, das Metall zersprang und Ingmar rutsche den Halt verlierend und den Dolch loslassend an dem Vortexwesen herab \u2013 dabei fuhr einer der beiden\u00a0 \u00c4rmchen \u00fcber Ingmars Gesicht, die Krallen schnitten m\u00fchelos tief durch das weiche Fleisch. Ser Gneisor bekam all dies nicht mit, denn er verfolgte weiter sein Man\u00f6ver. Mit Aller Kraft dr\u00fcckte er die Kreatur in Richtung einer T\u00fcr. Seine Schulter stemmte er daf\u00fcr in dessen Seite, w\u00e4hrend er den Griff des Kurzschwerts weiter mit einer Hand festhielt. Der wiederaufflammende Schmerz in seinem Oberschenkel und die zitternden Knie, veranlassten ihn dazu zu schreien, er br\u00fclle den Schmerz und die letzte Kraft aus sich heraus, das Man\u00f6ver musste einfach gelingen! Die Spitze des Kurzschwerts voran, trieb er das Metall in das harte Holz der T\u00fcr. Ein hohles scheppern t\u00f6nte durch den Wehrfried als die Klinge in die T\u00fcr eindrang. Sofort l\u00f6ste sich Gneisor von der Kreatur und machte einen weiten Schritt zur\u00fcck. Die Abscheulichkeit war mit dem Kurzschwert seitlich an die T\u00fcr fixiert. Die beiden kleinen Arme wurden dabei gegen das Holz gequetscht und durch den Schulterpanzer, war auch der Wirkungsbereich des Ogerarms eingeschr\u00e4nkt. Sofort packt er den griff seines Bih\u00e4nders wieder mit beiden H\u00e4nden, jetzt w\u00fcrde er der Abscheulichkeit ein Ende setzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>\u201eSehr gut Ingmar! Wir haben es geschafft.\u201c<\/em>, lobte er seinen mutigen Knappen mit einem befriedigenden L\u00e4cheln auf den Lippen. Mehrere verwundbare Stellen offenbarten sich dem erfahrenen Krieger. Er machte einen kurzen Blick zu Seite, um sich zu versichern, dass sein Knappe bei ihm war, doch Ingmar war es nicht. Ser Gneisors Kopf drehte sich weiter, er folgte der Blutspur auf dem Boden. Ingmar lehnte mit dem R\u00fccken an die Mauer gelehnt und \u00fcberall war Blut. Das Gesicht des Knappen glich einer aufgeschnittenen Melone. Sein Gesicht war so voller Blut, dass es in d\u00fcnnen F\u00e4den auf die hohlen H\u00e4nde des Knappen herablief. Zwei Blutf\u00fctzen bildeten sich bereits in der doch so kurzen Zeit darin. Ser Gneisor bekam ein Schock. Er h\u00f6rte nicht, wie die Abscheulichkeit versuchte sich von der T\u00fcr zu l\u00f6sen. <em>\u201eIngmar \u2026\u201c <\/em>hauchte Gneisor schwach, sein Unterkiefer bebte. <em>Was habe ich getan?<\/em> \u2013 dachte er sich und wandte sich zu ihm um. Drei lange und tiefe Schnitte zogen sich quer durch das Gesicht des Jungen, der eine hatte Ober- und Unterlippe aufgetrennt und das Nasenbein zerschmettert, ein anderer hatte die Wange aufgeschnitten und das rechte Auge des Knappen perforiert. Dort, wo das Auge war, war jetzt nur noch ein blutiger und klebriger Klumpen. Ingmar war, trotz der schweren Verletzung, jedoch noch am Leben und bei Bewusstsein. Er brachte keinen Ton hervor. <em>\u201eEs, wird alles wieder gut.\u201c, <\/em>sprach der Ritter im Tonfall eines Vaters, der gerade zusehen musste, wie sein Sohn sterben w\u00fcrde. <em>\u201eF\u00fcr Rondra.\u201c, <\/em>brachte Ingmar nuschelnd und blubbernd hervor und dann erschlafften seine Glieder.<\/p>\n<p>Es krachte, als sich die Abscheulichkeit von der T\u00fcr l\u00f6ste, denn das d\u00fcnne Metall des Kurzschwerts, konnte der jenseitigen Kraft Wesens nicht ewig standhalten. Das schrille Kreischen, holte Ser Gneisor wieder zur\u00fcck ins hier und jetzt. Erneut br\u00fcllte er, er br\u00fcllte sich alle Wut aus dem Leib und letzte \u00fcbermenschlich viel Wucht in seinen Hieb. Das Schwert schlug in die Schulter mit den kleinen \u00c4rmchen ein, traf zwischen zwei Panzerplatten und trennte beide Arme vom Rest des K\u00f6rpers ab. Das Schwert, seinen Weg unbeirrt fortfahrend, hatte so viel Schwung, dass Ser Gneisor die Kraft nicht abfangen konnte, es schlug funkenschlagend auf dem Steinboden ein. Normalerweise h\u00e4tte sich der Ritter niemals in eine derart unterlegende Position gebracht, denn er war nun in einer Verneigenden Haltung vor dem Vortexwesen, welches gerade zum Schlag mit seinem kr\u00e4ftigen Arm ansetzte. Der Marschall konnte nichts dagegen tun, als ihn der Ogerarm der Abscheulichkeit durch das Gesicht fuhr und ihn drei Schritt durch den Flur katapultierte. Die Klinge des Ritters prasselte zu Boden, Knochen knackten und der K\u00f6rper des Mannes schlug so lautstark auf dem Boden auf, als h\u00e4tte man ein dutzend Eimer den Flur heruntergeworfen.<\/p>\n<p>Unbeirrt davon, dass ihm zwei der drei Arme fehlten, ging die Abscheulichkeit weiter voran. \u00a0Schwarze, dicke Fl\u00fcssigkeit quoll aus der klaffenden Wunde hervor, wo die beiden krallenbesetzten \u00c4rmchen waren. In f\u00fcnf Schritt Entfernung zur Bibliothek war die T\u00fcr zur Bibliothek, sie stand offen \u2013 denn im Gang davor stand Halrik von Tarnel mit fester und entschlossener Miene, auf seinen H\u00e4nden ruhte ein aufgeschlagener Foliant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Innern Scheppernd schlug die Klinge des Anderthalbh\u00e4nders auf die Panzerplatte der Abscheulichkeit ein. Ser Gneisor hatte eigentlich versucht den schon l\u00e4dierten Sch\u00e4del zu treffen, doch der Kreatur gelang es die Schulter rechtzeitig hoch zu ziehen und als Block zu benutzen. \u00a0\u201eZur\u00fcck!\u201c, bellte Gneisor, der Ingmar davon abhalten wollte, den geplanten Zangenangriff auszuf\u00fchren. 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