{"id":4493,"date":"2013-09-23T07:49:17","date_gmt":"2013-09-23T05:49:17","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4493"},"modified":"2013-09-23T15:13:53","modified_gmt":"2013-09-23T13:13:53","slug":"auf-pilgerreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4493","title":{"rendered":"Auf Pilgerreise"},"content":{"rendered":"<p>Mit einem sollst du Recht behalten alter Mann.<\/p>\n<p><i>Schwer stapft sie in ihren neuen Stiefeln den schneebedeckten Hang hinauf. Der Pfad der Ifirn ist kaum zu erkennen.<\/i><\/p>\n<p>Die Sorgen und N\u00f6te der Menschen, dr\u00fccken gar sorgenschwer auf das Gem\u00fct. Sowohl auf ihr eigenes, als auch auf das ihrer Reisegef\u00e4hrten. Die Stimmung meiner Kameraden kann ich nur als jammernd empfinden. Zeigen sie tats\u00e4chlich Schw\u00e4che? Freveln sie so meinem Gott? Oft reiste ich mit ihnen durch die St\u00e4dte, oft besuchte ich Bibliotheken, Akademien, M\u00e4rkte, Garnisonen und n\u00e4chtigte in Gasth\u00e4usern. Ich bereiste fast ausschlie\u00dflich WEGE!! Zu FU\u00df, w\u00e4hrend sie ritten.<\/p>\n<p><i>Kopfsch\u00fcttelnd betrachtet sie die tr\u00e4umerisch verschneiten Berge der Efferdseite der Trollzacken. Oben angekommen f\u00e4llt ihr Blick auf den Schnee zu ihren F\u00fc\u00dfen am Rande des Steilhangs. Langsam geht sie in die Knie. Sie zieht ihre Handschuhe aus und l\u00e4sst sie achtlos fallen. Ehrf\u00fcrchtig gleitet sie mit ihren nackten Fingern durch Firuns Element. Tief atmet sie ein. Ihre Kameraden sehen sich nach ihr um, wie sie so dasitzt, ein wei\u00dfes buschiges Fell \u00fcber den R\u00fccken geworfen, kniend im reinen Schnee und voll Wonne, der Erde des Wintergottes nah.<\/i><\/p>\n<p>Und kaum geht es ein einziges Mal auf einem PILGERPFAD halbwegs durch die Wildnis, quengeln sie alle, wie kleine Kinder. Einzig Sieghelm und die beiden alten Herren sind Musterbeispiele an Enthusiasmus. Und Rondrian. Aber der ist eh stets auf seines Herren Seite. Alle anderen haben keinen Sinn f\u00fcr die Sch\u00f6nheit der Natur! Deren atemberaubendes Antlitz zu betrachten und zu zeichnen reicht nicht aus Jane. Man muss sie erleben, sp\u00fcren! So, wie ich es gerade and\u00e4chtig tue. Hm, Schnee. So kalt und so sch\u00f6n. Nur dann ist man der Natur nahe. Aber was n\u00fctzt es, wenn sie nicht einmal erkennen, worin der Sinn ihres Seins besteht. Im Einklang zu leben. Im Einklang zur Natur, im Einklang zu sich selbst und nat\u00fcrlich im Einklang mit seinen G\u00f6ttern.<\/p>\n<p><i>Sie richtet sich auf und sieht, wie ihre Kameraden im Schnee spielen. Und wendet sich grummelnd ab.<\/i><\/p>\n<p><i>Der Sturz des alten Ardo rei\u00dft sie aus ihren Gedanken. Rasch eilt sie herbei, um gemeinsam mit Kalkarib Sieghelm zu helfen, Jane und Traviahold hochzuhieven. Ardo und Traviahold verlieren den Halt zueinander und der alte Mann f\u00e4llt gen Tal. Nur ein elementarer Diener der Luft Nehazets verhindert seinen Aufschlag. Als der tapfere Rondrian an einem Seil hinabgelassen wird, steht die Tierb\u00e4ndigerin einige Schritt abseits auf einen Felsvorsprung und beobachtet mit erhabener Miene die Szenerie.<\/i><\/p>\n<p>Schon besser Leute.<\/p>\n<p><i>Am Abend gelangen sie in die Dorfruine Kohlenh\u00fcttens an einer Weggabelung am Ende des Ifirnpfades. Sieghelm versprach am Vortag eine \u201ctraviagef\u00e4llige Heimstadt\u201c, welche nun aus einem mit Brennholz best\u00fccktem Lagerplatz samt offen Kamin bestand.<\/i><\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, wor\u00fcber sich die anderen aufregen. Es ist eine angemessene Heimstadt. Leider verdirbt Nehazet das firunsche Erlebnis durch eine sehr traviagef\u00e4llige Geste. Sein erbetenes Dach verleiht der der Heimstadt tats\u00e4chlich ein wenig Glanz der Heiligen Mutter. Aber so richtig stolz und zufrieden scheint er nicht zu sein. Es d\u00fcngt mir, er hadert au\u00dferordentlich stark mit seinem Schicksal. Was mag ihm zugesto\u00dfen sein, als ich in Aranien war? Er beschwerte sich ja schon immer, dass er durch die Wildnis m\u00fcsste, aber so m\u00fcrrisch und \u00fcbellaunig kenne ich ihn gar nicht. Kann es sein, dass ihm die verwehrte Hochzeit doch sehr nahe geht? Doch was k\u00fcmmert es mich? Im Zweifel wird Travia h\u00f6chstpers\u00f6nlich daf\u00fcr Sorge tragen, dass ihr Auserw\u00e4hlter angemessen ist.<\/p>\n<p>Eine sch\u00f6ne Nacht hier drau\u00dfen. Ob diese Vettel Kohlenh\u00fctten tats\u00e4chlich existiert?<\/p>\n<p><i>Noch einmal atmet sie die frische Bergluft, vermischt mit einer Note Eintopf, ehe sie sich auf ihren Umhang bettet und f\u00fcr eine weitere Nacht in Borons Dom\u00e4ne tritt.<\/i><\/p>\n<p>______________________________<\/p>\n<div>\n<p>Azinas Gedanken<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit einem sollst du Recht behalten alter Mann. Schwer stapft sie in ihren neuen Stiefeln den schneebedeckten Hang hinauf. Der Pfad der Ifirn ist kaum zu erkennen. Die Sorgen und N\u00f6te der Menschen, dr\u00fccken gar sorgenschwer auf das Gem\u00fct. Sowohl auf ihr eigenes, als auch auf das ihrer Reisegef\u00e4hrten. 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