{"id":4127,"date":"2013-06-03T09:50:19","date_gmt":"2013-06-03T07:50:19","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4127"},"modified":"2013-06-03T09:55:14","modified_gmt":"2013-06-03T07:55:14","slug":"parallel-dazu-eine-geschichte-der-geschicke-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4127","title":{"rendered":"Parallel dazu \u2013 eine Geschichte der Geschicke II"},"content":{"rendered":"<p>&#8212; als Malzan Daske &#8212;<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Als es geschah, \u00fcberfiel ihn schlagartig die Erinnerung an jenen Auftrag vom Abend des 6. Boron 1026 n. BF. Ein junger Mann betrat damals sein Versteck. Rasch verschmolz Malzan mit den Schatten. Der Fremde sucht offensichtlich nach etwas. Oder nach jemanden. Da h\u00f6rt er ihn auch schon rufen: <i>\u201eHerr Groti? Hanert Groti?\u201c<\/i> Malzan erschreckt. <i>Bei Phex! Wie hat er mich gefunden und woher wei\u00df er wie ich mich hier nenne? Bisher habe ich diesen Namen nur gegen\u00fcber Jamarl und seinen dummen Kumpanen erw\u00e4hnt. Haben sie mich etwa verraten? <\/i>Innerlich fluchend schleicht er sich an den ahnungslosen Jungen heran. Ein kurzer Sprung und der Kleine hat einen Dolch an der Kehle. Keuchend erschreckt dieser, sodass die Klinge sich leicht in seine Haut einschneidet. Blut flie\u00dft in einem schmalen Rinnsal auf seinen Kragen zu. Umso besser, dann wei\u00df er worum es hier geht. Sein Leben. <i>\u201eWas willst du hier? Sprich!\u201c<\/i> sagt der Dieb mit grunzender Stimme. <i>\u201eI-I-Ich h-habe eine N-Nachricht f\u00fcr euch \u2026\u201c \u201eHalt! H\u00e4nde da lassen wo sie sind!\u201c<\/i> Geschickt fischt er die schwere Nachricht aus der Tasche des J\u00fcnglings. Er st\u00f6\u00dft ihn von sich in den Staub und stellt sich in den Schatten. <i>\u201eWer schickt dich?\u201c <\/i>verlangt er zu wissen. <i>\u201eD-Das wei\u00df ich nicht. Bitte lassen Sie mich gehen. Ich soll nur die Nachricht \u00fcbergeben.\u201c<\/i> War ja klar, ein unschuldiger Bote. <i>\u201eOK, geh Junge!\u201c<\/i> Das l\u00e4sst er sich kein zweites Mal sagen. Er springt auf und rennt hinaus. Zur gleichen Zeit schnappt sich Malzan sein B\u00fcndel gewinnt rasch an H\u00f6he. Mit der Nachricht verl\u00e4sst er sein Versteck und macht sich auf den Weg durch die belebten Stra\u00dfen Khunchoms. Sein Ziel ist der Phextempel. Erst dort wird er die Botschaft \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Als er sich in einer Nische des Tempels in Sicherheit w\u00e4hnt. \u00d6ffnet er vorsichtig die Schriftrolle. Zuerst f\u00e4llt ihm das klimpernde Geld auf. Geld! Dann bemerkt er auch die anderen Utensilien. Es handelt sich dabei um menschliche Proben. Je eine Locke schwarzer und roter Haare, einige Fingern\u00e4gel und zwei Phiolen Blut. Was soll das denn? Da er nur schlecht lesen kann, bittet er einen verschwiegenen Phexdiener gegen bare M\u00fcnze ihm das Schriftst\u00fcck vorzulesen:<\/p>\n<p><i>\u201eEure Kunstfertigkeit in den Disziplinen des Fuchses beobachte ich nun schon l\u00e4nger, Herr Hanert Groti, ich habe einen Auftrag h\u00f6chster Eile f\u00fcr euch, der auch in eurem Interesse sein wird, es geht um den phexgef\u00e4lligen Tausch einiger Gegenst\u00e4nde, die Adresse und besagte Gegenst\u00e4nde liegen bei, sowie auch die H\u00e4lfte eures Honorars in blinkender M\u00fcnze, wenn ihr die Gegenst\u00e4nde erfolgreich vertauscht habt, so werdet ihr f\u00fcr besagte Gegenst\u00e4nde den Rest\u00a0 eures Lohnes erhalten.\u201c<\/i><\/p>\n<p>Er h\u00f6rt gut zu und bittet den Vorleser so oft zu wiederholen, bis er es sich eingepr\u00e4gt hat. Dankend verzieht er sich erneut in eine Nische. <i>Ich werde schon l\u00e4nger beobachtet?<\/i> Erneut schaut er sich um. Es ist niemand verd\u00e4chtiges zu sehen. <i>Ein Auftrag von h\u00f6chster Eile. Die Adresse sagt mir kenne ich. Zeugt sie doch von der Prachtstra\u00dfe Khunchoms. Nun, einmal anschauen kann ich es mir ja, wenn ich schon beobachtet werde, dann wahrscheinlich auch jetzt.