{"id":4957,"date":"2013-12-20T14:39:30","date_gmt":"2013-12-20T13:39:30","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4957"},"modified":"2013-12-20T15:35:44","modified_gmt":"2013-12-20T14:35:44","slug":"eine-andere-geschichte-teil-iii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4957","title":{"rendered":"Eine andere Geschichte &#8211; Teil III"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/weie-und-feuer-winter-18449223.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4958\" style=\"border: 5px solid black;\" alt=\"weie-und-feuer-winter-18449223\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/weie-und-feuer-winter-18449223-300x211.jpg\" width=\"300\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/weie-und-feuer-winter-18449223-300x211.jpg 300w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/weie-und-feuer-winter-18449223.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><\/a>Es war bereits sp\u00e4t am Abend, die Praiosscheibe hatte sich bereits hinter den Bergen zur Ruhe begeben und war nur noch ein schwaches Glimmen am Horizont. In einer tief verschneiten Talsohle, zwischen zahlreichen mit Firuns Atem bedeckten Fichten und Tannen, stapften zwei in dicke Felle geh\u00fcllte M\u00e4nner durch das Eis. Immer wieder fegte eine schneidender Wind durch ihre Gew\u00e4nder, doch nur einer der beiden war dies gewohnter als der andere und lie\u00df sich daher sein Unbehagen nicht anmerken. <i>&#8222;Was meint wie lange wir noch brauchen?&#8220;<\/i> rief der hintere dem vorderen zu. Begleitet vom knirschen des Schnees, der der durch jeden Schritt den die zwei taten verursacht wurde, antwortete der andere: <em>&#8222;N\u00f6ch v\u00f6rm Friskenmond.&#8220;<\/em>. Es war \u00c1rngrimr Brydason, der Huscarl M\u04d5dnirs, und hinter ihm lief ein drahtiger Mann der auf den Namen Igan Bodiak h\u00f6rte. Die beiden M\u00e4nner hatten inzwischen zwei Wochen zusammen verbracht und waren die letzten Tage in den Bergen nahe des Roten Riesen gewesen. <i>&#8222;Was habt ihr vor &#8230;. wenn wir wieder in der Stadt sind &#8230; meint ihr wirklich &#8230;\u00a0 der Vogt &#8230; wird sich eures Problems annehmen?&#8220;<\/i> Igan viel es schwer seinen Satz fl\u00fcssig auszusprechen, er war mit seinen Kr\u00e4ften schon fast am Ende und bei jedem Schritt den er tat sp\u00fcrte er ein unertr\u00e4gliches ziehen in seinen Gliedern. Die anhaltende K\u00e4lte forderte allm\u00e4hlich ihren Tribut von ihm. <i>&#8222;Er w\u00f6rd uns Geh\u00f6r sch\u00e4nken.&#8220; <\/i>antwortete der Thorwaler mit sicherer Stimme. <i>&#8222;Wi\u00e4 h\u00e4b&#8217;n etw\u00e4s das s\u00e4ne Aufmerks\u00e4mkeet sich\u00e4rn w\u00fcrd.&#8220; <\/i>Der Huscarl klopfte dabei auf seine Umh\u00e4ngetasche mit der starken Ausbeulung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gemeinsam gingen die zwei M\u00e4nner weiter. W\u00e4hrend Igan mit M\u00fche versuchte in die Fu\u00dfstapfen des Nordmanns zu gehen, lie\u00df sich \u00c1rngimr von der widrigen Umst\u00e4nden der Witterung nicht beirren. Stetig voran, ohne auch nur einen Gedanken an eine Rast zu verschwenden lief er unerm\u00fcdlich weiter und weiter. Es war der Mittell\u00e4nder der ihm stets dazu aufforderte doch eine kurze Rast einzulegen. Und kaum hatten sich die beiden M\u00e4nner eine Stelle gesucht an der sie kurz halt machen konnten, war der Blick des Nordmanns schon wieder in die Richtung gewandt in die es weiter ging. W\u00e4hrend Igan sich m\u00fchte einen Tropfen Wasser aus einem Wasserschlauch zu entlocken, kaute der treue Huscarl nur auf einem St\u00fcck Trockenfleisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>&#8222;Meint ihr nicht &#8230; es w\u00e4re an der Zeit &#8230; eine Lagerstatt zu errichten.