{"id":4226,"date":"2013-06-17T11:02:27","date_gmt":"2013-06-17T09:02:27","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4226"},"modified":"2013-06-17T11:02:27","modified_gmt":"2013-06-17T09:02:27","slug":"er-hat-mich-verlassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4226","title":{"rendered":"Er hat mich verlassen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>*Er hat mich verlassen&#8230;*<\/em> immer wieder ging Mara dieser Satz durch den Kopf, als sie auf dem R\u00fcckweg zum Hof der Familie Bargelter waren. Erst vorletzte Nacht hatte er ohne eine Begr\u00fcndung zu sagen sich aus ihrem gemeinsamen Zimmer entfernt, mit einem missbilligendem Blick auf Kurgan. Er w\u00fcnschte Mara zwar noch eine gute Nacht, aber der Hebamme war klar, dass es nur eine leere Floskel war. Ihre empathischen Sinne verrieten ihr Rondrigos Ablehnung oder bildete sie sich das nur ein? Mara war ganz allein, nur Kurgan das Rotpelzkind war ihr nun geblieben. Schockiert und zu tiefst verletzt von Rondrigos Verhalten sank sie auf das Bett. Unf\u00e4hig zu irgendeinem Gedanken lies sie ihren Tr\u00e4nen freien Lauf und konzentrierte sich auf den kleinen Rotpelz der sie aus ihren Armen heraus anl\u00e4chelte. Am Morgen danach und auch an jedem weiterem Tag entzog sich Mara ihm wann immer sie konnte. Stets bem\u00fcht sich nicht anmerken zu lassen wie verletzt sie war. Die Reise zum Troll, dessen Pflege, Bernhoims Verletzung, Ludovicos Krankheit, Aimos Geschichten und den Firls Entschl\u00fcsselungsversuche ihres magisch versiegelten Tagebuchs, nahm sie nur durch einen nebligen Schleier war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun knapp zwei Tage sp\u00e4ter l\u00fcftete sich dieser Schleier der Trauer und gestatte der Jobornerin das erste Mal wieder klare Gedanken zu fassen. Sie hatte sich in ihm get\u00e4uscht. Wie konnte Rondrigo nur bei dem ersten Anzeichen von Schwierigkeiten davonlaufen? Nat\u00fcrlich wollte sie Kurgan aufziehen und besch\u00fctzen, wenn auch nur f\u00fcr kurze Zeit. Solange bis die Mutter des kleinen gefunden wurde. Wie w\u00fcrde er denn erst reagieren wenn sie selbst ein Kind von ihm empfangen w\u00fcrde, wenn sie schwanger ging oder ein Kind aufzog? W\u00fcrde er dann auch weglaufen? Hier\u00fcber war sich Mara sicher! Somit war er nicht der Vater ihrer Kinder und letztlich auch nicht ihr Mann. Dieser Erkenntnis schmerzte sie sehr. Die schmerzliche Wahrheit, dass Rondrigo so war wie es ihre Mutter und auch Tante Regina ihr sagten. So wie viele andere M\u00e4nner&#8230; Vielleicht waren Ihr die G\u00f6tter hold nun eines Tages w\u00fcrde sie den Mann finden, welcher der Vater ihrer Kinder sein konnte. Bis dahin w\u00fcrde sie weiter auf die traditionelle Wanderschaft gehen, die seit je her den Abschluss f\u00fcr jeden Heiler darstellte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die Gruppe eine kurze Rast zur Mittagszeit einlegte entschuldigte sich Mara mit dem Vorwand noch etwas aus dem Wald besorgen zu m\u00fcssen, etwas f\u00fcr ihre Kr\u00e4uter. Es w\u00fcrde nicht lange dauern. Sollte Ihr jemand gefolgt sein oder sehr gute Ohren haben h\u00e4tte jener das folgende Lied von ihr h\u00f6ren k\u00f6nnen, welches sie leise f\u00fcr sich sang, um eine Abschluss zu finden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=fKzaLgvstNU\" target=\"_blank\">Hier der Link zur Musik<\/a><\/p>\n<p><em>&#8222;Die donnernden Wellen rufen mich nach Hause, heim zu dir<\/em><br \/>\n<em>Das Pochen des Meeres ruft mich nach Hause, heim zu dir.<\/em><\/p>\n<p><em>In einer dunklen Winternacht<\/em><br \/>\n<em>an den Ufern des Thuransees<\/em><br \/>\n<em>h\u00f6rte ich deine Stimme<\/em><br \/>\n<em>Deine Augen tanzten das Lied<\/em><br \/>\n<em>Deine H\u00e4nde spielten die Melodie<\/em><br \/>\n<em>Es war ein Traum von mir. <\/em><\/p>\n<p><em>Wir lie\u00dfen die Musik hinter uns und der Tanz ging weiter<\/em><br \/>\n<em>w\u00e4hrend wir uns wegstahlen in unsere Arme<\/em><br \/>\n<em>Wir rochen das Wasser, sp\u00fcrte den Wind in den Haaren.<\/em><br \/>\n<em>Wochen sp\u00e4ter stahlst Du Dich von mir.<\/em><\/p>\n<p><em>Pl\u00f6tzlich wusste ich, dass du gehen musst<\/em><br \/>\n<em>Deine Welt war nicht die meine, das sagten mir deine Augen<\/em><br \/>\n<em>Genau dort f\u00fchlte die Kreuzwege unserer Schicksale<\/em><br \/>\n<em>Und ich fragte mich, warum.<\/em><\/p>\n<p><em>Als ich meinen Blick auf M\u00fchlbach wendete<\/em><br \/>\n<em>kam eine Vision \u00fcber mich,<\/em><br \/>\n<em>von donnernden Hufen und Fl\u00fcgelschlagen<\/em><br \/>\n<em>in den Wolken am Himmel.<\/em><\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend Du dich zum Gehen wandtest, h\u00f6rte ich dich meinen Namen rufen.<\/em><br \/>\n<em>Du warst wie ein Vogel in einem K\u00e4fig, der seine Fl\u00fcgel ausbreitet zu fliegen.<\/em><br \/>\n<em>&#8222;Die alten Wege sind verloren&#8220; hast du gesungen, als du flogst.<\/em><br \/>\n<em>Und ich fragte mich, warum.<\/em><\/p>\n<p><em>Die donnernden Wellen rufen mich nach Hause, heim zu dir<\/em><br \/>\n<em>Das pochende Meer ruft mich nach Hause, heim zu dir.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>(Originaltext und Musik von Loreena McKennitt &#8211; The Old Ways)<\/p>\n<p>Inst\u00e4ndig hoffte Mara, dass trotz der gescheiterten Beziehung eine weitere und gute Freundschaft mit Rondrigo noch m\u00f6glich war. Immerhin hatten sie einiges zusammen erlebt und durchlitten. Au\u00dferdem war er der erste Mann der sie ber\u00fchrte und ihr die Unschuld nahm. Er w\u00fcrde immer einen Platz in ihrem Herzen haben, ob sie Freunde blieben oder nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*Er hat mich verlassen&#8230;* immer wieder ging Mara dieser Satz durch den Kopf, als sie auf dem R\u00fcckweg zum Hof der Familie Bargelter waren. Erst vorletzte Nacht hatte er ohne eine Begr\u00fcndung zu sagen sich aus ihrem gemeinsamen Zimmer entfernt, mit einem missbilligendem Blick auf Kurgan. 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