{"id":5634,"date":"2014-08-03T12:25:50","date_gmt":"2014-08-03T10:25:50","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=5634"},"modified":"2014-08-08T07:52:42","modified_gmt":"2014-08-08T05:52:42","slug":"azinas-verbleib-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=5634","title":{"rendered":"Azinas Verbleib II"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=5612\"><em>hier gehts zum ersten Teil<\/em><\/a><\/p>\n<p><strong>Was geschah<\/strong><\/p>\n<p><em>Azina erwacht. Sie befindet sich in einer einfachen aber soliden Holzh\u00fctte. Alles deutet darauf hin, dass hier ein Anh\u00e4nger Firuns wohnt: Sie ist karg und zweckm\u00e4\u00dfig eingerichtet. Verschiedene ausgestopfte Tierk\u00f6pfe zieren die W\u00e4nde. Direkt \u00fcber ihrem Bett h\u00e4ngt der Kopf eines Braunb\u00e4ren. Seiner Grimasse zu urteilen gef\u00e4llt es ihm nicht, dass sie unter seinem Fell liegt. Sie schaut an sich herab. Ihre Brust ist umwickelt mit einem starken Verband. Jede Bewegung ihres Torsos schmerzt. Ihre Arme ruhen schwach neben ihrem K\u00f6rper.<\/em><\/p>\n<p>Wo bin ich? Wie lange liege ich hier schon? Sollen das hier Firuns ewige Jagdgr\u00fcnde sein?<\/p>\n<p><em>Sie sch\u00fcttelt sachte den Kopf, um den Blick wieder f\u00fcr die Realit\u00e4t zu sch\u00e4rfen. Sie hat \u00fcberlebt! Aber wie? Sie versucht sich ein wenig aufzusetzen und umzusehen. In der H\u00fctte kann sie eine kleine K\u00fcche, eine Werkbank, einen Tisch mit zwei St\u00fchlen, drei abgehende T\u00fcren und einen Kamin erkennen. In dem Kamin prasselt ein w\u00e4rmendes Feuer. Davor liegt etwas Gro\u00dfes. Etwas sehr Gro\u00dfes. Schwarz<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5639\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Ebenholz.jpg\" alt=\"Wolf2\" width=\"120\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Ebenholz.jpg 455w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Ebenholz-213x300.jpg 213w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/>es. Das atmet. Bei genauerer Betrachtung sieht sie, dass es sich dabei um einen gigantischen Wolf handelt. Dieser scheint ihren Blick zu sp\u00fcren und hebt kurz den Kopf, um sie einen kurzen Augenblick zu betrachten. Doch schnell verlischt sein Interesse wieder und er bettet sein m\u00e4chtiges Haupt auf seine Pranken.<\/em><\/p>\n<p><em>Eine T\u00fcr \u00f6ffnet sich und ein alter wei\u00dfhaariger Mann tritt gemeinsam mit einem weiteren gro\u00dfen Wolf ein. Im Gegensatz zum Anderen, ist dieser hier schneewei\u00df.<\/em><\/p>\n<p><em>Der blinde Mann, der sich selbst als Garnan und seine W\u00f6lfe als Ebenholz und Elfenbein vorstellt, <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5640\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Garnan.png\" alt=\"Garnan\" width=\"115\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Garnan.png 224w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Garnan-163x300.png 163w\" sizes=\"auto, (max-width: 115px) 100vw, 115px\" \/>erz\u00e4hlt ihr bei einer Tasse Traschbarttee, wie er sie vor <span style=\"color: #008000;\">&lt;&lt;&lt;Zeit-Spoiler&gt;&gt;&gt;<\/span> mit Hilfe seiner Gef\u00e4hrten gerettet hat. Er gibt offen zu, zu wissen, wer sie ist und welche Rolle sie in dieser Zeit spielen soll. Azina h\u00e4lt sich mit den Fragen, die ihr auf der Zunge liegen zur\u00fcck. Nur die Frage ihres Herzens spricht sie laut aus: Sie fragt nach dem Wohl von Bakkus. Doch Bakkus ist tot. Er liegt im Schuppen bis Azina bereit ist, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Ihr vergeblicher Versuch, sich aufzurichten, zeigt ihr deutlich, dass sie daf\u00fcr noch nicht bereit ist. Ersch\u00f6pft