{"id":5249,"date":"2014-02-28T08:51:41","date_gmt":"2014-02-28T07:51:41","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=5249"},"modified":"2014-02-28T08:55:52","modified_gmt":"2014-02-28T07:55:52","slug":"die-schlacht-an-der-trollpforte-ein-dunkler-schatten-auf-der-vergangenheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=5249","title":{"rendered":"Die Schlacht an der Trollpforte \u2013 Ein dunkler Schatten auf der Vergangenheit"},"content":{"rendered":"<p>&#8212; Grombasch &#8212;<\/p>\n<p>Als er\u00a0so in der Mitte einer H\u00f6hle im Roten Riesen steht, seine Arme kampfbereit erhoben, bereit jedwede Bedrohung zu zerschmettern &#8211; w\u00e4hrend die Dunkelheit immer st\u00e4rkere Kreise um ihn zieht, sich verdichtet und nichts als schwarze Leere zur\u00fcckl\u00e4sst, die selbst er mit seinen Augen nicht durchdringen kann &#8211; schweifen seine Gedanken zur\u00fcck an jenem schicksalshaften Tag vor nunmehr f\u00fcnf G\u00f6tterl\u00e4ufen im Jahre 1021 n. BF.<\/p>\n<p><em>Das schwarze Blut tropft von seinem angroschgeweihten Hammer. Eine sch\u00f6ne Waffe, wie er immer wieder feststellen muss. Sie funkelt in der Sonne, selbst wenn das schwarze \u00d6l daran herunterrinnt, unf\u00e4hig an dem Glanz zu haften. Echte Zwergenarbeit aus alter Zeit, handgeschmiedet in den geheimen Hoch\u00f6fen des Amboss &#8211; seiner Heimat. Weit scheint sie entfernt und doch verteidigt er sie. Hier auf den verheerten Feldern eines gebeutelten Darpatiens. Seine Einheit r\u00fcckt den Horden aus den schwarzen Landen an seiner S\u00fcdflanke nahe der Trollpforte zu Leibe, wo sich einzelne Verb\u00e4nde der widerw\u00e4rtigsten Kreaturen aus dem Marsch l\u00f6sen, um die umliegenden Geh\u00f6fte zu pl\u00fcndern. Wieder und wieder f\u00e4hrt der Hammer seines Heerf\u00fchrers auf die Kreaturen nieder. Zersplitterte Sch\u00e4del, zerrissene R\u00fcstungen, nichts kann seiner unendlichen Wut wiederstehen.<\/em><\/p>\n<p><em>Gerade eben noch nahm er den kostbaren Hammer aus den erschlafften H\u00e4nden seines Anf\u00fchrers. Jener reichte ihn, am Boden liegend und mit glasigen Augen, an den n\u00e4chstbesten Angroschim weiter, ehe sein Lebenslicht erlischt, in der Hoffnung, dass dieser sein Werk fortf\u00fchren m\u00f6ge. Grombasch war der erste. Grombasch war zur Stelle als er fiel. &#8211; V\u00e4terchen m\u00f6ge ihn in seinen hohen Hallen willkommen hei\u00dfen. Er starb f\u00fcr sein Werk. So wie es sein soll. &#8211; Der Sohn Dramoschs erhob sich grimmig. Den Hammer hoch erhoben schrie er seine Wut in die flache Ebene hinaus, ehe er mit brutaler Gewalt inmitten der feindlichen Horde wie von Sinnen um sich schlug.<\/em><\/p>\n<p><em>Er w\u00fctete noch als ihre Feinde bereits geschlagen waren. Seine Kameraden wichen vor ihm zur\u00fcck. Kaum kam er ein wenig zur Ruhe, erblickten seine getr\u00fcben Augen in der Ferne eine weitere kleine Gruppe Gegner. Kurzerhand spurtete er los, um sie zu stellen. Die Rufe seiner Gef\u00e4hrten drangen nicht in sein Gehirn vor. Er merkte auch nicht, wie sie fluchend hinter ihm her spurteten. Er rasselte in die Gruppe feindlicher S\u00f6ldner hinein und erschlug sie alle. Seine Mitstreiter jedoch wurden abgefangen und umzingelt. Sie konnten sich nur m\u00fchevoll gegen eine \u00dcbermacht verteidigen.<\/em><\/p>\n<p><em>Als seine \u00fcberraschten Feinde tot am Boden lagen und er sich schwer atmend umschaut, sieht er das Grauenhafte: Seine Br\u00fcder. Umzingelt vom Feind. Weit von ihrer Stellung entfernt. Seine Augen weiteten sich vor Angst. Seine Br\u00fcder. Er kannte jeden von ihnen. Hatte mit jeden einzelnen auf ihren gemeinsamen Vater gesoffen.