{"id":426,"date":"2010-07-28T21:13:51","date_gmt":"2010-07-28T19:13:51","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=426"},"modified":"2013-02-26T18:12:20","modified_gmt":"2013-02-26T17:12:20","slug":"gassi-in-ferdok","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=426","title":{"rendered":"Gassi in Ferdok"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><em>\u201cWieso schauen die alle nur so komisch, beim heiligen St. Leomar\u201d<\/em> fl\u00fcsterte Sieghelm, w\u00e4hrend Pagol der stolze Dackel, gem\u00e4chlich neben seinem Herrchen daher stolzierte. <em>\u201cIch verstehe es auch nicht, Pagol \u2013 eigentlich h\u00e4tte dieser unter diesem Zauber stehende Meuchler mich doch angreifen m\u00fcssen? Und jetzt bin ich das Gesp\u00f6tt der Stadt, der Junker aus Hammerschlag der einen Mann der sich nicht wehrte umgeschlagen hat um seine Ehre wiederzugewinnen.\u201d <\/em>Pagol sah nur ausdruckslos zu seinem Herrchen auf und schnupperte danach am Wagenrad eines Karrens, Sieghelm blieb wartend stehen.<em> \u201cDieser ganze Zauberkram ist mir zuwider, wie soll denn da in Rondras Namen seine Ehre Verteidigen? Kannst du mir das mal sagen?\u201d<\/em> Der Dackel hob eines seiner kleinen Stummelbeinchen und sah dann erl\u00f6send in der Gegend umher, w\u00e4hrend der Besitzer des Karrens die Schandtat entdeckte und gerade zum losbr\u00fcllen ansetzte als sich Sieghelm zu dem Mann umdrehte. <em>\u201cGibt es ein Problem, Fuhrmann?!\u201d<\/em> brachte Siegheln zwischen den Z\u00e4hnen hervor und sah den rundlichen Mann scharf an, dieser sch\u00fcttelte nur \u00e4ngstlich den Kopf und verdr\u00fcckte sind prompt, Pagol und Herrchen flanierten weiter: <em>\u201cUnd dann noch diese Phexgesindel \u2013 einen ehrenwerten H\u00e4ndler der G\u00fcter verkauft kann ich ja verstehen \u2013 aber die Wahrheit zu verschweigen obwohl man sie kennt, wenn es um die Aufkl\u00e4rung eines Mordfalles geht \u2013 das kann und werde ich nicht dulden k\u00f6nnen \u2013 schon schlimm genug das ich als angehender Ritter und dem\u00fctiger Diener der Herrin Rondra zu soetwas zur\u00fcckgreifen muss<\/em> \u2013 <em>wo die Guten Sitten aufh\u00f6ren, m\u00fcssen die Gesetzte anfangen \u2013 in Praios Namen man sollte diesem Gesindel per Gesetz dazu verpflichten ihre Informationen Preis zu geben<\/em>.\u201d<\/p>\n<p>Wenig sp\u00e4ter bog Sieghelm zusammen mit Pagol um eine Ecke und erreichte somit das Hafengel\u00e4nde. Ein Hafenarbeiter der eine schwere Kiste trug w\u00e4re fast \u00fcber den Dackel gestolpert und beschwerte sich lautstark mit unfl\u00e4tigen Worten \u00fcber den Vierbeiner. <em>\u201cAchte auf deine Worte, Gesindel! Du hast es hier mit dem Jagdhund des ehrenwerten Junkers Sieghelm Gilborn von Spichbrecher zu Dettenhofen zutun, und nun scher dich weg bevor ich dir Beine mache!\u201d <\/em>Mit den lauten Worten und der Hand am Heft des Schwertes funkelte Sieghelm den Hafenarbeiter hinterher, der sich daraufhin ganz schnell verdr\u00fcckte ehe er in Schwierigkeiten ger\u00e4t. <em>\u201cSchau dir an wie weit es gekommen ist, Pagol \u2013 der Zerfall der guten alten Garethischen Sitten, und das hier im Mittelreich. Wo kommen wir denn hin wenn das Gesindel noch nicht einmal mehr auf den pers\u00f6nlichen Jagdhund eines Edlen achtet und Respekt zeigt?