{"id":4338,"date":"2013-07-11T12:33:59","date_gmt":"2013-07-11T10:33:59","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4338"},"modified":"2013-12-20T13:20:12","modified_gmt":"2013-12-20T12:20:12","slug":"eine-andere-geschichte-teil-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4338","title":{"rendered":"Eine andere Geschichte &#8211; Teil II"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><i><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Viking_Warrior_by_severeene.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4339\" style=\"border: 5px solid black;\" alt=\"Maednir\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Viking_Warrior_by_severeene.jpg\" width=\"189\" height=\"248\" \/><\/a>&#8222;Was treibt zwei Nordm\u00e4nner an, das F\u00fcrstentum Darpatien zu bereisen?&#8220;<\/i> die belanglose Frage des Wirts war weniger aus echtem Interesse heraus, als vielmehr von dem Bed\u00fcrfnis ein freundlicher &#8211; und vor allem traviagef\u00e4lliger &#8211; Gastgeber zu sein gestellt worden. Zwei Thorwaler, geh\u00fcllt in zahlreichen, sich \u00fcberlappenden Schichten aus dicken Wollstoffen, wolligen verfilzten Tierfellen und wehrhaften &#8211; rau bearbeiteten &#8211; Plattenteilen sa\u00dfen sich an einem langen Holztisch gegen\u00fcber, an dessen Stirnende ein rundb\u00e4uchiger Wirt stand. Dem Wirt viel es schwer zu erkennen wo die lange Behaarung der zwei M\u00e4nner endete, und wo die Bekleidung begann, beinahe h\u00e4tte er die Stadtwache gerufen, als diese zwei &#8211; ganz nach Banditengesindel aussehenden &#8211; st\u00e4mmigen M\u00e4nner seine Wirtschaft betreten hatten. Ihre, ihrem Aussehen trotzendem, ruhige und gelassene Art &#8211; veranlasste ihn jedoch dazu sie als gut zahlende Kunden einzusch\u00e4tzen. Der Unterschied zwischen marodierenden R\u00e4ubern und gut zahlenden G\u00e4sten ist hin- und wieder kaum erkennbar. <em>&#8222;Wi\u00e4 s\u00f6nd \u00e4uf de&#8216; Weg zu \u00e4na Pilgar\u00e4ise, Herr Wirt.&#8220;<\/em> antwortete \u00c1rngrimr, der Huscarl des \u00e4lteren in seinem besten Garethi. Der Besitzer des Gasthofes musste sich ein schmunzeln verkneifen, als er die lustig klingende Mundart des breitschultrigen Mannes vernahm. <i>&#8222;Pilgerreise, ja? Na m\u00f6ge Aves euch begleiten, meine Herren &#8211; und Willkommen im stolzen Darpatien, dem arbeitsamen Bullen des Mittelreichs, falls euch noch niemand willkommen gehei\u00dfen hat. was darf es denn sein?&#8220; <\/i>Ein verging ein Moment, die zwei Thorwaler sahen sich lediglich gegenseitig an als ob sie in der lage waren mittels Kraft Ihrer Gedanken miteinander zu kommunizieren. <em>&#8222;Zw\u00e4 Vollbi\u00e4.&#8220;<\/em> war dann die blo\u00dfe Antwort des Huscarls. <i>&#8222;Kommt sofort.&#8220;<\/i> und mit diesen Worten verschwand der Wirt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es verstrich wieder etwas Zeit, M\u04d5dnir Hasgarsson fingerte Gedankenversunken an einem etwas mehr als Dukatengro\u00dfen, permuttfarbenen Amulett herum, welches er in seinen H\u00e4nden offen hin und her gleiten lie\u00df. Seine rauen Finger strichen dabei immer wieder \u00fcber das eingravierte Symbol, welches darauf zu sehen war. \u00c1rngrimr sah seinem Thanen dabei zu, schon seit mehreren N\u00e4chten spielt sein Herr mit diesem Ding herum, er hatte jedoch noch nicht die richtigen Worte gefunden ihn danach zu fragen. Im Thorwalschen Pantheon, war das Symbol, welches auf diesem Amulett zu sehen war, eine wesenlose elementare Gottheit des Meeres und Teil der