<\/i><\/p>\n<p>Er macht sich also auf den Weg zu dem Haus von Tulachim ibn Rashim. Dabei gibt er sich auf gewohnte Art und Weise unnahbar. Als er am Haus ankommt, trifft ihn fast der Schlag. Nein. Schon wieder sie. Durch ein Fenster kann er die Gestalten Sieghelms, Janes, Delias, Sulibeths und Nehazet erkennen. Auch ein Mann und eine Frau mittleren Alters sitzt mit ihnen am Tisch. Vorsichtig \u00fcberwindet er die Mauer und schleicht sich bis unter das Fenster, um zu lauschen. Sie sprechen vor allem von der Abreise nach Zorgan am n\u00e4chsten Morgen. <i>Ein Auftrag von h\u00f6chster Eile.<\/i> Also wahrscheinlich noch vor der Abreise nach Zorgan. <i>Es muss also heute Nacht geschehen! Klasse. Und das Ganze ohne Vorbereitung. Hoffentlich hat Nehazet keine Zauberfallen aufgestellt. Was sollte ich noch gleich tun? Die Gegenst\u00e4nde tauschen. <\/i>Er besieht sie sich noch einmal genau.<i> Rote Haare \u2026 Delia! Und schwarze Haare. hm, da k\u00f6nnten mehrere Personen in Frage kommen. Die \u00fcbrigen Gegenst\u00e4nde nicht zuordbar. Aber wozu braucht man denn so etwas?<\/i><\/p>\n<p>W\u00e4hrend er lauscht, sucht er fieberhaft an einer L\u00f6sung des R\u00e4tsels. Aus den Gespr\u00e4chen kann er heraush\u00f6ren, dass Nehazet, Sulibeth und Zafia zur\u00fcck bleiben werden. Daf\u00fcr wird die alte Frau, Alhina, sie begleiten. Zafia ist nicht mit am Tisch, offenbar ist sie verstimmt wegen der geplatzten Hochzeit mit Nehazet. <i>H\u00e4? Nehazet wollte heiraten. Das ging aber schnell. Und dann noch Zafia\u2026. Zaifa! Das andere Hexenweib! Sie ist es. Sie ist das Ziel. Sie m\u00f6chte sich an der Gruppe r\u00e4chen und daf\u00fcr braucht sie Haare von Nehazet und Delia, sowie Fingern\u00e4gel von Sieghelm und Blut von Jane! Das ist es. Aber warum habe ich hier zwei Phiolen mit Blut? Hat sie es auch auf die Kleine oder die beiden \u00c4lteren abgesehen?\u201c<\/i> Vor Schreck der Erkenntnis weiten sich seine Augen. \u00a0\u2026 <i>der auch in eurem Interesse sein wird \u2026 Nein! Hat sie auch mir Blut gestohlen, als ich schwer verwundet bei ihr in der H\u00fctte lag? Zafia &#8230;<\/i><\/p>\n<p>Malzan wartet bis alle im Haus sich auf ihr Zimmer begeben haben. Er versucht herauszufinden, wer in welches Zimmer geht und wo sich Zafia befindet. Aber ohne Erfolg. Als es im Anwesen ruhig scheint, bricht er ein. Etwas \u00e4ngstlich wartet er auf die Feuerb\u00e4lle, denen er ausweichen muss. Aber nichts geschieht.<i> Uff. Noch einmal Gl\u00fcck gehabt.<\/i> Als er die Treppe hochschleicht st\u00f6\u00dft er in der Kurve mit jemand zusammen. Beide purzeln sie ineinander in die Ecke. Noch ehe die andere kleine Person einen Laut von sich geben kann, h\u00e4lt Malzan ihr den Mund zu. Sie windet sich in seinen Armen und versucht sich loszurei\u00dfen. Doch er ist st\u00e4rker und h\u00e4lt sie fest. <i>\u201ePsst. Ich bin es. Goswin. Ich lasse dich los, wenn du versprichst, nicht zu schreien oder anderweitig L\u00e4rm zu machen. Vertrau mir. Ich m\u00f6chte euch nichts tun, ich muss nur etwas holen.\u201c <\/i>Nach kurzem Z\u00f6gern nickt Sulibeth. Er gibt sich ihr zu Erkennen und gemeinsam gehen sie runter in einen Raum, der sich als Bibliothek entpuppt. <i>\u201eWas tust du denn hier, und warum bist du weg gewesen?\u201c<\/i> fragt die Kleine misstrauisch. Malzan schaut sie an und \u00fcberlegt. <i>Das M\u00e4dchen ist schlau. Vielleicht kann sie mir helfen.<\/i> Er deutet ihr sich zu setzen und setzt sich in einen Schemel. Er legt seine komplette \u00dcberzeugungskraft in seine Worte und seine Stimme: <i>\u201eDu musst wissen Sulibeth; ich musste dringend fort. Ich hatte noch viel zu erledigen. Aber ich hasse Abschiede, wei\u00dft du. Da wird immer so viel geweint und alles. Das ist nichts f\u00fcr mich. Und nun ist mir eingefallen, dass ich bei Zafia etwas vergessen habe, als sie mich behandelt hat. Ich dachte, ich hole es schnell.