{"id":6785,"date":"2015-12-20T14:46:39","date_gmt":"2015-12-20T13:46:39","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=6785"},"modified":"2015-12-20T15:15:35","modified_gmt":"2015-12-20T14:15:35","slug":"es-ist-ein-angebot-dass-er-nicht-ablehnen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=6785","title":{"rendered":"Es ist ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der Aufprall war hart, in seiner linken Hand breitet sich ein pochender Schmerz aus. Auch das linke Bein tut ihm weh, doch die Zehen lassen sich noch bewegen &#8211; anscheinend nicht ganz so schlimm. Wohingegen die Finger der linken Hand kaum mehr sp\u00fcrbar sind. <em>&#8222;Verphext &#8230;&#8220;<\/em> st\u00f6hnt der alte H\u00e4ndler und versucht sich von dem feuchten Felsenboden aufzustemmen. <em>&#8222;Ahhrgh!&#8220;<\/em> &#8211; Es bleibt bei einem Versuch, denn zu den Schmerzen im Bein und in der Hand kommt noch ein weiterer hinzu der ihm seines Atems beraubt. Ein brennenden Feuer durchflutet seinen Oberk\u00f6rper, offenbar wurden bei dem Sturz einige seiner Rippen gebrochen. <em>&#8222;Rontja? Kannst du mich h\u00f6ren?&#8220;<\/em> prustet er leise zwischen den Z\u00e4hnen hindurch, doch eine Antwort bleibt aus. Er ist allein, alleine mit der Dunkelheit. <em>M\u00f6gen die G\u00f6tter dir beistehen, teure Nichte &#8211; hier unten bist du sicherer als \u00fcber der Grasnarbe<\/em> &#8211; denkt er sich und unternimmt erneut einen Versuch aufzustehen. Unter Aufbringung all seiner Kr\u00e4fte gelingt es ihm dieses Mal auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorsichtig tastet er nach seiner linken Hand. Die Finger sind bereits taub, das Gelenk dick &#8211; etwas ragt an einer Stelle heraus wo nichts herausragen sollte. Gebrochen. Zum Gl\u00fcck ist es nur die linke Hand &#8211; denkt er und verbringt der Arm in eine Schonhaltung. Er tastet sich hinab zum Bein, es schmerzt &#8211; doch der Knochen scheint intakt zu sein. <em>Es wird gehen &#8230; es MUSS gehen<\/em>. Der Dolch scheint verloren, aber sein Familienschwert ist noch bei ihm und sein Schwertarm unverletzt. <em>&#8222;Dann wollen wir Mal &#8230;&#8220;<\/em> st\u00f6hnt Stordan und schleppt sich humpelnd durch die Dunkelheit. Angetrieben von dem Gedanken seine Frau Gylvana zu Retten verdr\u00e4ngt er den k\u00f6rperlichen Schmerz, nichts wird ihn aufhalten k\u00f6nnen. Und wenn es n\u00f6tig wird, w\u00fcrde er sogar mit Boron pers\u00f6nlich um sein Leben feilschen. Nur um sich ein paar letzte Momente zu erhandeln um die notwendigen Dinge ins Rollen zu bringen um seine Frau aus den F\u00e4ngen Sharaz&#8217;Gatais zu befreien. Da versp\u00fcrt er pl\u00f6tzlich wieder diesen seltsamen Ruf in seinem Geist: <em>&#8222;Komm zu uns&#8220;<\/em>. F\u00fcr einen kurzen Moment bleibt er stehen und kneift die Augen zusammen. Er konzentriert sich auf diese Stimme &#8211; sie w\u00fcrde ihn schon dorthin bringen wo er hin wollte. Erneut verdr\u00e4ngte er den aufkeimenden Schmerz in seinen Gliedern. Nicht seine F\u00e4higkeiten als K\u00e4mpfer werden jetzt gefragt sein, sondern sein Geschick als H\u00e4ndler. Und da erblickte er sie auch schon, die leuchtenden Augenpaare &#8211; sie waren unmittelbar vor ihm. Er z\u00e4hlte drei davon &#8211; zu viele f\u00fcr einen Kampf in seinem Zustand, an einem Ort an dem sie bevorteilt waren. Doch ihre Anwesenheit verunsicherte ihn nicht, ganz im Gegenteil, er war froh sie so schnell gefunden zu haben. Oder waren sie es die <em>ihn<\/em> gefunden haben? <em>&#8222;Im Namen der Zw\u00f6lfe, ihr Diener Warsews des niemals alternden &#8230;&#8220;<\/em> spricht Stordan mit fester Stimme und l\u00e4sst dabei sein Familienschwert aus der Scheide schnellen. <em>&#8220; &#8230; ihr werdet mich anh\u00f6ren oder meine Praiosgeweihte Klinge wird eure K\u00f6rper zerfetzen ehe ihr auch nur in meine N\u00e4he kommt!&#8220;<\/em> Durch das Surren des scharfen Stahls, welches durch den Gang schellt, weichen die Augenpaare verunsichert zur\u00fcck. <em>Sie sp\u00fcren die Macht die in der Klinge wohnt<\/em> &#8211; denkt sich Stordan wissend, als er die Reaktion der Augenpaare zur Kenntnis nimmt. <em>Jetzt nur nicht zaghaft werden!