{"id":5759,"date":"2014-09-15T13:23:16","date_gmt":"2014-09-15T11:23:16","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=5759"},"modified":"2014-09-15T13:29:15","modified_gmt":"2014-09-15T11:29:15","slug":"sang-und-klanglos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=5759","title":{"rendered":"sang- und klanglos"},"content":{"rendered":"<p>&#8211; Grombasch &#8211;<\/p>\n<p><em>Den Rabenschnabel schlagbereit im R\u00fccken, rennt Grombasch Sohn des Dramosch br\u00fcllend auf den riesigen Wurm zu. Er ist dem Tode n\u00e4her dem Leben. Er atmet schwer und kann sich nur kaum auf den Beinen, geschweige denn die Waffe, halten. Seinen K\u00f6nigshammer hat er zum Wohle aller fortgegeben. Seine einst stolze R\u00fcstung weist deutliche Makel auf. Dennoch st\u00fcrzt er sich mit einer solchen Inbrunst auf den d\u00e4monischen Feind, dass jeder andere Gegner aus Furcht davon gelaufen w\u00e4re. Nicht so dieser viergeh\u00f6rnte D\u00e4mon aus Agrimoths Dom\u00e4ne. Er bemerkt ihn nicht einmal.<\/em><\/p>\n<p><em>Das \u00e4ndert sich rasch, als der Angroschim seinen wasserelementbeseelten Hammer tief in dessen Bauch schl\u00e4gt. Schwarzes Blut spritzt dem Wackeren entgegen. Sich der Gefahr bewusst, schnellt ein schnabelbewehrter Tentakel des D\u00e4mons heran, gr\u00e4bt sich in die Brust des Zwerges und hebt hin mehrere Schritt in die Luft. Der Geisterkrieger von Heerf\u00fchrerin Jane Pedderson setzt dem Tentakel noch nach und trennt ihn mit seinen schimmernden Doppelkunchomer beinahe durch. In der Bewegung gebremst \u00f6ffnet sich das Maul und Grombasch wird \u00fcber die Klippe geschleudert.<\/em><\/p>\n<p>Soll es so enden? Was habe ich falsch gemacht, dass du mich so hart strafst Angrosch?<\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend des Fluges blickt er noch einmal auf das Schlachtfeld. Leichen sind auf dem Plateau nur wenige zu sehen. Stattdessen liegen viele tapfere M\u00e4nner an den H\u00e4ngen des roten Riesen. Zerschmettert an den Flanken des Berges. Einfach in den Wind hinausgeschleudert von einem feigen D\u00e4mon.<\/em><\/p>\n<p>Ich hatte noch so viel vor. Ich bin doch gerade erst 37! Ich will noch nicht sterben!! Jetzt war ich f\u00fcnf G\u00f6tterl\u00e4ufe im Exil und tat Bu\u00dfe. Ich habe doch noch so viel zu tun. Wer soll die Sch\u00e4tze dieses Berges bewachen? Wer soll diesen armen Berg mit neuem Leben f\u00fcllen? Wer soll \u2013 bei deinem langen Bart \u2013 den ganzen Schnaps austrinken??!! Angrosch, bitte hilf mir \u2026<\/p>\n<p>\u201eSCHEI\u00df DRECKSVIIIIIIIEH!!!\u201c<em> Br\u00fcllt er noch in das Tal, ehe er mit einem Krachen und Scheppern auf nacktem Fels aufschl\u00e4gt und sofort tot ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Oben auf dem Gipfel geht der Kampf ununterbrochen weiter. Ein warmer Regen setzt ein. Verwundete und totgeglaubte erheben sich. Auch Grombasch steht auf und k\u00e4mpft sich den Berg hinauf. Seinen Hammer in den H\u00e4nden wiegend starrt er grimmig auf den D\u00e4mon. Erneut setzt er zum Sturmangriff an. Den entweihten Boden ignorierend schwingt er den Rabenschnabel in einem weiten Bogen direkt durch den Bauch des Unholds. Hindurch, ohne eine Spur zu hinterlassen. Verwundert starrt er zun\u00e4chst an der Waffe und dann an sich herab. Er ist ohne Substanz!