{"id":4299,"date":"2013-07-06T14:43:34","date_gmt":"2013-07-06T12:43:34","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4299"},"modified":"2013-12-28T22:59:20","modified_gmt":"2013-12-28T21:59:20","slug":"den-blick-stets-nach-vorn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4299","title":{"rendered":"Den Blick stets nach vorn"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Spichbrecher-Wappen-Wei\u00df1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-1406\" alt=\"Spichbrecher-Wappen-Wei\u00df\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/Spichbrecher-Wappen-Wei\u00df1.png\" width=\"92\" height=\"109\" \/><\/a>Der Junker von Hochstieg sa\u00df auf einem alten Baumstamm und sah in das gro\u00dfe Festfeuer. Der Waffenknecht des Edelmannes sa\u00df bei ihm, zusammen mit dem Dackel Pagol der sich gro\u00dfer Beliebtheit unter den zahlreichen Hexen erfreute. Der rondrianische Streiter h\u00e4tte es niemals f\u00fcr m\u00f6glich gehalten irgendwann zwischen knapp zwei dutzend Hexen zu sitzen und eindem ihrer seltsamen und vorallem ung\u00f6ttlichen Rituale zuzusehen. Ansich sind die Hexen ja ganz friedlich &#8211; dachte er sich und versuchte \u00fcber die Lehren der Zw\u00f6lfg\u00f6ttlichen Kirche nachzudenken. Der Schamanismus, die Scharlatanerie und die Hexerei waren die Kinder die nicht mitspielen durften, w\u00e4hrend die zw\u00f6lf anderen lieber unter sich blieben und zu den anderen herabsahen als w\u00e4ren sie Kinder zweiter Klasse. Allm\u00e4hlich verstand Sieghelm weshalb die Zw\u00f6lfg\u00f6ttliche Kirche sie nicht mochte &#8211; sie waren emotionale und unkontrollierte Zauberer, die sich selbst nur wenigen bis gar keinen Regeln unterwarfen &#8211; gleich den wilden Tuzakern oder den barbarischen Ferkinas aus Mhanadistan. Derartige Gruppieren sind meist klein und leben in Abgeschiedenheit, was auch notwendig war, denn w\u00fcrden sie in die D\u00f6rfer und St\u00e4dte gehen, m\u00fcssten sie sich den dortigen Gesetzen beugen &#8211; wozu sie jedoch nicht bereit waren. Hexen, Schamanen und Scharlatane sind folglich Feinde einer geordneten und zivilisierten Gesellschaft &#8211; denn sie sind das genaue Gegenteil davon. W\u00e4ren sie selbst jedoch zahlreicher, m\u00fc\u00dften sie auch einst Gesetze und Regeln schaffen. Sumudai &#8211; Sieghelms pl\u00f6tzliche Cousine &#8211; berichtete davon, dass derartige &#8222;St\u00e4mme&#8220; selten mehr als 20 oder 30 Personen werden. Und selbst wenn es soweit war, w\u00fcrde sich eine neue Gruppe bilden die sich dann einen neuen Ort zum Leben suchen w\u00fcrde um einen neuen Stamm zu bilden. Und da ist der Beweis &#8211; derlei Zauberei sind f\u00fcr eine in einer gro\u00dfen Gemeinschaft lebenden Zivilisation nicht geeignet, ja Sieghelm ging sogar so weit f\u00fcr sich selbst zu behaupten dass sie sogar daran zerbrechen w\u00fcrden da sie durch ihre unkontrollierte emotionalit\u00e4t nicht in der Lage w\u00e4ren f\u00fcr Recht und Ordnung zu sorgen. Unterm Strich &#8230; war es also gut dass die Hexen hier in der abgeschiedenheit waren. Sie erhielten sich dadurch selbst, genauso wie es die Menschen in den D\u00f6rfern und St\u00e4dten taten. Solange sich beide in Ruhe lassen, g\u00e4be es keinen \u00e4rger &#8211; denn weder die einen noch die anderen haben ein Interesse &#8211; noch die F\u00e4higkeit &#8211; daran mit den anderen zu leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Ich werde dann mit den anderen tanzen &#8230; wollt ihr mitkommen?&#8220;<\/em> fragte Sumudai, die noch immer in der N\u00e4he von Sieghelm sa\u00df und sich gerade aufmachte den Frauen und M\u00e4nnern die um das Feuer herum sa\u00dfen anzuschlie\u00dfen. Sieghelm sah aus den Gedanken gerissen zu ihr und stockte kurz. <em>&#8222;Oh, nein nein &#8230; geht nur, vielleicht sp\u00e4ter.