{"id":4990,"date":"2013-12-26T08:27:11","date_gmt":"2013-12-26T07:27:11","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4990"},"modified":"2013-12-30T10:45:02","modified_gmt":"2013-12-30T09:45:02","slug":"briefe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/briefe\/","title":{"rendered":"Briefe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333333; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Nachmittag des 2. Tsa 1029 B.F., Gasthof &#8222;Zur Fetten Flunder&#8220;, Nostria-Stadt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"> Im sp\u00e4rlich eingerichteten Zimmer, in dem Ludevico nun neben Firl auch noch eine weitere Person beherbergte, brannte eine flackernde Kerze auf dem Tisch. Daran, mit dem Ellenbogen auf dem Tisch und mit der Hand die Stirn st\u00fctzend, sa\u00df der Spross des Handelshauses Eichauer und atmete schwer. Trotz der Fensterl\u00e4den war es in dem Raum merklich frisch und sein Atem bildete leichte Dampfschwaden. Vor ihm auf dem dilettantisch zusammengezimmerten Holztisch &#8211; w\u00fcrde er darauf achten, w\u00e4re seinem fachm\u00e4nnischen Auge aufgefallen, dass es sich um Rotfichtenholz handelte, das haupts\u00e4chlich in den W\u00e4ldern Andergasts vorkam, doch seine Gedanken waren gerade woanders, lagen s\u00e4uberlich einige Bl\u00e4tter Pergament, ein Tintenfass in dem ein G\u00e4nsekiel steckte und eine zusammengerollte Schriftrolle, an der ein aufgerissenes Siegel prangte. Er atmete tief ein und schaute noch einmal \u00fcber die Schulter. In dem kleinen Raum war ein kleines, verlassenes Bett, sowie ein zweites, in dem Firl seelenruhig schlief und auf dem Boden waren einige Felle ausgebreitet, in denen sich der ihm erst k\u00fcrzlich bekannte Nordmann Ragnar etwas unruhig w\u00e4lzte.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #333333; font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>So, nun habe ich etwas Ruhe, um mich um die etwas wichtigeren Dinge zu k\u00fcmmern<\/em>, dachte er bei sich. Er sog noch einmal die frische Winterluft ein, nahm den G\u00e4nsekiel, streifte ihn vorsichtig am Tintenfass ab und begann zu schreiben.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Eure K\u00f6nigliche Majest\u00e4t,<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>mein Name ist Ludevico \u00a0Graulunkh Llondrian\u00a0Eichauer, meines Zeichens erstgeborener Sohn von Ulrik Eichauer, Familienoberhaupt des bekannten Gro\u00dfhandelshauses Eichauer aus Andergast. Ich schreibe Euch diese Zeilen, da ich einige Zeit mit einer Euch bekannten Edlen zu Reisen die Freude hatte, die jedoch nur von allzu kurzer Dauer war. Des weiteren erlaube ich mir, zu denken, dass Ihr ein Recht habt, zu erfahren, aus welchem Grunde ich nun nicht mehr seine Gesellschaft genie\u00dfen darf. Der besagte Edle, von dem ich hier schreibe, hat den wohlklingenden Namen\u00a0Bermhoin G. R. Ui Niamad, Hofmaler Eurer K\u00f6niglichen Majest\u00e4t. Im Zuge einer gro\u00df angelegten Verschw\u00f6rung in Winhall, die wir aufzudecken bereit waren, hatte er uns gro\u00dfz\u00fcgig seine Hilfe, Unterst\u00fctzung und seinen tadellosen Ruf und Fachkenntnis der albernischen Juristerei zur Seite gestellt. Doch als er gerade im Magistrat zu Winhall mit der zust\u00e4ndigen Richterin im Gespr\u00e4ch war, konnte ich leider nur vom Boden durch ein Fenster mitbekommen, wie er &#8211; bei PRAios! &#8211; ein Adliger des albernischen K\u00f6nigshauses, im Magistrat der Stadt von einem einfachen B\u00fcttel kaltbl\u00fctig ermordet wurde. Ich h\u00e4tte gern diesen Vorfall pers\u00f6nlich untersucht und die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen, doch waren offenbar zu hochrangige Personen in den Vorfall verwickelt, sodass mir &#8211; um mein Leib und Leben zu wahren und Euch diese Zeilen zukommen zu lassen &#8211; nichts blieb, als Hals \u00fcber Kopf