\u201c<\/i> Mit zusammengekniffenen Augen schaut sie ihn an und \u00fcberdenkt seine Worte. <i>\u201eNun gut, Goswin. Ich glaube dir. Aber du musst auch mir helfen, damit ich dir helfe.\u201c Kleines Biest! <\/i>denkt er, sagen tut er jedoch: \u201eW<i>obei soll ich dir denn helfen?\u201c \u201eIch suche ein R\u00e4tsel f\u00fcr Fr\u00e4ulein Peddersen. Ich werde hier in Khunchom bleiben, w\u00e4hrend sie weiterreist. Und ich m\u00f6chte ihr ein R\u00e4tsel aufgeben, dass sie nicht so schnell l\u00f6sen wird, damit sie an mich denkt.\u201c <\/i>Schmunzelnd stimmt er der dem Handel zu. <i>\u201eOK, ich helfe dir bei der Suche. Also, wo ist Zafias Zimmer?\u201c<\/i> Sulibeth hat ihm kaum den Weg beschrieben, als er sich schon auf den Weg macht. Aber nicht bevor er das Versprechen wiederholt hat, zur\u00fcck zu kommen und ihr zu helfen. Erneut schleicht er die Treppe hoch. Dieses Mal darauf bedacht mit niemanden zusammenzusto\u00dfen. Eine weitere Bitte kann er nicht erf\u00fcllen. Als er das Schloss zu dem Zimmer der Hexe \u00f6ffnet, sieht er sofort, dass Sulibeth Recht hatte. Das ist Zafias Zimmer. Hier sieht es aus, wie in einer Hexenk\u00fcche. Sogleich macht er sich auf die Suche nach den Gegenst\u00e4nden. Lange muss er suchen, denn sie sind gut verborgen und offensichtlich sehr wertvoll. Vor dem Austausch z\u00f6gert er. <i>Warum sollte ich dem Auftrag entsprechen? Warum soll ich sie austauschen? Wem beschere ich damit Unheil? Das Ganze stinkt zum Himmel! Phex, was soll ich tun? Handel ist Handel oder? Egal, unter welchen Bedingungen. Ich bin nicht verantwortlich f\u00fcr ihre Taten. Au\u00dferdem w\u00fcrde sie es noch vor der Abreise der Gruppe merken und einen Weg finden, um sich neue \u2026 Zutaten \u2026 zu besorgen. <\/i>Mit flinken Fingern tauscht er die Gegenst\u00e4nde. Er muss sich enorm zusammenrei\u00dfen, um nicht ein paar von den verkorkten Fl\u00e4schchen einzustecken. <i>Sie w\u00fcrde es merken!<\/i><\/p>\n<p>Ihm ist nicht bewusst, wie sehr Phex, ihm in dieser Nacht holt war. Im Dienste f\u00fcr das gro\u00dfe Ganze.<\/p>\n<p>Erleichtert zieht er die T\u00fcr zur Bibliothek hinter sich zu uns atmet ein paar Mal ruhig ein und aus. <i>Handel ist Handel. Ich helfe der Kleinen bei ihrem R\u00e4tsel. <\/i>Es stellt sich heraus, dass Malzan Sulibeth keine sonderlich gro\u00dfe Hilfe ist, da er nicht gut lesen kann. Also wird er kurzerhand auf die T\u00e4tigkeit des Buchtr\u00e4gers reduziert. Der Morgen beginnt zu grauen und Malzan wird mulmig zu Mute. Als Sulibeth gerade dabei ist einige B\u00fccher aufzuarbeiten l\u00e4uft er nerv\u00f6s die Regale entlang. Ein gl\u00e4nzendes Buch mit kreisrunden Verzierungen erregt seine Aufmerksamkeit. Er fischt es heraus und legt es Sulibeth hin. Sie bl\u00e4ttert ein paar Seiten durch und schreit irgendwann leise auf: \u201eDas ist es! So etwas habe ich gesucht!\u201c Geschwind rennt sie mit dem Buch zum Schreibpult und verfasst eine Nachricht auf Bosparano:<\/p>\n<p>\u201eWenn der Mann den B\u00e4ren trifft, offenbart sich, dank heiliger Schrift, was weder Mensch noch B\u00e4rchen ist. \u2013 Sulibeth.\u201c<\/p>\n<p>Als sich das M\u00e4dchen freudestrahlend umdreht, um Goswin zu danken. Ist er bereits verschwunden. <i>\u201eEr mag also wirklich keine Abschiede.\u201c<\/i> Sagt sie perplex.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck in der Gegenwart.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8212; als Malzan Daske &#8212; Als es geschah, \u00fcberfiel ihn schlagartig die Erinnerung an jenen Auftrag vom Abend des 6. Boron 1026 n. BF. Ein junger Mann betrat damals sein Versteck. Rasch verschmolz Malzan mit den Schatten. Der Fremde sucht offensichtlich nach etwas. Oder nach jemanden. Da h\u00f6rt er ihn auch schon rufen: \u201eHerr Groti? 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