{"id":7962,"date":"2018-11-04T13:21:32","date_gmt":"2018-11-04T12:21:32","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=7962"},"modified":"2018-11-10T12:40:22","modified_gmt":"2018-11-10T11:40:22","slug":"reise-nach-rommylis-teil-i-der-abschied","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=7962","title":{"rendered":"Reise nach Rommilys &#8211; Teil I &#8222;Der Abschied&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Traviahold seufzte, als er sich von seinem Schreibtisch erhob. Das Kloster war inzwischen zwar schon geweiht worden, doch au\u00dfer dem Haupttempel, der Brauerei und einem Teil der Umfassungsmauer gab es noch keine Geb\u00e4ude, nur Baracken. Und so verbrachte Traviahold noch sehr viel Zeit in Hochstieg, auch um in der N\u00e4he von Darpatia zu sein. Seiner schwangeren launenhaften Frau, der er gleich erkl\u00e4ren m\u00fcsste, dass er dringend nach Rommilys reisen muss. Er \u00fcberlegte kurz, ob er einfach heimlich versuchen sollte davonzureiten, doch der Blick voraus, auf das dann stattfindende Wiedersehen lie\u00df ihn ver\u00e4ngstigen. Er packte eilig seine Tasche mit dem n\u00f6tigsten und vergewisserte sich mehrmals, dass er sowohl den Brief von Sieghelm, als auch das Buchmanuskript dabei hatte. Dann ging er auf den \u00dcbungsplatz der Burg, wo er Darpatia antraf, wie sie die \u00fcbenden Soldaten anschrie. Es hat mehrere Tage der Diskussion und des Schlafens in getrennten Betten ben\u00f6tigt, bis sie sich davon \u00fcberzeugen lie\u00df, dass sie selber nicht mehr an den Ert\u00fcchtigungen teilnimmt. Traviahold r\u00e4usperte sich vernehmlich hinter ihr. <em>&#8222;Was ist?&#8220;<\/em>, schrie Darpatia unwirsch , w\u00e4hrend sie sich umdrehte. Als sie ihren Ehemann erblickte \u00e4nderte sich ihr Tonfall schlagartig und sie sprach liebevoll weiter: &#8222;Oh, Liebling, ich habe dich nicht erwartet.&#8220; Als sie die Tasche sah runzelte sie die Stirn. <em>&#8222;Willst du schon wieder zum Kloster? Du bist erst gestern zur\u00fcck gekommen!&#8220;<\/em> Unsicher, wie ein junger Bengel, der von seinen Eltern bei Unfug erwischt wurde, antwortete Traviahold, w\u00e4hrend er ihre Hand ergriff: <em>&#8222;Ich reite nicht zum Kloster. Ich muss in einer dringenden Angelegenheit des Ordens nach Rommilys.&#8220;<\/em> Darpatia wollte sich schon zu ihren Soldaten umdrehen, als er hinzuf\u00fcgte: <em>&#8222;Und ich ben\u00f6tige keine Eskorte, meine Liebste. Mit jedem Bandit, der kleiner ist, als der D\u00e4mon auf dem Berg, werde ich schon fertig.&#8220;<\/em> Und um zu verhindern, dass sie ihm &#8211; berechtigt &#8211; widersprechen konnte, gab er ihr einen liebevollen Kuss. Er wusste, dass sie es namenlos hasste, wenn er dies vor ihren Soldaten tat, doch das war seine einzige Chance, diese Diskussion schnell zu beenden. Und es schien zu funktionieren, denn Darpatia seufzte: <em>&#8222;Nun gut, wie du es willst Herr Ordenspr\u00e4tor&#8220;<\/em>, es folgte ein fl\u00fcchtiger Kuss von ihr, <em>&#8222;aber beeile dich bitte schnell wieder bei mir zu sein. Und jetzt verschwinde, sonst denken die Soldaten noch, ich h\u00e4tte Gef\u00fchle.&#8220;<\/em> L\u00e4chelnd drehte sie sich um und wurde rot im Gesicht, als sie eben jene Soldaten anschrie: <em>&#8222;Wer hat gesagt ihr sollt eine Pause machen? Wer nicht sofort weitermacht darf heute noch dreimal die Treppen des Roten Riesen hochrennen! In Plattenr\u00fcstung! Mit Gep\u00e4ck!&#8220;<\/em> Kichernd entfernte sich Traviahold, ging zum Stall, nahm sich sein Pferd und ritt durch das Tor, durch die Stadt, die er wenige Momente sp\u00e4ter verlie\u00df und im Galopp davonpreschte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Traviahold seufzte, als er sich von seinem Schreibtisch erhob. Das Kloster war inzwischen zwar schon geweiht worden, doch au\u00dfer dem Haupttempel, der Brauerei und einem Teil der Umfassungsmauer gab es noch keine Geb\u00e4ude, nur Baracken. Und so verbrachte Traviahold noch sehr viel Zeit in Hochstieg, auch um in der N\u00e4he von Darpatia zu sein. 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