Sch\u00f6pfungslehre. F\u00fcr \u00c1rngimrs war es also weder etwas unbekanntes, noch etwas frevelhaftes es bei sich zu tragen. M\u04d5dnir war, so wie \u00c1rngimr ein erfahrener Seemann, wieso sollte er also nicht das Symbol des Meeresgottes bei sich tragen? Dennoch &#8211; irgendwas war an diesem Ding, was \u00c1rngimr nicht gefiel. Er hatte dieses Amulett bis vor wenigen Sonnenaufg\u00e4ngen noch nie bei seinem Herrn gesehen &#8211; und er h\u00e4tte sich mit Sicherheit daran erinnert wenn er es auch irgendeinem Markt oder bei einem Kiepenkerl erworben h\u00e4tte. Immerhin war er M\u04d5dnirs erster Thinskari, und wich somit nie von dessen Seite &#8211; es sei denn er wollte es so. \u00c1rngimr dachte \u00fcber eine Verbindung nach, die dieses Amulett eventuell mit den immer weniger werdenden Gebeten zu Swafnir haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>&#8222;Stellt eure Frage, Huscarl.&#8220;<\/i> brummte es aus M\u04d5dnirs Bart pl\u00f6tzlich heraus. \u00c1rngimr z\u00f6gerte. Seine Ausbildung und sein Trygdar-Eider hinderten ihn daran seinem Thanen gegen\u00fcber neugierig zu sein. <i>&#8222;Verzeiht, mein Thane &#8211; ich sp\u00fcre wie mir Frenjara&#8217;s eisiger Atem bis ins Mark bl\u00e4st wenn ich euch mit eurem Amulett herumspielen sehe.&#8220;<\/i> Unter dem Bart des \u00e4lteren Thorwalers h\u00e4tte man ein kurzen l\u00e4cheln sehen k\u00f6nnen, wenn der Bart nicht so Dicht gewesen w\u00e4re. <i>&#8222;Ihr erw\u00e4hnt den eiskalten Wind der Weisheit, der von den Nivesenlanden her kommt und frostig \u00fcber das Meer der sieben Winde weht.&#8220; <\/i>antwortet M\u04d5dnir mit bedeutungsschwangerer Stimme. <i>&#8222;Ich beneide euch, \u00c1rngimr &#8211; ich w\u00fcnschte auch ich k\u00f6nnte ihn sp\u00fcren. Denn tr\u00fcge Frenjara die Weisheit mit sich nach der ich suche, dann w\u00e4re ich bereits am Ziel meiner Reise.&#8220; <\/i>Die kryptische Antwort seines Herrn verwirrte den Huscarl, nur leicht lie\u00df er den Kopf senken &#8211; kaum sichtbar &#8211; doch M\u04d5dnir wu\u00dfte die sparsame Gestik seines ergebenen und langj\u00e4hrigen Waffenbruders inzwischen gut zu deuten. <i>&#8222;Ich wei\u00df dass es unn\u00f6tig ist es zu erw\u00e4hnen, denn ihr seid nicht nur mein Huscarl, sondern auch mein erster Thinskari &#8211; und mein Freund.&#8220; <\/i>Und mit diesen Worten blickte M\u04d5dnir \u00c1rngrimr direkt in die Augen <i>&#8222;Du mu\u00dft mir vertrauen,\u00a0<\/i><i>\u00c1rngimr<\/i>! <em>Efferd hat zu mir gesprochen &#8211; zuerst dachte ich es w\u00e4re der W\u00e4chter \u00fcber Land und Meer, unser Herr \u00fcber Leben und Tod , der Herr Firun der zu mir sprach &#8211; doch es war Efferd, und er war mehr als nur eine wesenlose Gottheit, \u00c1rngrimr &#8211; ich wei\u00df das mag nach Hranngar&#8217;schem Gerede klingen in deinen Ohren, doch ich sage dir &#8211; so leibhaftig wie Swafnir in uns allen ist und wir ihn bei jeder Welle die gegen den Rumpf unserer Otta schl\u00e4gt sp\u00fcren, so leibhaftig hab ich Efferd gesp\u00fcrt, er ist hier &#8230; hier bei mir. Und er wacht \u00fcber mich.&#8220;<\/em> Mit diesen Worten krachten zwei \u00fcbersch\u00e4umende Bierhumpen auf den Tisch zwischen die beiden M\u00e4nner. <em>&#8222;Zwei Vollbier, wohl bekomms&#8216;!&#8220;<\/em> t\u00f6nt der Wirt und l\u00e4sst die zwei auch schon wieder alleine, ohne zu wissen dass er eben in ein eine Offenbarung hineingeplatzt war. <em>&#8222;Ah, endlich!