&#8220;<\/em> Die junge Frau l\u00e4chelte und begann dann sich rhytmisch zu bewegen und den anderen anzuschlie\u00dfen. Sieghelms Blick fiel auf Delia und Kalkarib &#8211; sie sa\u00dfen zusammen. Delia trug ein gr\u00fcnes novadisches Gewand und sa\u00df brav neben dem jungen W\u00fcstensohn. Der Junker mochte den arroganten J\u00fcngling nicht sonderlich, er hatte allerdings auch nichts wirkliches gegen ihn. Es war schlichtweg seine Andersartigkeit, sein Glaube und dessen in Sieghelms Augen barbarische Kultur die ihn unsympathisch machten. Delia liebte ihn, da war sich Sieghelm sp\u00e4testens nach der Traumwelt sicher &#8211; doch was fand sie nur an ihm? Der Hauptmann von Hammerschlag verstand es nicht &#8211; und er wollte es auch nicht. Solange sie gl\u00fccklich war und es freiwillig tat, war es f\u00fcr Sieghelm in Ordnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenig sp\u00e4ter am Abend, Sieghelm hatte sich inzwischen dazu hinrei\u00dfen lassen doch mit einer der Damen zu tanzen, kam es zu einem kleinen Ritual welches die die Hexen praktizierten. Es war so eine Art Tsagef\u00e4lliges Erneuerungsritual bei dem man die Dinge die man w\u00fcnscht hinter sich zu lassen symbolisch ins das Feuer warf um sich somit Gl\u00fcck und g\u00f6ttlichen Beistand f\u00fcr etwas neues zu erbitten. Nach und nach warfen die M\u00e4nner und Frauen etwas in das gro\u00dfe Feuer &#8211; Sieghelm sah zu wie Kalkarib Delias Besen zerbrach und mit ihr gemeinsam dem Flammen \u00fcbergab. Er war nicht gerade sehr erbaut dar\u00fcber, lie\u00df es jedoch mit versteinerten Miene geschehen. Der Junker dachte nach: W\u00fcrde auch ich etwas opfern k\u00f6nnen? Und wenn ja, was? Sieghelm war sich recht sicher, dass es der erneuernden G\u00f6ttin es gefallen w\u00fcrde wenn er ihr zum Gedenken etwas opferte. Er sah sich um, und nach kurzer Zeit fiel sein Blick auf seinen Wappenrock. Das rotgelbe Wappen seiner Familie prunkte darauf. Sein Blick verhaarte darauf und er begann dar\u00fcber nachzugr\u00fcbelm. Pl\u00f6tzlich erschreckte er sich \u00fcber sich selbst, als er sich dabei ertappte dar\u00fcber nachzudenken das Symbol seiner Familie dem Feuer zu \u00fcbergeben &#8211; w\u00fcrde es nicht ein Frevel sein? Immerhin fu\u00dfte ein gro\u00dfer Teil seines Gedankenguts darauf, dass er ein Abk\u00f6mmling der Adelsfamilie Spichbrecher war. Doch was hatte die Familie schon letztendlich f\u00fcr ihn getan? Zugegeben, sie hatte seine Ausbildung bei der Kriegerakademie bezahlt, welche der Grundstein f\u00fcr Sieghelms bisherige Laufbahn war. Doch war es nicht schon vorher sein Wunsch einst ein Krieger zu werden? Ein Streiter f\u00fcr die donnernde G\u00f6ttin! Seit seinem pl\u00f6tzlichem Aufbruch aus Dettenhofen, war Sieghelms Leben ein selbstbestimmtes Leben geworden. Er hatte sich Ansehen und Titel verdient &#8211; und wurde sogar von der Leuin h\u00f6chst selbst erw\u00e4hlt. Sp\u00e4testens seit dem Erhalt von Custoris war klar, dass der Weg des Junkers in eine Richtung f\u00fchrte, den er ohne die Hilfe seiner Familie beschreiten musste. Sieghelm war und blieb ein Mitglied der Familie Spichbrecher, und er w\u00fcrde ihr auch auf immer treu bleiben und sie unterst\u00fctzen. Fatas unentdecktes Land jedoch, w\u00fcrde er selbstbestimmt beschreiten. Dies war sein Leben, und sein Weg. Er war Sieghelm G., W\u00e4chter von Custoris<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Unbenannt2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4304\" alt=\"Donnerwacht Gro\u00df\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Unbenannt2.png\" width=\"163\" height=\"187\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Donnerwacht3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-4305\" alt=\"Donnerwacht\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Donnerwacht3.png\" width=\"147\" height=\"180\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Junker von Hochstieg sa\u00df auf einem alten Baumstamm und sah in das gro\u00dfe Festfeuer. 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