l\u00e4sst sie sich zur\u00fcck auf das weiche Kissen sinken und lauscht den weiteren Ausf\u00fchrungen Garnans. Elfenbein schaut sie die ganze Zeit neugierig an, w\u00e4hrend Ebenholz sie keines Blickes w\u00fcrdigt. Gegen Abend versucht sie sich ihm anzun\u00e4hern, w\u00e4hrend Garnan mit Elfenbein auf der Jagd ist. Doch sie kann ihm kaum eine Regung entlocken. So setzt sie sich einfach neben ihn vor den Kamin und starrt in das Feuer. Bald kehrt Garnan mit seinem Bogen und zwei erlegten Kaninchen zur\u00fcck. Gekonnt weidet er sie an der Werkbank aus und kocht eine kr\u00e4ftigende Suppe. Azina schaut ihm interessiert zu und ahnt bereits, dass dieser alte Mann mehr sieht, als seine pupillenlosen Augen tats\u00e4chlich zu sehen verm\u00f6gen.<\/em><\/p>\n<p>\u201eWie seid ihr als Erw\u00e4hlte Firuns in eine solche Situation geraten?\u201c<em> fragt Garnan unvermittelt w\u00e4hrend des Essens. <\/em>\u201eWeil ich noch am Anfang meiner Reise stehe.\u201c<em> beichtet Azina ohne zu z\u00f6gern ihre Schw\u00e4che. <\/em>\u201eFirun h\u00e4tte euch sterben lassen. Dankt seiner Tochter Ifirn, dass sie es von Zeit zu Zeit vermag ihm ein wenig Milde abzutrotzen.\u201c<em> Als er dies sagt, schaut er zu Elfenbein hin\u00fcber, der ihnen beim Essen zuschaut. <\/em>\u201eBekommen sie nichts zu essen?\u201c<em> fragt sie. Er l\u00e4chelt: <\/em>\u201eSie bekommen sp\u00e4ter etwas.\u201c<\/p>\n<p><em>Er berichtet ihr anschlie\u00dfend auf Ihre Frage von seiner eigenen Geschichte:<\/em><\/p>\n<p><em>Der Geschichte eines Nivesen, der in der Armee von Darpatien zum Kr\u00fcppel wurde. Er wandte sich einst von Rondra ab und Firun zu, der ihn auf eine harte Probe stellte. Er solle einen unm\u00f6glichen Kunstschuss vollbringen: Einen Pfeil, sollte er unter heftigen B\u00f6en in ein 200\u00a0Schritt entferntes Ziel schie\u00dfen. Lange habe er ge\u00fcbt. Er wurde ein nahezu perfekter Bogensch\u00fctze. Und doch vermochte er diese unm\u00f6gliche Aufgabe nicht zu erf\u00fcllen. Erz\u00fcrnt \u00fcber diese Unf\u00e4higkeit nahm Firun ihm sein Augenlicht, um ihn von der Last des Sehens zu befreien. Es erm\u00f6glichte ihm, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, auf das, was er f\u00fchlt, wenn er eins mit der Natur wurde.<\/em><\/p>\n<p><em>Garnan f\u00fchrt sie zu der Klippe des windumspielten Felsplateaus, auf der sein bescheidenes Heim stand und schoss einen, von Azina markierten Pfeil, zwischen die entfernten die B\u00e4ume. Sie liefen anschlie\u00dfend durch den Schnee nach unten, um den Pfeil zu holen. Und tats\u00e4chlich! Er steckte in der Mitte einer Zielscheibe. Ehrf\u00fcrchtig zieht Azina ihn heraus und dreht sich zu ihm um.<\/em><\/p>\n<p>\u201eWie habt ihr das geschafft?\u201c<em> Garnan l\u00e4chelt wissend.<\/em> \u201eIch kann dich lehren, wenn du es m\u00f6chtest. Unter drei Bedingungen: Du musst eine Pr\u00fcfung bestehen. Sie wird dich auf deine Tauglichkeit testen. Und du bleibst so lange bei mir, wie ich es f\u00fcr n\u00f6tig erachte. UND du nennst mich ab sofort \u201aMeister\u2018 \u2026 Bist du bereit?\u201c<\/p>\n<p>\u201eJa \u2026 Meister.\u201c<\/p>\n<p>______________________________<\/p>\n<p>Azinas Gedanken<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>hier gehts zum ersten Teil Was geschah Azina erwacht. Sie befindet sich in einer einfachen aber soliden Holzh\u00fctte. Alles deutet darauf hin, dass hier ein Anh\u00e4nger Firuns wohnt: Sie ist karg und zweckm\u00e4\u00dfig eingerichtet. Verschiedene ausgestopfte Tierk\u00f6pfe zieren die W\u00e4nde. Direkt \u00fcber ihrem Bett h\u00e4ngt der Kopf eines Braunb\u00e4ren. 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