{"id":8084,"date":"2018-12-02T09:00:57","date_gmt":"2018-12-02T08:00:57","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8084"},"modified":"2018-11-30T13:41:49","modified_gmt":"2018-11-30T12:41:49","slug":"teil-vi-blut-und-tot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8084","title":{"rendered":"Teil VI &#8211; Blut und Tot (1)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Auf den W\u00e4llen &#8211; Gustav<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sir-Gneisor-klein.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7950\" style=\"border: 5px solid #000000;\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sir-Gneisor-klein.png\" alt=\"\" width=\"121\" height=\"118\" \/><\/a>Gustav zog mit Wucht sein Schwert aus der Abscheulichkeit heraus. Es schabte dabei zwischen den chitinartigen Panzern entlang und machte ein Ger\u00e4usch, als wenn man mit einem Wetzstein \u00fcber die Klinge fahren w\u00fcrde. Von der Schwertspitze tropfte eine schwarze und z\u00e4he Fl\u00fcssigkeit, w\u00e4hrend sich der ehemalige Heermeister nach dem n\u00e4chsten Gegner umsah \u2013 denn davon gab es genug. Die W\u00e4lle wurden Schauplatz eines Gemetzels, zahlreiche Abscheulichkeiten fluteten die Festung und richteten eine horrende Zerst\u00f6rung an. Auch Gustav blieb davon nicht verschont, Blut rann ihm den linken Oberarm bis zum Handgelenk entlang und spritze bei jeder Bewegung herum. Seinen Helm hatte er gleich der ersten Abscheulichkeit opfern m\u00fcssen, da eines der krallenbesetzten M\u00e4uler sich darin verbissen hatte und er &#8211; Rondra sei Dank &#8211; schnell genug den Riemen l\u00f6sen konnte, um sich somit der drohenden Umklammerung entziehen konnte. Vorsichtig humpelte Gustav den Wehrgang entlang. Mehrere Schnittwunden f\u00e4rbten seinen linken Unterschenkel blutrot \u2013 eine der Kreaturen hatte ihn dort mit seinen Krallen erwischt, als er gerade dabei war eines der Wesen den Wall hinunter zu werfen.<\/p>\n<p>\u00dcberall um ihn herum h\u00f6rte und sah man das ungeordnete Kampfget\u00fcmmel, zahlreiche Abscheulichkeiten lagen auf den W\u00e4llen, im Innenhof oder vor den W\u00e4llen zusammengerollt, ihr eigenes Ende anzeigend, herum. Leider sah man auch mehrere tote und entstellte K\u00f6rper von K\u00e4mpfern und Bogensch\u00fctzen. Die Biester verschwendeten keine Zeit sich nach dem Mord an den toten K\u00f6rpern ihrer Opfer aufzuhalten, wie es vielleicht Tiere getan h\u00e4tten, um sich einen ersten Bissen einzuverleiben, sondern sprangen sofort unbeirrt und ohne jeden Anschein von Ersch\u00f6pfung weiter zum n\u00e4chsten. Es waren Kreaturen, die nur f\u00fcr diesen Zweck erschaffen wurden \u2013 und diesem Zweck gingen sie bis zu ihrem eigenen Ende stoisch nach. Keine Furcht, kein Anzeichen von taxieren, einfach nur blindes Drauflosst\u00fcrmen und dabei so viel Schaden wie nur eben m\u00f6glich anrichten. Da sie in der \u00dcberzahl waren, bedurfte es daher auch keiner nennenswerten Taktik.<\/p>\n<p><em>\u201eGustav!