aus dieser Stadt zu fliehen. Ich m\u00f6chte Euch hiermit mein tiefstes Beileid ob dieses Verlustes ausdr\u00fccken und Euch untert\u00e4nigst um Unterst\u00fctzung in der Aufkl\u00e4rung dieses Falles bitten. Bis dato trugen wir die Mitverschw\u00f6rer so zusammen:<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Hochw\u00fcrden Nerzis, Vorsteher des Winhaller Borontempels,<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Lichtbringerin Dano Kurstan, die sich bereits selbst richtete,<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Richterin Bernhold, die sich offenbar im Zimmer befand, in dem Euer geliebter Hofmaler gemeuchelt wurde.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>F\u00fcr all diese Anschuldigungen befinden sich Beweismittel in meinem Besitz und ich schw\u00f6re bei den zw\u00f6lfen, allen voran beim Herre PRAios, dass alles so geschehen ist, wie hier darniedergeschrieben.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Die Habe von ihm und seinem Leibmagus werde ich Euch in den n\u00e4chsten Tagen zukommen lassen.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Hochachtungsvoll<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Ludevico G.L. Eichauer<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Nostria, den zweiten TSA eintausendneunundzwanzig nach dem Falle Bosparans, Gasthof &#8222;Zur Fetten Flunder&#8220;<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Auf der R\u00fcckseite vermerkte er noch &#8222;<em>Zu H\u00e4nden Ihrer K\u00f6niglichen Majest\u00e4t\u00a0Invher ni Bennain, Havena, Hauptstadt des stolzen K\u00f6nigreichs von Albernia<\/em>&#8222;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Er wartete kurz, bis die letzten Buchstaben getrocknet waren, dann rollte er das Pergament zusammen, band eine rote Kordel darum und packte raschelnd ein rotes St\u00fcck Wachs aus einem Tuch, dass er sodann \u00fcber die Kerze hielt. Den Wachs tropfte er geduldig auf die Kordel und das Pergament und dr\u00fcckte bis es fest wurde, seinen Siegelring darauf.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>So, eine unangenehme Aufgabe hinter mir, eine steht noch aus.<\/em> Dabei wurde es ihm im Gem\u00fcte schwer, denn so sehr er bisher versuchte, die Ereignisse der letzten Wochen zu vergessen, so sehr dr\u00e4ngten sie nun wieder an die Oberfl\u00e4che. Nie zuvor hatte er Menschen, die ihm so nahe standen, in so kurzer Zeit zu Boron gehen sehen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Er nahm daraufhin ein zweites Blatt Pergament und schrieb.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Liebe M\u00fctter, V\u00e4ter, Br\u00fcder und Schwestern sowie Freunde von Mara Tannhaus,<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Mein Name ist Ludevico Eichauer vom Handelshaus Eichauer aus Andergast und ich hatte die Ehre, eure stolze, hilfsbereite und entschlossene sowie \u00fcberaus f\u00e4hige Tochter, Schwester, Freundin als meine Begleiterin auf meiner Reise zu haben. Sie hat sich r\u00fchrend um alle auch noch so kleinen Wehwehchen gek\u00fcmmert und h\u00e4tte sicher eine f\u00e4hige Heilerin abgegeben. H\u00e4tte, da sie, als wir einst in der Wildnis zwischen dem Hof der Bargelters im S\u00fcden Andergasts und Winhall rasteten, sich sch\u00fctzend vor mich stellte, als ich wehrlos von einer Gruppe Rotpelze angegriffen wurde. Mein f\u00e4higer Leibw\u00e4chter war gerade einen Steinwurf entfernt am Fluss, um Wasser zu holen. Sie konnte gerade noch einen Rotpelz mit ihrem Heilerbesteck niederstrecken, als sie t\u00f6dlich und hinterr\u00fccks von einem Pfeil getroffen wurde. Mein Leibw\u00e4chter eilte so schnell er konnte, um die restlichen Rotpelze zu erschlagen, doch f\u00fcr Mara kam leider jede Hilfe zu sp\u00e4t. Ihr Verlust schmerzt mich sehr, da sie nicht nur durch ihre Fachkenntnis, sondern auch durch ihre offene und ehrliche Art eine Bereicherung f\u00fcr meine Reisegesellschaft war. Ihr Lachen wird mir f\u00fcr immer im Ged\u00e4chtnis bleiben. Ich w\u00e4re gern pers\u00f6nlich vorbeigekommen, um die traurige Kunde zu verbreiten, doch meine Gesch\u00e4fte binden mich. Zumindest haben wir ihr ein borongef\u00e4lliges Begr\u00e4bnis erm\u00f6glicht. Ich werde euch alsbald ihr Hab und Gut zukommen lassen.