{"id":8000,"date":"2018-11-10T17:29:00","date_gmt":"2018-11-10T16:29:00","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8000"},"modified":"2018-11-10T18:13:30","modified_gmt":"2018-11-10T17:13:30","slug":"die-auswahl-eines-neuen-gefaehrten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8000","title":{"rendered":"Die Auswahl eines neuen Gef\u00e4hrten"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sieghelm.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7932\" style=\"border: 5px solid #000000;\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sieghelm.png\" alt=\"\" width=\"121\" height=\"116\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sieghelm.png 348w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/Sieghelm-300x289.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 121px) 85vw, 121px\" \/><\/a>\u201eIch habe dich nicht nur mitgenommen, weil du ein Gr\u00fcnbacher bist\u201c, s<\/em>prach Sieghelm und klopfte seinem Knappen auf die Schulter, w\u00e4hrend er das Gatter zum Langstall passierte. Worauf der Ordensgro\u00dfmeister anspielte war das Gest\u00fct, welches die Familie des Knappen seit vierzig G\u00f6tterl\u00e4ufen f\u00fchrten. Perainius bekam kurz gro\u00dfe Augen, konnte sich ein Prusten jedoch verkneifen. Wenn er sich selbst h\u00e4tte einsch\u00e4tzen m\u00fcssen, w\u00fcrde er sagen, dass er von Pferden kaum bis gar keine Ahnung hatte. Er hatte sich nie sonderlich f\u00fcr das Gest\u00fct seiner Familie interessiert. Die Pflanzen, die am Rand einer Stallung oder aus dem Dung eins Pferdes wachsen konnten, faszinierten ihn da schon mehr.<\/p>\n<p><em>\u201eDeine Familie f\u00fchrt doch seit langer Zeit das einzige gr\u00e4fliche Gest\u00fct \u00f6stlich des Ochsenwassers. So ein schlauer Junge wie du wird da doch bestimmt das ein oder andere aufgeschnappt haben.\u201c <\/em>Wieder klopfte Sieghelm seinen Knappen ermutigend auf die Schulter. Perainius nahm seinen Mut zusammen und setzte zu einer Erkl\u00e4rung an. Da h\u00f6rten beide das helle Bellen des Leutnants. <em>\u201ePagol! Lass das \u2013 das Pferd will jetzt nicht spielen.\u201c <\/em>Ermahnte der Ordensgro\u00dfmeister seinen Jagdhund. Dieser schaute jedoch nur missmutig zu seinem Herrchen und lie\u00df dann widerwillig von dem Lattenzaun ab, wo er eben gerade noch seine schmale Schnauze durch einen Schlitz gesteckt hatte, um den dahinter liegenden Warunker Fliegenschimmel anzubellen. <em>\u201eWisst ihr, Ser Sieghelm \u2026 ich bin \u2026\u201c <\/em>setzt Prainius erneut vollen Mutes an. <em>\u201eAch stell dein Licht nicht unter den Scheffel, Junge! Du bist klug \u2013 und vielleicht wird aus dir noch ein passabler Krieger. Erinnere dich nur daran, wie es dir gelungen ist, zwei Hiebe des Oberst Alrik vom Blautann und vom Berg abzuwehren! Das kann wahrlich nicht jeder Knappe von sich behaupten.\u201c <\/em>Perainius wusste nicht ganz welchem Gott er daf\u00fcr dankten sollte, dass er die Schl\u00e4ge in der Buhurt abgewehrt hatte und wie ihn das &#8211; beim Namenlosen &#8211; dazu qualifizierte, die Qualit\u00e4t von Zuchtpferden einzusch\u00e4tzen, aber ein bisschen stolz war er schon darauf. Allerdings packte ihn nun auch die Angst, seinem Herrn keinen guten Ratschlag geben zu k\u00f6nnen. <em>\u201eJa, mein Herr.\u201c <\/em>Hauchte der Junge resignierend. Er versuchte sich an ein paar der Fachbegriffe zu erinnern, die er gelernt hatte. Wom\u00f6glich w\u00fcrde dies gen\u00fcgend Eindruck bei seinem Herrn schinden und es dadurch nicht auffallen, dass er eigentlich keine Ahnung von Pferden hatte.<\/p>\n<p>Eine schlanke Zureiterin mit hohen Lederstiefeln, kurz geschorenem Haar und einem nicht zu \u00fcbersehenden Damenbart trat den beiden K\u00e4mpfern entgegen. <em>\u201eRahja und Rondra zum Gru\u00dfe, euer Exzellenz \u2013 die Rittmeisterin hat mir bereits gesagt, dass ihr kommt.\u201c <\/em>Die Stimme der Frau war kr\u00e4chzig, wie von zu viel Met und Rauchraut. <em>\u201eIhr m\u00fc\u00dft Ricarda sein, Hauptfrau Walda von Warunk hat uns zu euch geschickt. Rahjas Segen mit euch.\u201c <\/em>Als er die Begr\u00fc\u00dfungsfloskel aussprach bemerkte Sieghelm, dass sie einen Unterton besa\u00df, den er nicht beabsichtigt hatte. Es klang eher wie eine ernst gemeinte Empfehlung nach einer Versch\u00f6nerung. Doch gl\u00fccklicherweise bemerkte die Zureiterin der Unterton nicht, oder sie ihn \u00fcberspielte ihn gut.