\u201c<\/em> rief Rigo, ein Infanterist. Sie Stimme kam von hinter ihm, er machte sofort auf dem Absatz kehrt und brachte sein Schwert in die niedrige Kampfposition. Zwischen Gustav und Rigo krabbelte gerade eine weitere Abscheulichkeit \u00fcber die Zinnen. Ihr Vorderteil drehte es zu dem rufenden K\u00e4mpfer, w\u00e4hrend es das massige, aber nicht minder gef\u00e4hrliche, Hinterteil Gustav zuwandte. Da h\u00f6rte Gustav es wieder, das abscheuliche Ger\u00e4usch, welches diese Biester von sich gaben, wenn sie in die Kampfhaltung \u00fcbergingen. Es war eine Mischung aus h\u00f6lzernen Geklapper und metallischem Kratzen, wenn sich die Chitinpanzerplatten untereinander verschoben, um keine Schwachstelle zu offenbaren und die zahlreichen F\u00fc\u00dfe auf den Steinen der Festung ihren Halt suchten. Rigo schlug mit der Wacht eines Ambosszwergischen Felsspalters auf die hauerbesetzten Fangarme ein, die wie Kobrak\u00f6pfe nach ihm packten. Gustav suchte nach einer Schwachstelle im Panzerr\u00fccken, w\u00e4hrend sich die zwei riesigen Zangen, wie die eines Hirschk\u00e4fers, ihm entgegenstreckten. Drei mal stach er auf den Panzer ein, doch seine Klinge kratzte nur klagend \u00fcber den Panzer. Rigo durchtrennte mit einem wuchtigen Hieb seiner Orknase einen der Fangarme, z\u00e4hfl\u00fcssiges schwarzes Blut quoll hervor und spritzte ihm entgegen. Gustav entschied sich f\u00fcr ein gewagtes Man\u00f6ver, mit einem kr\u00e4ftigen Stampfen stieg er auf eine der Zangen, um das Hinterteil der Kreatur damit am Boden zu fixieren. Er sp\u00fcrte wie die Kraft des Wesens gegen sein Gewicht arbeitete, doch er hielt es an Ort und Stelle. Jetzt konnte die Abscheulichkeit die Panzerplatten nicht mehr verschieben wie es wollte, er beugte sich vor und suchte nach einer Schwachstelle, w\u00e4hrend er weiterhin auf sein Gl\u00fcck setzte und hier und dort auf die schmalen Ritzen einstach \u2013 doch ohne Wirkung. Auf Rigos Seite griff der verbliebende Fangarm nach seinem Standbein. Rigo versuchte den Angriff auszuweichen, doch er war zu langsam. Der Fangarm umklammerte mit einem schmerzvollem Biss sein Unterschenkel und zog mit einer so uns\u00e4glichen Kraft daran, dass Rigo ins Straucheln kam. Er rutschte gegen die Zinnen. W\u00e4hrend sein Kettenhemd \u00fcber den Stein wetzte, versuchte er mit der freien Hand seinen Sturz aufzuhalten, Phex sei Dank fanden seine Finger den Fackelhalter und klammerten sich daran fest. Mit Panik drosch Rigo mit der anderen Hand, die noch immer seine letzte Wehr hielt, auf den Kopf der Abscheulichkeit ein. Doch die wuchtige und inzwischen schartige Klinge der Axt kratzte nur scheppernd \u00fcber den massiven Panzer. Gustav musste jetzt handeln, oder Rigo war verloren. <em>\u201eVerfluchtes Biest!\u201c<\/em>, stie\u00df er aus und machte mit seinem freien Bein einen Ausfallschritt nach vorne, so dass er fast auf der Kreatur drauf lag. Und da! Da offenbarte sich ihm eine Schwachstelle, zwischen dem Vorder- und dem Hinterteil des Wesens, gab es eine kleine Stelle zwischen dem massiven Kopfpanzer und den lamellenartigen Hinterteil, wo die d\u00fcnne haut\u00e4hnliche Struktur hervorblitzte. Gustav zielte mit der Spitze seines Schwerts darauf, doch da sp\u00fcrte er eine Schmerzexplosion in seinem linken Fu\u00df, der Druck den er gebrauchte hatte, um die Zange am Boden zu fixieren, gen\u00fcgte aufgrund seines Ausfallschrittes nicht mehr. Sie hatte sich gel\u00f6st und die Zangen, von denen jede die L\u00e4nge einer Elle hatte, umklammerten Gustavs Fu\u00df und dr\u00fcckten so fest zu, dass das Blut sogar aus dem festen Lederstiefel herausspitzte. Die Schwertspitze fand ihr Ziel. M\u00fchelos durchschlug es die d\u00fcnne Hautschicht des Wesens und ein schrilles Fiepen zuckte durch den Leib der Abscheulichkeit \u2013 es musste so etwas wie Schmerz versp\u00fcren, da war er sich ganz sicher. Finger f\u00fcr Finger trieb er mit beiden H\u00e4nden die Klinge tiefer hinein, eine der H\u00e4nde hinten auf den Knauf gedr\u00fcckt, um es besser voran schieben zu k\u00f6nnen. Es knackte und gluckerte im Innern, doch der, das Bewusstsein raubende, Schmerz in Gustavs Fu\u00df zuckte hoch bis ins Bein \u2013 er durfte jetzt nicht das Bewusstsein verlieren! Da knackte es erneut, der Druck am Fu\u00df lie\u00df ruckartig nach und die Kreatur unter Gustav erschlaffte. <em>\u201eAaaaahhhhh!