<\/em><\/p>\n<p><em>Hastig blickte er sich um. Weiter vorne entdeckte er eine Gruppe darpatischer K\u00e4mpfer. Er rannte auf sie zu und schrie sich die Seele aus dem Leib. Seinen Fingerzeig in Richtung seiner Gef\u00e4hrten folgend, setzte sich die Gruppe in Bewegung. Grombasch machte kehrt und st\u00fcrmte br\u00fcllend auf das Gefecht zu. Mit der Urgewalt eines Schmiedehammers prallte der Ambosszwerg in die Reihen der Gegner. Noch nie hat er so heftig und verbissen gek\u00e4mpft. Er machte sich nicht die M\u00fche seine Gegner endg\u00fcltig zu erschlagen. Er wollte nur eine Breche rei\u00dfen, um zu seinen Br\u00fcdern zu gelangen. Hinter ihm r\u00fcckten die menschlichen Verb\u00fcndeten heran. Gemeinsam schlugen sie die Front nieder.<\/em><\/p>\n<p><em>Als der Staub sich legte fiel Grombasch auf alle viere. Der Hammer lag neben ihm im Dreck. \u201eEs tut mir so leid.\u201c stammelte er. \u201eSo leid.\u201c Und zum ersten und vorerst letzten Mal gab er sich seinen Tr\u00e4nen hin, als ihm gewahr wurde, dass nicht jeder seiner Br\u00fcder \u00fcberlebt hatte. Der Hammer wurde von einem kr\u00e4ftigen Arm aufgehoben. Eine Hand legte sich kurz auf seine Schulter. Als die Ber\u00fchrung endete, blickte er auf und sah, dass sein Trupp wieder an seiner urspr\u00fcnglichen Position Stellung bezog. Grombasch blieb zur\u00fcck und schaute seinen Leuten nach.<\/em><\/p>\n<p><em>Die K\u00e4mpfe um sie herum waren zum Erliegen gekommen. Ein junger Knappe trat zu ihm heran. Er hatte die Situation sofort erfasst. Und als Grombasch sich erhob, jedoch keine Anstalten machte, seinen Kameraden zu folgen, schlug er ihm vor, er solle, wenn er es denn w\u00fcnsche auf das Lehen seiner Familie kommen. Es g\u00e4be dort einen Platz f\u00fcr ihn.<\/em><\/p>\n<p><em>Als die K\u00e4mpfe endlich ein Ende fanden, wandte er sich gen Rahja. Auf Hochstieg bekam er eine einfache Anstellung beim Milit\u00e4r der Burg und fristete sein weiteres Dasein im Exil. Der Junker hatte unterdessen seine eigenen Sorgen und k\u00fcmmerte sich wenig um den gefallenen Angroschim. Dennoch war er ihm dankbar, dass er half seine Br\u00fcder zu retten und ihm eine zweite Chance, ein zweites Leben gab. Und vielleicht, vielleicht heilt die Zeit tats\u00e4chlich alle Wunden und er wird eines Tages endlich wieder in den Amboss zur\u00fcckkehren, vielleicht.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8212; Grombasch &#8212; Als er\u00a0so in der Mitte einer H\u00f6hle im Roten Riesen steht, seine Arme kampfbereit erhoben, bereit jedwede Bedrohung zu zerschmettern &#8211; w\u00e4hrend die Dunkelheit immer st\u00e4rkere Kreise um ihn zieht, sich verdichtet und nichts als schwarze Leere zur\u00fcckl\u00e4sst, die selbst er mit seinen Augen nicht durchdringen kann &#8211; schweifen seine Gedanken zur\u00fcck &hellip; <a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=5249\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eDie Schlacht an der Trollpforte \u2013 Ein dunkler Schatten auf der Vergangenheit\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4,6],"tags":[48],"class_list":["post-5249","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gruppe-teehaus","category-azina","tag-schicksalspfade"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5249","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5249"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5249\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5252,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5249\/revisions\/5252"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5249"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5249"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5249"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}