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Mein herzliches Beileid<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Ludevico Eichauer<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>2. TSA 1883. Jahr der Unabh\u00e4ngigkeit\u00a0<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Und auch hier schrieb er auf die R\u00fcckseite &#8222;<em>Zu H\u00e4nden der Angeh\u00f6rigen von Mara Tannhaus, Joborn<\/em>&#8220; und versiegelte diesen Brief ebenso wie den vorherigen mit Wachs und Siegel. Diese Version schien ihm besser zu passen als die Wahrheit. Er wollte vermeiden, dass einfache b\u00fcrgerliche Uneingeweihte den Vorg\u00e4ngen in Winhall nachforschten. Au\u00dferdem erscheint solch ein Tod, wenn sicher auch genauso traurig f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen, bestimmt ehrenhafter, als der einer Freien, die ihre Nase in Angelegenheiten steckte, die zu gro\u00df f\u00fcr sie waren, und deswegen in einem Kerker umkam. Sobald er auf einen Hauch von Zivilisation st\u00f6\u00dft, w\u00fcrde er die Briefe bei den Beilunker Reitern oder \u00e4hnlich verl\u00e4sslichen Botendiensten abgeben. Er schaute sich die Kerze an. Sie war fast abgebrannt, doch eine halbe Stunde blieb ihm wohl noch. Er w\u00fcrde sich noch einmal den Brief seines Vaters zu Gem\u00fcte f\u00fchren. Zun\u00e4chst aber verstaute er die beiden Briefe in einem gewachsten Leinensack, den er dann in seinen Rucksack steckte. Ragnar lag nun ruhig da, schnarchte nur ab und zu. Daf\u00fcr bewegte sich Firl sehr unruhig. Offenbar tr\u00e4umte er gerade. Der H\u00e4ndler schloss die Augen und atmete noch einmal tief durch. Dann nahm er das zusammengerollte Pergament mit dem gebrochenen Siegel und las noch einmal den Brief, den der Z\u00f6llner ihm von seinem Vater hat zukommen lassen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Mein geliebter Sohn! <\/em>&#8211; wann hatte er ihn zuletzt so genannt? er konnte sich nicht daran erinnern&#8230; &#8211;<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Ich habe eine frohe Kunde zu verbreiten! Deiner Mutter geht es zwar immernoch nicht besser, und die Heiler meinen, ihr Zustand w\u00fcrde sich nicht allzu bald ver\u00e4ndern. Darum habe ich beim hiesigen Traviapriester eine Annullierung unserer Ehe veranlasst. Die Bediensteten k\u00fcmmern sich momentan um sie, ihr Zustand ist stabil. Nun zur wirklichen frohen Kunde: Arkenon Dalibor, das Familienoberhaupt unserer einstigen Konkurrenten, der Dalibors, ist zu Boron gegangen. Das ist nat\u00fcrlich traurig, doch wo der Herr Boron Vergehen s\u00e4t, sprie\u00dfen Tsas Keime aus, nicht wahr? <\/em>-Bei PHEx, er schreibt wahrhaftig wie ein Bauer, der gerade erst das Schreiben gelernt hat &#8211;\u00a0<em>Also kam doch wie ein angeschossener Hund die Witwe Dalibor zu mir, und ich muss dir sagen, es war wie damals, als ich deine Mutter kennen gelernt habe. &#8211;<\/em>Ja, das klingt vertraut. \u00dcberschnelle, hastige Entscheidung, ohne nachzudenken.<em> &#8211; Sie meinte, es tue ihr leid, dass unsere Handelsh\u00e4user immer so verfeindet waren und sie h\u00e4tte schon immer f\u00fcr mich geschw\u00e4rmt, doch ihre traviatischen Pflichten banden sie. Sie hat mir eine Fusion unserer Handelsh\u00e4user und eine Heirat vorgeschlagen, was sagst du dazu? Ich habe sofort eingewilligt und gleich am n\u00e4chsten Tag den Traviabund veranlasst. Das Handelshaus Dalibor gibt es nun nicht mehr. Au\u00dferdem f\u00fchle ich mich so jung wie schon lange nicht mehr!