<\/em> &#8211; f\u00e4hrt ihm durch den Kopf, w\u00e4hrend die Spitze seiner Klinge auf die Wiederg\u00e4nger zeigt. <em>&#8222;Bringt mich zu eurem Meister &#8211; lebend bin ihm hundertfach mehr wert als Tod.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Momente sp\u00e4ter, in einer sehr dunklen, nassfeuchten unterirdischen Kammer steht Stordan von Sprichbrecher vor ihm, dem Henker Greifenfurts. Stordan ist zwar einen ganzen Kopf gr\u00f6\u00dfer als er, doch seine Erscheinung ist dennoch m\u00e4chtig. Umringt von etwa einem Dutzend weiteren niederen Anh\u00e4ngern, richtet sich der Gro\u00dfmeister des Kontors auf &#8211; der folgende Handel w\u00fcrde wohl der schwerwiegendste und zugleich schrecklichste sein, den er je abzuschlie\u00dfen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Was ist es f\u00fcr ein Angebot, dass ihr mir unterbreitet wollt &#8211; Herr Magistrat?&#8220;<\/em> spricht der Mann mit dem Namen Zerwas mit dunkler und ruhiger Stimme, w\u00e4hrend seine letzten Worte von etwas Spott begleitet wurden. Des Henkers Richtschwert trug er bei sich, immer bereit den letzten Streich zu vollf\u00fchren. Stordan atmete so tief ein und aus wie es ihm seine gebrochenen Rippen erlaubten. Schwei\u00df rann an seinen Schl\u00e4fen lang, zum einen vor Anstrengung ob seiner schweren Verletzungen, und zum anderen ob des schweren bevorstehenden Handels. <em>&#8222;Ihr &#8211; Namenloses Wesen &#8211; habt etwas das ich brauche. Und ich habe etwas, dass ihr braucht.&#8220;<\/em> stellte Stordan fest und sah, dass die Augen des Henkers begannen zu funkeln. <em>&#8222;Und was soll das sein?&#8220;<\/em> entgegnete dieser gelassen, doch Stordans geschultes Patriziergeh\u00f6r bemerkte einen Hauch Interesse in dessen Stimme. Auch wenn ihn in letzter Zeit vieles verlassen hatte, aber sein Instinkt schien ihm wohl erhalten geblieben. <em>&#8222;Seit 500 G\u00f6tterl\u00e4ufen seid ihr nun schon die Gei\u00dfel dieser Stadt.&#8220;<\/em> beginnt Stordan selbstsicher seine wohl \u00fcberlegte offerte. <em>&#8220; &#8230; und wohin hat euch das gef\u00fchrt? Ihr seid ein sehr m\u00e4chtiges Wesen, mit einem enormen Potenzial &#8211; doch seht euch um? Ihr scharrt euch nach so langer Zeit noch immer mit euren willenlosen Dienern in feuchte Keller &#8211; und immer wieder ist es den Menschen gelungen, trotz eurer Macht, euch festzusetzen. Das ihr hier steht und mit mir redet, ist nur das Verdienst eines Haufens nichtsahnender Orks die zuf\u00e4llig \u00fcber euch ein Blutbad anrichteten. Die Schwarzpelze werden schon bald nicht mehr die Kontrolle in der Stadt haben. Mit ihnen wird auch eure Macht schwinden. Sobald sie vertrieben sind, werden eure Lakaien vernichtet und ihr &#8230; schon bald wieder tief unter einem Tempel eingemauert werden.&#8220;<\/em> Stordan konnte ein nerv\u00f6ses zucken in den Augen des Henkers sehen, er hatte wohl nicht mit dieser offensiven Taktik des H\u00e4ndlers gerechnet, und auch nicht damit, dass dieser so viel \u00fcber ihn wusste.<em> &#8222;Was ist euer Angebot, sterblicher!&#8220;<\/em> dr\u00f6hnt es dem Mund des Henkers. <em>&#8222;Bringt mir mein Weib unversehrt aus dem Kerker der Feste &#8211; und ich werde eure kleine, regional begrenzte Blutsaugersippe \u00fcber die Landesgrenzen hinaus expandieren lassen! Wehrheim, Gareth, Perricum, das Land der ersten Sonne, das Horasreich &#8211; ich habe die logistischen Mittel euch und eurer lichtscheues Gesindel sicher in jede Stadt der bekannten Welt zu bringen. Ihr braucht mich &#8230; oder ihr werdet wieder f\u00fcr die n\u00e4chsten zwei-dreihundert Jahre als dekorativer Steinsockel in irgendeinem Tempel enden. Beim Namenlosen &#8230; es ist ein Angebot, dass ihr nicht ablehnen k\u00f6nnt.&#8220;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Aufprall war hart, in seiner linken Hand breitet sich ein pochender Schmerz aus. Auch das linke Bein tut ihm weh, doch die Zehen lassen sich noch bewegen &#8211; anscheinend nicht ganz so schlimm. 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