\u201c<\/em>, schrie er, jetzt wo die Zangen losgelassen hatten, lie\u00df er zu, dass ihn der Schmerz \u00fcbermannte. Rigo, der ebenfalls befreit war und dessen Bein eine tiefe klaffende Bisswunde hatte, stieg \u00fcber den toten K\u00f6rper der Kreatur hinweg, um Gustav aufzuhelfen. <em>\u201eDu hast mir das Leben gerettet!\u201c<\/em>, sprach dieser und hob Gustav an den Achseln hoch. Doch sein Fu\u00df hing nur noch unkontrolliert an seinem Bein herab, der Stiefel war vollgelaufen mit Blut und das Leder zerfetzt \u2013 er sp\u00fcrte dort nichts mehr, au\u00dfer einen die Sinne raubenden Schmerz. <em>\u201eSchei\u00df drauf, Rigo \u2013 k\u00e4mpf weiter!\u201c<\/em> der barsche Ton des ehemaligen und jungen Heermeisters \u00fcberrascht den \u00e4lteren K\u00e4mpfer. Gustav lehnte an die Zinnen und stand nur noch auf einem Bein. Er wurde Kreidebleich. Da bemerkte er, dass sein Schwert noch immer tief im Leib der Abscheulichkeit steckte \u2013 er musste es losgelassen haben. <em>\u201eGib \u2026 gib mir mein Schwert.\u201c<\/em>, stotterte er schmerzerf\u00fcllt und streckte seine Hand zitternd in Richtung des Schwertes aus. Rigo tat wie ihm gehei\u00dfen und zog mit einem Ruck am Heft des Schwerts.<\/p>\n<p>Da wurden beide K\u00e4mpfer f\u00fcr einen Moment dunkel, der schwarze K\u00f6rper einer Abscheulichkeit flog \u00fcber Gustavs Kopf hinweg. Rigo konnte sich noch rechtzeitig umdrehen, doch das Hauer besetzte Maul der Kreatur st\u00fcrzte genau in dessen \u00fcberraschtes Gesicht. Das Knacken und Bersten von Knochen war das letzte, was Gustav von Rigo h\u00f6rte, als sein K\u00f6rper samt der Kreatur \u00fcber die Br\u00fcstung flog und in den Innenhof abst\u00fcrzte. \u201e<em>NEIN!\u201c<\/em>, br\u00fcllte Gustav und der Schmerz in seinem Fu\u00df zuckte wieder in ihm hoch. Doch nicht nur die zwei waren fort, auch Gustavs Schwert \u2013 Rigo hatte es wohl im Angesicht des Todes festgehalten und mit in die Tiefe gerissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Auf den W\u00e4llen \u2013 Brangane<\/strong><\/p>\n<p>Die Ritterin stand zwischen zwei Bogensch\u00fctzen auf einem der T\u00fcrme, als die Flut an Abscheulichkeiten \u00fcber die Festung hereinbrach. Die Bogensch\u00fctzen lie\u00dfen auf Kommando der Frau einen Pfeil nach dem anderen von der Sehne. Einer von Ihnen war es auch, der den ersten Treffer landete. Als die Bestien dann begannen die Festungsmauern zu erklimmen, als w\u00e4ren es einfache Sprossenleitern, wusste Brangane, dass kein einfacher Kampf folgen w\u00fcrde, in dem sie von zwei Bogensch\u00fctzen umgeben war, die aus kurzer Distanz nichts auszurichten vermochten.\u00a0 Sie waren zwar beide mit Kurzschwertern ausgestattet, doch w\u00fcrden sie damit nicht umgehen k\u00f6nnen \u2013 so viel stand f\u00fcr die Ritterin fest.