{"id":7647,"date":"2017-12-02T10:51:00","date_gmt":"2017-12-02T09:51:00","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=7647"},"modified":"2017-12-02T10:54:10","modified_gmt":"2017-12-02T09:54:10","slug":"gassi-im-nirgendwo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=7647","title":{"rendered":"Gassi im Nirgendwo"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Im Phex 1027<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An einer staubigen Stra\u00dfe im Nirgendwo ist nur das leise aber hastige Tapsen von kurzen Hundebeinen zu h\u00f6ren, welches nur vom gelegentlichen knarzen und metallenen Scheppern einer hochwertigen Metallr\u00fcstung \u00fcbert\u00f6nt wird. Ordensgro\u00dfmeister Sieghelm kneift die Augen zusammen, als er \u00fcber die trockene und steinige Ebene schaut, w\u00e4hrend Pagol &#8211; sein treuester Begleiter &#8211; nach einem Ort ausschau h\u00e4lt den er bew\u00e4ssern kann. <em>&#8222;Vermisst du auch die saftigen Wiesen Darpatiens, Pagol.&#8220;<\/em> beginnt Sieghelm mit nostalgischer Stimme das Gespr\u00e4ch &#8211; oder w\u00e4re &#8218;Monolog&#8216; das passendere Wort daf\u00fcr? Pagol schnuppert vorsichtig an einer vertrockneten Pflanze. <em>&#8222;Ich auch &#8230; &#8220; <\/em>raunt er. <em>&#8222;Praios straft dieses Land mit einer schier unertr\u00e4glichen Hitze. Die gebende G\u00f6ttin versagt ihm ihr wohlwollen und l\u00e4sst kein einzig anst\u00e4ndig Kraut wachsen.&#8220; <\/em>Sieghelm wendet seinen verkniffenen Blick vom Horizont ab und blickt nach Pagol. Dieser scheint ebenfalls unzufrieden mit dem Ort und schaut seinerseits nach seinem Herrchen. <em>&#8222;Vielleicht ist es dort hinten besser.&#8220; <\/em>spricht er und nickt in Richtung einer weiterer Steingruppe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hastig eilt Pagol an die Seite seines Herrchens, dabei hat M\u00fche er mit ihm mitzuhalten. <em>&#8222;Was h\u00e4ltst du eigentlich von dem neuen &#8211; dem Zyklop\u00e4er?&#8220; <\/em>Der Krieger h\u00e4lt sich die Hand vor die Augen, um ohne die selbigen kneifen zu m\u00fcssen zu Pagol schauen zu k\u00f6nnen. Doch der Dackel starrt nur schnurstrack nach vorne. <em>&#8222;Hmm, vielleicht hast recht &#8211; es ist noch zu fr\u00fch f\u00fcr eine Meinung.&#8220; <\/em>Nachdenklich st\u00f6\u00dft Sieghelm einen Kieselstein beiseite. <em>&#8222;Der schweigende hat ihn auserw\u00e4hlt, wie es scheint. Ganz gleich was ich oder die anderen von ihm halten, es ist fortan sein Schicksal dem ihn vorgezeichneten Pfad zu folgen. Tut er dies nicht, wird sein Anker fallen und unsere Gemeinschaft vor gr\u00f6\u00dfere Probleme stellen.&#8220; <\/em>Da das Gespr\u00e4ch pl\u00f6tzlich an Tiefe gewonnen hat, bleibt Pagol kurz stehen und schaut zu seinem Herrchen auf. Er legt seinen Kopf ein wenig schief als w\u00fcrde er eine Frage stellen wollen. <em>&#8222;Verstehst du es nicht? Wenn dieser Bothor nicht seinem Schicksalspfad folgt, wird er ein Diener des Blutkaisers und wird fortan gegen uns streiten &#8211; wie einst Tornado.&#8220; <\/em>Der Blick des Hundes wendet sich ab, mit der Nasenspitze schn\u00fcffelt er an einem trockenen B\u00fcschel Gras. <em>&#8222;Was? Ist dir das etwa egal?&#8220; <\/em>platzt es aus Sieghelm emp\u00f6rt heraus, wobei seine R\u00fcstung einen bedenklichen Quitscher von sich gibt. <em>&#8222;Dar\u00fcber hatten wir schon gesprochen!&#8220;<\/em> &#8211; wettert er in erh\u00f6hter Lautst\u00e4rke hinterher. Doch Pagol l\u00e4sst sich davon nicht irritieren. Seine Nase wandert von dem Grasb\u00fcschel zu einer vertrockneten Eidechse. Sieghelm f\u00e4llt die Kinnlade herunter, perplex schaut er sich hilfesuchend nach Unterst\u00fctzern um, die ihm bei seiner Meinung bekr\u00e4ftigen k\u00f6nnten. Doch als er bemerkt, dass nur er und sein Hund hier sind, konzentriert er sich wieder. <em>&#8222;H\u00f6r zu &#8230;<\/em>&#8220; beginnt er im leiseren aber belehrenden Tonfall. Wobei er mit seinen H\u00e4nden bedeutungsschwangene Gesten in die Luft, zur Untermauerung seines Arguments zeichnet. <em>&#8222;Ich wei\u00df, dass du der Meinung bist, dass es das Schicksal ist, dass manche Anker fallen M\u00dcSSEN &#8211; da es uns im Kampf gegen den Blutkaiser dichter zusammenr\u00fccken l\u00e4sst.