<\/em><\/p>\n<p>\u201eAAAAAAAARRRGGH!!\u201c <em>Zornig \u00fcber seinen Tot w\u00fctet er so lange bis der D\u00e4mon \u00fcber ihm tot zusammenbricht. Nur war es nicht sein Verdienst. Seine Kameraden haben den Achorhobai bezwungen! Beruhigt l\u00e4sst er den Hammer sinken. Der entweihte Boden verschwindet. Der Fels heilt. Er sieht zu, wie der Hippogriff landet, wie die Verletzten versorgt und die Toten betrauert werden. Um ihn herum stehen weitere wackere K\u00e4mpfer und sp\u00e4hen nach ihren K\u00f6rpern. Er sieht, wie Thornia an seiner Leiche weint und ihm die Angroschinsignien abnimmt. Doch niemand sonst k\u00fcmmert sich um ihn. Er ist traurig.<\/em><\/p>\n<p>Was habe ich erreicht? Nur Tot und verderben zeichnen meinen Weg. So sterbe ich hier. Allein. Auf nacktem Fels.<\/p>\n<p><em>Der uralte Zwergenpriester aus dem Berg erscheint pl\u00f6tzlich an Rand des Abgrunds und h\u00e4lt eine kurze lobende Ansprache an die Helden und dankt ihnen im Namen seines Volkes f\u00fcr die Befreiung des Berges. Grombasch merkt, wie ihn der Alte einen kurzen Wimpernschlag lang direkt in die Augen schaut. Noch w\u00e4hrend seiner Rede beschw\u00f6rt er den Priester:<\/em><\/p>\n<p>\u201eIch bitte euch. \u00dcbergebt meinen K\u00f6rper dem Gestein. Ich will im Tode schaffen, was mir im Leben verwehrt blieb. Dieser Berg soll mein Schicksal sein.\u201c<\/p>\n<p>\u201eSo forme ich den Fels mit nach meinem Willen.\u201c <em>Spricht der Zwergenpriester und schl\u00e4gt mit dem Hammer des Ingerimm auf den Amboss ein. Sogleich bildet sich eine Treppe vom Felsplateau nach unten in das Tal. Von allen anderen unbemerkt unbemerkt versinkt der K\u00f6rper Grombaschs im Gestein.<\/em><\/p>\n<p>\u201eIch danke dir.\u201c <em>Grombasch verbeugt sich vor dem Geist des versteinerten Priesters.<\/em> \u201eDanke mir nicht, m\u00f6ge deine gepeinigte Seele eines Tages ihre verdiente Ruhe finden.\u201c <em>Mit diesen Worten l\u00f6st er sich auf. Grombasch blickt den schwebenden Teilchen noch kurz nach. Dann verfinstert sich seine Mine zu einem grimmigen Blick, ehe er langsam im Berg versinkt. Sein letzter neidvoller Blick richtet sich auf die Lebenden.<\/em><\/p>\n<p><em>&#8212;-<\/em><\/p>\n<p><em>Dr\u00f6hnendes H\u00e4mmern klingt aus dem Berg. Grober Gesang schallt durch die Halle. Ein einzelner Zwerg in Kettenr\u00fcstung sitzt auf der Bank. Vor sich einen Krug stehend, haut er im Takt seiner Trinklieder den Rabenschnabel gegen die glatt polierten W\u00e4nde.<\/em><\/p>\n<p><em>Man k\u00f6nnte meinen eine ganze fr\u00f6hliche Gesellschaft belebt die altehrw\u00fcrdige Halle. Doch es ist nur ein armer einzelner toter Zwerg.<\/em><\/p>\n<p>______________________________<\/p>\n<p>Grombaschs letzte Gedanken<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Grombasch &#8211; Den Rabenschnabel schlagbereit im R\u00fccken, rennt Grombasch Sohn des Dramosch br\u00fcllend auf den riesigen Wurm zu. Er ist dem Tode n\u00e4her dem Leben. Er atmet schwer und kann sich nur kaum auf den Beinen, geschweige denn die Waffe, halten. Seinen K\u00f6nigshammer hat er zum Wohle aller fortgegeben. 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