\u201d <\/em>Pagol erschn\u00fcffelte frischen Fisch der an einem Stand in der N\u00e4he angeboten wurde und tapste so schnell ihn seine Beine trugen dorthin. Sieghelm, nun etwas beeilt, ging hinterher. Der Dackel h\u00fcpfte bei dem Fischstand kurz in die H\u00f6he, jedoch aufgrund seiner angeborenen Gr\u00f6\u00dfe nicht allzu hoch und sah dann bettelt zu seinem Herrchen. <em>\u201cWillst du einen Fisch? Sollst du bekommen \u2026 eine Salzarele f\u00fcr meinen Hund, bitte.\u201d <\/em>Die Verk\u00e4uferin drehte sich um und holte einen sichtlich schon ein wenig \u00e4lteren und nicht mehr ganz frischen Fisch hervor und packte ihn auf ein St\u00fcck alten Aventurischen Boten <em>\u201cEine Salzarele f\u00fcr ihren Hund, 2 Kreuzer, der Herr.\u201d <\/em>sagte die Frau und tat damit einen gro\u00dfen Fehler, denn sie hatte mitgedacht. Sie dachte sie w\u00fcrde dem Herrn einen gefallen tun wenn sie einen \u00e4lteren und damit g\u00fcnstigeren Fisch verkaufte, da er ja nur f\u00fcr einen Hund sei. Sieghelm, der den f\u00fcr ihn offensichtlichen Betrugsversuch entdeckte wurde daraufhin ungehalten: <em>\u201cWollen Sie Pagol vergiften? Ich bat Sie um eine Salzarele und Sie fischen diesen alten Fisch aus ihrem vergleichweise frischem Angebot? Wo ist Ihr Sinn f\u00fcr die guten Sitten geblieben? Komm Pagol, wir kaufen hier nichts \u2026\u201d <\/em>Pagol, der sich soben noch die Z\u00e4hne beleckte in Erwartung des leckeren Fischs, schaute nun verdattert zwischen seinem davonstampfenen Herrchen und dem Fisch hin und her, den die noch viel mehr konstanierte Verk\u00e4uferin nun zur\u00fccklegte. Letztendlich entschied sich der Hund dann doch seinem Herrchen nach zu laufen, da dieser Erfahrungsgem\u00e4\u00df nach einem solchen Aktion etwas viel gr\u00f6\u00dferes und viel leckeres f\u00fcr ihn kaufte.<\/p>\n<p><em>\u201cTut mir leid mein kleiner, aber dein Herrchen ist zur Zeit etwas angespannt und erregt, die Umst\u00e4nde sind schwierig und \u00e4rgerlich \u2013 die letzten beiden K\u00e4mpfe die ich Austrug waren alles andere als zu meiner Zufriedenheit, ein rondrianischen Gefecht stellte sich als Lachnummer heraus, als ob ich ein Gaukler w\u00e4re! Und der davor war ein feiger Mordanschlag auf mich mitten in der Nacht, in Phexens Nacht! Ich sehne mich nach einem echten Kampf, von Angesicht zu Angesicht \u2026 wo man seinen Gegner klar erkannt und ihn mittels Strategie und Kraft besiegen kann \u2013 aber in einem Land wie diesem wo nur Lug und Trug Herrschen, werde ich das wohl vergeblich suchen.\u201d <\/em>Sieghelm sah hinaus zum Hafenbecken wo noch immer der Strudel den Schiffen den Weg blockierte, w\u00e4hrend Pagol in der ferne einen rot-violetten Paradiesvogel auf einem H\u00e4userdach entdeckte und wieder Hunger bekam.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cWieso schauen die alle nur so komisch, beim heiligen St. Leomar\u201d fl\u00fcsterte Sieghelm, w\u00e4hrend Pagol der stolze Dackel, gem\u00e4chlich neben seinem Herrchen daher stolzierte. \u201cIch verstehe es auch nicht, Pagol \u2013 eigentlich h\u00e4tte dieser unter diesem Zauber stehende Meuchler mich doch angreifen m\u00fcssen? 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