<\/p>\n<p>Sieghelm lie\u00df sich von Ricarda durch den Langstall f\u00fchren. Der Gro\u00dfteil der Pferde waren Trallopper Riesen, aber ein paar einige Warunker und Norburger Riesen waren auch dabei. Ricards erz\u00e4hlte bei den Pferden welch edler Herkunft sie waren, welche Charaktereigenschaften sie besa\u00dfen und f\u00fcr was sie sich besonders gut eigneten. Leutnant Pagol strich dabei von Zelle zu Zelle und schn\u00fcffelte hier und dort an den R\u00fcckst\u00e4nden plattgetretener Pferde\u00e4pfel. Perainius garnierte gelegentlich die Schilderungen der Zureiterin mit ein paar Fachw\u00f6rtern die ihm einfielen, hielt sich mit direkter Empfehlungen jedoch zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Nach fast zwei Dritteln des Stalls, und etwa vierzig Pferden, machten die drei kurz halt. Sieghelm hatte eine Frage: <em>\u201eIhr habt zahlreiche pr\u00e4chtige Pferde. Die Geschichten, die ihr zu ihnen zu erz\u00e4hlen verm\u00f6gt, sind wahrlich beeindruckend\u201c, b<\/em>egann er lobend vorweg zu schieben. Ricarda baute sich auf, sie wusste, dass auf diese Worte nur ein \u201aaber\u2018 folgen konnte. <em>\u201eAber \u2026 wie kann ich wissen, ob das Pferd auch zu mir passt, wenn ich nicht einmal draufgesessen habe.\u201c<\/em> Ricarda atmete tief ein. <em>\u201eDas ist so, euer Exzellenz, wenn ihr m\u00f6chtet, kann ich euch ein paar der Pferde mit einem meiner Leute f\u00fcr einen Ausritt mitgeben. Ihr k\u00f6nnte sie dann nacheinander einreiten und sehen, ob sie zu euch passen. Wir haben im kaiserlichen Forst einen eigenen Reitparcour, den ihr entlangreiten k\u00f6nnt \u2013 er ist ausgestattet mit \u2026\u201c <\/em>Die Schilderungen der Zureiterin wurden von einem hellen Bellen unterbrochen. Sieghelm, Perainius und die Frau suchten den Boden nach Pagol ab, doch sie konnten ihn nirgends sehen. <em>\u201eWo \u2026 ist euer Hund \u2026\u201c<\/em> fragte sie besorgt. <em>\u201eIch m\u00f6chte dieses Pferd dort\u201c,<\/em> sprach Sieghelm mit fester Stimme pl\u00f6tzlich, der mit einem Grinsen auf den Lippen auf eines der Pferde zeigte. Die Zureiterin blickte an Sieghelms Arm und Zeigefinger entlang zu einer der Zellen. Ein schwarzbrauner Rappe befand sich darin und auf seinem, einen Schritt und achtzig Finger hohen, R\u00fccken sa\u00df mit heraush\u00e4ngender Zunge in stolzer Pose Leutnant Pagol. Der Hengst war ganz ruhig und gelassen, als w\u00e4re es ganz normal, dass ein gerade einmal Handbreit gro\u00dfer Jagdhund auf seinem m\u00e4chtigen und breiten R\u00fccken sa\u00df.<\/p>\n<p><em>\u201eWie \u2026 ist er dort heraufgekommen?\u201c<\/em> Entfuhr es der Damenbarttr\u00e4gerin perplex. <em>\u201eDer Leutnant ist ein guter Kletterer.\u00a0 Ach und dar\u00fcber hinaus ein noch viel besserer Tier- und Menschenkenner.\u201c <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIch habe dich nicht nur mitgenommen, weil du ein Gr\u00fcnbacher bist\u201c, sprach Sieghelm und klopfte seinem Knappen auf die Schulter, w\u00e4hrend er das Gatter zum Langstall passierte. Worauf der Ordensgro\u00dfmeister anspielte war das Gest\u00fct, welches die Familie des Knappen seit vierzig G\u00f6tterl\u00e4ufen f\u00fchrten. Perainius bekam kurz gro\u00dfe Augen, konnte sich ein Prusten jedoch verkneifen. Wenn &hellip; <a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=8000\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Auswahl eines neuen Gef\u00e4hrten\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,23],"tags":[89,85],"class_list":["post-8000","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gruppe-teehaus","category-sieghelm","tag-jahr-des-feuers","tag-schlacht-in-den-wolken"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8000","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8000"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8000\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8004,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8000\/revisions\/8004"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8000"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8000"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8000"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}