\u00a0<\/em><em>Es tue ihr auch leid, mir \u00fcbrigens inzwischen auch, dass sie dem Gl\u00fcck zwischen dir und dieser Lysandra im Weg stand. Darum haben wir beide entschlossen, dass ihr noch dieses Jahr den Traviabund eingehen werdet, Lysandra freut sich auch darauf. Damit k\u00f6nnen wir die beiden Familien noch enger zusammen bringen und du wolltest das doch schon immer, nicht wahr? &#8211;<\/em>Ja, inzwischen so sehr wie Zorganpocken. Diese Schlampe.<em> &#8211; Wie auch immer. Zu dem Zeitpunkt, in dem du diese Zeilen liest, befinde ich mich schon auf der Gischt und fahre mit der Holzlieferung gen PraioS. Ich denke, du solltest nun mehr Zeit mit deiner zuk\u00fcnftigen Frau verbringen, ich f\u00fchle mich wieder in der Lage, die Gesch\u00e4fte allein zu erledigen. Deine Zeit wird sicher sp\u00e4ter kommen, doch vorerst gilt es, eine Hochzeit zu organisieren. Du kannst also guten Gewissens nach Andergast zur\u00fcckkehren und mich dort f\u00fcr die anfallenden Gesch\u00e4fte vertreten sowie die Fusion der Handelsh\u00e4user abwickeln. Elise, deine neue Mutter, begleitet mich auf meiner Reise in den S\u00fcden. Somit hast du genug Zeit allein mit deiner Verlobten. Sie hat ebenso wie du die n\u00f6tigen Befugnisse von ihrer Mutter erhalten.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Famili\u00e4re Gr\u00fc\u00dfe<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\"><em>Ulrik Eichauer<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">In ihm war alle Trauer verschwunden und hatte nun Wut Platz gemacht. Pah, die hiesigen Gesch\u00e4fte wickelte er schon seit Jahren ab. Die g\u00fcnstig eingekaufte Holzlieferung aus Anderwald war sein h\u00e4ndlerisches Meisterwerk, und nun sollte sein Vater daf\u00fcr die Lorbeeren einheimsen? Endlich hatte er die Gelegenheit, die wahrhaft gro\u00dfen Gesch\u00e4fte und Handelspartner kennen zu lernen und in die eigene Hand zu nehmen und nun das? Bei PHEx, wie er es hasste, wenn die Dinge aus dem Ruder laufen und nicht so, wie er es geplant hatte. Vor allem, wenn er darauf keinen Einfluss hatte. Und nun sollte er ausgerechnet diese Hure heiraten, die ihn so hinterging? Sein Vater hatte nicht einmal den Schneid, es ihm direkt ins Gesicht zu sagen, sondern schien es dar\u00fcberhinaus so eilig zu haben, dass er ihm nur einen Brief dalie\u00df. Niemals in seinem Leben wurde er so gedem\u00fctigt. <em>Oh PHEx, warum musst du mich so strafen?<\/em> dachte er bei sich. Zumindest hatte er nun genug Zeit, sich um die Angelegenheiten in Nostria zu k\u00fcmmern. Allzusehr zog es ihn nun nicht nach Hause zur\u00fcck. Doch sollte sein Vater in einem oder zwei Monden zur\u00fcckkehren, so konnte er sich auf etwas gefasst machen, soviel war sicher.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">Den Brief kn\u00fcllte er lieblos zusammen und stopfte ihn in den Rucksack. Sie hatten noch eine Menge vor. Er sollte sich nun auch langsam zu Bett begeben. In dem Augenblick erl\u00f6schte die Kerze und \u00a0kleine Rauchf\u00e4dchen schl\u00e4ngelten sich vom Docht empor. Der H\u00e4ndler machte sich bettfertig und kuschelte sich in die Decken. Er lag noch eine ganze Weile wach, denn seine Gedanken kreisten um den Brief seines Vaters, und seine M\u00f6glichkeiten, den Pl\u00e4nen ebendiesem entgegen zu wirken. Irgendwann fand er dann aber doch den Weg in Borons Arme und schlief friedlich ein.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: arial, helvetica, sans-serif;\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachmittag des 2. Tsa 1029 B.F., Gasthof &#8222;Zur Fetten Flunder&#8220;, Nostria-Stadt Im sp\u00e4rlich eingerichteten Zimmer, in dem Ludevico nun neben Firl auch noch eine weitere Person beherbergte, brannte eine flackernde Kerze auf dem Tisch. 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