<\/p>\n<p><em>\u201eStellt euch dort hinten an die innere Br\u00fcstung \u2013 ich halte sie auf. Schie\u00dft, wann immer sich ein Ziel ergibt\u201c<\/em>, befahl sie den beiden M\u00e4nnern und deutete auf die zum Innenhof gewandten Mauersteine. Die beiden M\u00e4nner, einer von ihnen erst an die zwanzig G\u00f6tterl\u00e4ufe und der andere Anfang f\u00fcnfzig mit dichtem grau meliertem Bart, nickten nur und begaben sich dann in Position. Hastig legten sie wieder Pfeile auf die Sehnen, da kam auch schon die erste Abscheulichkeit \u00fcber die Zinnen gekrochen. Die hungrigen M\u00e4uler voran, schl\u00e4ngelte es sich \u00fcber die dicken Steine, w\u00e4hrend des h\u00f6lzerne Geklapper der zahllosen Beine am Hinterleib zu h\u00f6ren war. Bragane hielt in der rechten Hand einen mit der Spitznase voran gedrehten Rabenschnabel und in der linken ein stabiles Wappenschild. Die Kreatur kreischte schrill, die Bogensch\u00fctzen zuckten zusammen, doch Brangane schien nicht beeindruckt und schwang einen kurzen aber heftigen Hieb gegen den Sch\u00e4del der Kreatur. Wie ein Schmiedehammer, der das gl\u00fchende Metall unter seinem Hammerkopf formte, verformte sich der massive Kopfpanzer der Abscheulichkeit unter dem Druck der Spitze des Rabenschnabels. Anscheinend m\u00fchelos durchschlug er den Kopfschutz der Kreatur. Wenn man es nicht besser w\u00fcsste, w\u00fcrde man sagen, dass die Kreatur \u00fcberrascht zu sein schien, denn f\u00fcr einen kurzen Moment streckte es alle Glieder von sich und macht keinerlei Anstalten sich zu Wehr zu setzen. Noch ehe es aus seiner Starre wieder erwachte, drehte sich Brangane auf der Stelle und zog den Rabenschnabel hinter sich her. Die Kreatur hob vom Boden ab als w\u00e4re es um ein vielfaches leichter als es aussah, w\u00e4hrend der Kopf der Kreatur dabei am Ende des Rabenschnabels hing. Brangane schleuderte das Vieh mit schier \u00fcbermenschlicher Kraft \u00fcber die Zinnen zur\u00fcck \u00fcber die Au\u00dfenmauer. Als sich der Haken aus dem Kopf der Kreatur knackend l\u00f6ste und es sich in der Luft wie ein herabfallendes Lindenblatt drehte, schoss schwarzes Blut absurde Kreise ziehend aus ihm heraus.<\/p>\n<p>Die Bogensch\u00fctzen hatte keine Zeit \u00fcber das eben Geschehene nachzudenken, sicher war nur, dass sie die Autorit\u00e4t und Kampfkraft der Lady nicht anzweifeln w\u00fcrden. Da krabbelten auch schon zwei weitere \u00fcber die Zinnen. Brangane schoss sofort auf einem der beiden zu. Die Bogensch\u00fctzen entschlossen sich instinktiv den anderen zu bearbeiten. Die Pfeile flogen aus naher Distanz auf die Kreatur zu. Ein Pfeil schepperte unwirksam gegen den Panzer, der andere fand sein Ziel zwischen den Lamellenpanzern am Hinterleib. Das Biest zuckte zusammen, doch es war noch nicht besiegt. W\u00e4hrenddessen schlugen die maulbesetzten Fangarme des zweiten Monstrums gegen den Schild der Lady. Ihr erster Hieb hatte das Ziel verfehlt, die Kreatur war ausgewichen und ging ihrerseits zum Angriff \u00fcber. Brangane wich zur\u00fcck und pendelte die Schnappm\u00e4uler der Fangarme geschickt aus. Da schlug sie zu, der Hammerkopf des Rabenschnabels traf direkt in eines der Fangm\u00e4uler und zerfetzte es in hundert kleine fleischige St\u00fccke. Die zwei Abscheulichkeiten flankierten Brangane und dr\u00e4ngten sie in eine Ecke. Wieder flogen zwei Pfeile von den Sehnen, doch dieses Mal verfehlten beide ihr Ziel. Lady Brangane schlug erneut mit dem Rabenschnabel wuchtig zu, der Hieb durchschlug den Kopfpanzer der Kreatur \u2013 es schepperte und sofort kr\u00fcmmte sich die Kreatur leblos wie eine Assel zusammen. Mit dem Schild musste sich Brangane gleichzeitig