&#8220;<\/em> platzt es auch M\u04d5dnir heraus, der sein Ansprache im Angesicht des Biers vergessen zu haben scheint und es sofort zu seiner trockenen Kehle f\u00fchrt. \u00c1rngrimr hingegen war fassungslos. Er musste sich dazu zwingen ebenfalls zu dem Bierhumpen zu greifen. Er traute seinen Ohren kaum, ich hatte mit vielem gerechnet, doch nicht damit. Andere w\u00e4ren jetzt vor Fassungslosigkeit von der Bank gefallen oder h\u00e4tten sich in einer Glaubensdiskussion ergossen, doch nicht \u00c1rngrimr &#8211; der treue Huscarl M\u04d5dnir Hasgarssons. Er w\u00fcrde nicht seinen Eid brechen, selbst wenn er seinem Herrn daf\u00fcr auf den Grund des Meeres folgen musste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die beiden Thorwaler nicht mitbekommen hatten, war ein weiterer Mann &#8211; ein Mittell\u00e4nder, der zwei Tische weiter sa\u00df. Er hatte langes, zu einem Topf gebundenes braunes Haar, einen gepflegten Oberlippenbart und ein wehrhafte und blankpolierte leichte Plattenr\u00fcstung sch\u00fctzte seinen agilen K\u00f6rper. Nur zuf\u00e4llig hatte er das Gespr\u00e4ch der beiden Thorwaler mitbekommen. Er konnte Thorwalsch, und da keine anderen G\u00e4ste anwesend waren, vernahm er das Gespr\u00e4ch der beiden Ausl\u00e4nder recht klar. Zuerst interessierte ihm das Gefasel der beiden nicht, doch irgendwann wurde er hellh\u00f6rig. Sp\u00e4testens beim Anblick des permuttfarbenen Amuletts gingen die Finger des jungen Schwertgesellen zu seinem Hals, an dessen Stelle einst etwas \u00e4hnliches baumelte. Ein Amulett aus Eisen, welches dort nun schon seit l\u00e4ngerem fehlte. <i>&#8222;Darf es f\u00fcr euch noch etwas sein, Herr Bodiak?&#8220;<\/i> wollte der Wirt wissen. <i>&#8222;F\u00fcr mich noch ein Bier, bitte &#8211; Herr Wirt &#8211; und noch zwei weitere f\u00fcr diese beiden Herren dort dr\u00fcben, ich bin in Stimmung zwei gesch\u00e4tzte Freunde des Waffenganges auf ein Bier einzuladen.&#8220; <\/i>antworte der Schwertgeselle mit l\u00e4chelnd freundlicher Miene.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Anm.d.Autors: Ich habe den Vornamen von &#8222;\u00c1arngrimr&#8220; in &#8222;\u00c1rngrimr&#8220; ge\u00e4ndert, es ist noch die selbe Person, nur diesmal ist die Schreibweise korrekter.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Was treibt zwei Nordm\u00e4nner an, das F\u00fcrstentum Darpatien zu bereisen?&#8220; die belanglose Frage des Wirts war weniger aus echtem Interesse heraus, als vielmehr von dem Bed\u00fcrfnis ein freundlicher &#8211; und vor allem traviagef\u00e4lliger &#8211; Gastgeber zu sein gestellt worden. Zwei Thorwaler, geh\u00fcllt in zahlreichen, sich \u00fcberlappenden Schichten aus dicken Wollstoffen, wolligen verfilzten Tierfellen und wehrhaften &hellip; <a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4338\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eEine andere Geschichte &#8211; Teil II\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[48],"class_list":["post-4338","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gruppe-teehaus","tag-schicksalspfade"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4338","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4338"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4338\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4955,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4338\/revisions\/4955"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4338"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4338"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4338"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}