&#8220;<\/i> Igan klang dabei fast schon klagend. \u00c1rngrimr knurrte leise. Er wusste inzwischen um die verminderte Widerstandskraft seines Begleiters und war nicht sehr begeistert dar\u00fcber wie oft er ihn aufhielt. Igan war, das musste man hier mal kurz anmerken, keineswegs von schlechter Konstitution oder St\u00e4rke, doch im Vergleich zu einem gut ausgebildeten und erfahrenen Huscarl der es gewohnt war durch Eis und Schnee zu stiefeln war der mittell\u00e4ndische Schwertgeselle wie ein Fisch auf dem trockenen &#8211; schlichtweg nicht von langer Lebensdauer. \u00c1rngrimr musste immer wieder daran denken, dass er ohne seinen Begleiter wohl schneller vorrankommen w\u00e4re. Doch dieser seltsame Mittell\u00e4nder war ihm hier &#8211; weit weg von seiner Heimat &#8211; so etwas \u00e4hnliches wie ein Verb\u00fcndeter geworden. Und da sich der Huscarl gewiss war das er keine Zeit, und ganz sicher auch keine Lust sich einen anderen zu suchen, nahm er geduldig R\u00fccksicht auf seinen Begleiter. \u00c1rngrims blieb stehen und sah sich einen kurzen Moment um. <i>&#8222;Dort hinten.&#8220;<\/i> rief er gelassen, jedoch leicht murrend und deutete auf eine kleine Felsformation die aus dem Schnee herausragte. Sie sollte den beiden M\u00e4nnern und ihrem Zelt f\u00fcr diese Nacht gen\u00fcgend Schutz vor Wind und Wetter bieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einer knappen halben Stunde war das einfache Zelt, welches \u00c1rngrimr auf seinem R\u00fccken im Gep\u00e4ck bei sich trug, aufgebaut. Igan hatte derweil etwas Holz herangeschafft, Schnee beiseite geschippt und daf\u00fcr gesorgt das ein kleines Lagerfeuer entfacht wurde. Derweil hatte die Dunkelheit am Fu\u00dfe des Roten Riesen, dem gr\u00f6\u00dften Massiv des Junkernguts, Einzug gehalten. W\u00e4hrend die beiden M\u00e4nner die wohltuende W\u00e4rme des Lagerfeuers f\u00f6rmlich einsogen, kramte der Nordmann in seiner Umh\u00e4ngetasche und holte ein Feldsteingro\u00dfes, pelziges Etwas hervor. Igan blickte f\u00fcr einen kurzen Moment angewidert hin und sofort blieb ihm ein St\u00fcck K\u00e4se im Halse stecken. \u00c1rngrimr wog den &#8222;Corpus delicti&#8220; in seiner Hand umher. <em>&#8222;Lebendig war es schon erschreckend genug, doch auch tot finde ich es noch immer mehr als &#8230; gruselig.&#8220;<\/em> hustete Igan und w\u00fcrgte dabei das St\u00fcck K\u00e4se hervor. Ihm sch\u00fcttelte der Anblick, doch dem Huscarl schien es nichts auszumachen. Er starrte es an als w\u00fcrde darin das Geheimnis f\u00fcr das Verschwinden seines Thanen liegen. <em>&#8222;Si\u00e4 w\u00e4n zu schw\u00e4ch &#8211; m\u00e4n Thane h\u00e4tte sie ohn\u00e4 Probl\u00f6m\u00e4 \u00e4&#8217;schlag\u00e4n.&#8220;<\/em> Igan blinzelte, manchmal hatte er M\u00fche die Worte seines Begleiters zu verstehen. <em>&#8222;Euer Thane hat den Roten Pass genommen, so viel wissen wir &#8230; und wir wissen auch, dass &#8230; &#8222;<\/em> und Igan deutete dabei auf das pelzige etwas in \u00c1rngrimrs H\u00e4nden. <em>&#8220; &#8230; diese Dinger dort hausen. In Hochstieg werden wir Verst\u00e4rkung besorgen &#8230; und dann hierher zur\u00fcckkehren. Nur wir wissen wo es reingeht, auch wir hatten es nur mit Gl\u00fcck gefunden.&#8220;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war bereits sp\u00e4t am Abend, die Praiosscheibe hatte sich bereits hinter den Bergen zur Ruhe begeben und war nur noch ein schwaches Glimmen am Horizont. 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