der anderen erwehren, sie hatte M\u00fche sich die Kreatur vom Hals zu halten. Da b\u00e4umte sich das Vieh auf, so dass es so gro\u00df wurde die Brangane selbst. Die zwei M\u00e4uler schnappten nach ihrem Gesicht, verfehlten jedoch ihr Ziel. Was folgte, war ein gewagtes, aber effizientes Man\u00f6ver. Brangane schlug mit dem Schild nach dem Wesen. Es pochte, als es gegen die d\u00fcnneren Panzerplatten am Unterleib der Kreatur schlug \u2013 doch Brangane schlug nicht nur, sie schob. Sie schob die Abscheulichkeit gegen die steinernen Zinnen, so dass es dort zwischen diesen und ihrem Schild eingeklemmt war. <em>\u201eJetzt, schie\u00dft!\u201c<\/em>, befahl sie im ruhigen und bestimmenden Tonfall. Die zwei Bogensch\u00fctzen brauchten nicht viel zu zielen, am nun offenliegenden Unterleib hatte es kaum Panzer. Die Bogensch\u00fctzen lie\u00dfen ihre Pfeile von den Sehnen, beide durchschlugen die d\u00fcnne Haut und setzen der Abscheulichkeit ein j\u00e4hes Ende. Als Brangane der Druck von ihrem Schild entfernte, klatschte die Kreatur leblos zu Boden.<\/p>\n<p>Brangane warf einen Blick \u00fcber die Br\u00fcstung in den Innenhof und zum Wehrfried. Die Abscheulichkeiten hatten sich binnen kurzer Zeit bis in den Innenhof vorgearbeitet. \u00dcberall k\u00e4mpften die Verteidiger tapfer gegen die Aggressoren. Branganes Blick ging nach oben, in den Himmel, als w\u00fcrde sie dort etwas erwarten. Ihre steinerne Miene verriet nicht, \u00fcber was sie sinnierte. <em>\u201eLady, es kommen weitere!\u201c<\/em> rief der junge Bogensch\u00fctze und deutete auf die Br\u00fcstung. Tats\u00e4chlich krabbelten erneut zwei Abscheulichkeiten empor. Doch Branganes Blick ging weiterhin unbeirrt, ja fast schon hypnotisch, zum Himmel. Mit einem Mal fuhr sie herum und schneller als die Bogensch\u00fctzen ihre Pfeile auf die Sehnen bringen konnten, warf sie die Dachluke des Turms auf und verschwand darin im Treppenabstieg. <em>\u201eWas zum \u2026\u201c <\/em>fluchte der \u00e4ltere Bogensch\u00fctze, der es nicht fassen konnte, dass sie Ritterin sie beide alleine lie\u00df. Die Abscheulichkeiten schnellten auf die beiden M\u00e4nner zu, ein Pfeil flog noch von der Sehne, w\u00e4hrend der j\u00fcngere Bogensch\u00fctze sofort nach seinem Kurzschwert griff. Es dauerte nur wenige Lidschl\u00e4ge, da hatten die hungrigen M\u00e4uler und klauenbesetzten Fangz\u00e4hne der Abscheulichkeiten die K\u00f6rper beider Bogensch\u00fctzen bis zur Unkenntlichkeit zerfetzt. Sie hatten nicht einmal Zeit f\u00fcr Schreie.<\/p>\n<p>Hinter ihnen am Himmel, direkt \u00fcber der Festung, \u00f6ffnete sich ein Riss \u2013 rote Blitze zuckten heraus und krochen wie auf einer Oberfl\u00e4che in unsere Welt hinein. Der Riss \u00f6ffnete sich weiter und wurde kreisrund. Mit den F\u00fc\u00dfen voran, senkte sich in diese Welt eine schlanke Gestalt \u2013 sie war menschen\u00e4hnlich \u2013 und doch erkennbar anders. In der Hand hielt sie einen gewundenen Stab. Dies war keine Abscheulichkeit, kein niederes Wesen, welches geopfert werden konnte. Dies war Sara\u2019kiin die Limbusverschlingerin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den W\u00e4llen &#8211; Gustav Gustav zog mit Wucht sein Schwert aus der Abscheulichkeit heraus. Es schabte dabei zwischen den chitinartigen Panzern entlang und machte ein Ger\u00e4usch, als wenn man mit einem Wetzstein \u00fcber die Klinge fahren w\u00fcrde. 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