&#8220; <\/em>Pagol wendet sich von der Eideche angewidert ab und tapst hastig um einen gr\u00f6\u00dferen Stein herum &#8211; Sieghelm eilt genervt und belehrend hinterher. <em>&#8220; &#8230; aber ich bin der Meinung, dass jedes Leben kostbar ist und wir es uns nicht leisten k\u00f6nnen die Jenseitigen zu st\u00e4rken. Jeder muss gerettet werden, ob er will oder nicht! Und das k\u00f6nnen nur wir &#8211; bei Farmelors Schuppen &#8211; wenn er UNSEREM Pfad folgt!&#8220; <\/em>Sieghelm sticht beharrlich mit seinem Finger in einen in der Luft gedachten Pfad. Der Leutnant scheint inzwischen den Ort seiner Begierde gefunden zu haben und hebt an einem dicken und kantigen Stein seine Hinterpfote. Sieghelm, der ohnehin schon in der Hitze in seiner schwarzen R\u00fcstung br\u00fctet &#8211; kocht nun vor Wut. Wohl auch, da es seinem treuesten Weggef\u00e4hrten kein bisschen zu interessieren scheint, was er da gerade gesagt hat. Er st\u00f6\u00dft einen w\u00fctenden Schnaufer aus, der fast einen Mindergeist erschaffen h\u00e4tte, und dreht sich w\u00fctend zur Seite weg. Ungl\u00fccklicherweise genau in Richtung der Praiosscheibe. Zuerst verkneift er wieder die Augen, doch durch seine aufkeimende Wut und seinem allgemeinen Hass auf dieses trostlose &#8211; von den G\u00f6ttern verlassene Land &#8211; hebt er wieder w\u00fctent die Hand vor die Augen. Ein leises Pl\u00e4tschern unterstreicht die unidyllische Stimmung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leise aber hastige Pfotenschritte n\u00e4hern sich dem Ordensgro\u00dfmeister von hinten. Dieser schmollt jedoch noch immer und badet sich gerade in seiner Wut. F\u00fcr Sieghelm ist es unverst\u00e4ndlich, dass seine Gef\u00e4hrten &#8211; und damit meint er Nehazet und Jane &#8211; ihm nicht sofort zugestimmt haben. Gerade sie, m\u00fcssen doch wissen, wie wichtig ihre g\u00f6ttliche Queste ist. Dass der Wille des einzelnen nicht so wichtig ist, wie das Wohl der Gemeinschaft. Doch sie k\u00f6nnen es nicht verstehen &#8211; sie sind keine Darpaten, denn nur echte Darpaten wissen, was es hei\u00dft, nicht nur an sich zu denken, sondern f\u00fcr das Wohl aller im Mittelreich zu arbeiten. Sie sind Individualisten, die denken, dass jeder eine freie Wahl haben sollte. Freie Wahl? Das ist wider der praiosgef\u00e4lligen Ordnung und f\u00fchrt unweigerlich zu Anarchie, Hunger und Elend. Und genau ist es was uns schwach macht &#8211; und ein schwaches Darpatien, ist ein Geschenk f\u00fcr ein erstarkendes Warunk. Solange es noch Darpaten gibt, die mit stolz stets einen Schritt mehr gehen als andere, die stets nicht an sich, sondern an die Gemeinschaft denken, werden die schwarzen Landen keinen Schritt Land gewinnen. <em>&#8222;Keinen Schritt!&#8220; <\/em>zischt Sieghelm zwischen zusammengebissenen Z\u00e4hnen w\u00fctend hervor und dreht sich dabei achtlos nach Pagol um. Der Dackel erschrickt, als sein Herrchen sich so wutentbrannt zu ihm wendet und macht einen H\u00fcpfer nach hinten. Zuerst ver\u00e4ngstigt, doch dann sich seiner Jagd-Erziehung ergebend, knurrt Pagol mutig zur\u00fcck. Die Blicke der beiden treffen sich, und beide fletschen f\u00fcr einen Moment die Z\u00e4hne. <em>&#8222;Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.&#8220;<\/em> ermahnt der Ordensgro\u00dfmeister und macht dann auf dem Hacken kehrt zur\u00fcck zu Karawane der Individualisten. Pagol bleibt noch einen kurzen Moment in der Angriffshaltung stehen und tapst dann ebenfalls w\u00fctend hinterher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Phex 1027 An einer staubigen Stra\u00dfe im Nirgendwo ist nur das leise aber hastige Tapsen von kurzen Hundebeinen zu h\u00f6ren, welches nur vom gelegentlichen knarzen und metallenen Scheppern einer hochwertigen Metallr\u00fcstung \u00fcbert\u00f6nt wird. 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