{"id":4081,"date":"2013-05-30T12:33:24","date_gmt":"2013-05-30T10:33:24","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4081"},"modified":"2013-06-03T09:50:54","modified_gmt":"2013-06-03T07:50:54","slug":"parallel-dazu-eine-geschichte-der-geschicke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=4081","title":{"rendered":"Parallel dazu \u2013 eine Geschichte der Geschicke I"},"content":{"rendered":"<p>&#8212; als Malzan Daske &#8212;<strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Ab 21. Travia 1026 n. BF<\/p>\n<p>Ungesehen verschwindet er in der khunchomer Menschenmenge. Seine Kameraden Jane Peddersen, Sieghelm von Spichbrecher, Delia und Nehazet ibn Tulachim l\u00e4sst er sich zusammensammelnd am Hafen zur\u00fcck. Er sieht sich nicht um. Keine Tr\u00e4ne des Abschieds verl\u00e4sst seine starren Augen.\u00a0<em>\u201cNein Leute. Es ist zu gef\u00e4hrlich f\u00fcr euch mit mir gesehen zu werden. Ihr seid tapfere und aufrechte Frauen und M\u00e4nner. Ihr verdient die Unbescholtenheit. Ich habe Gro\u00dfes vor und ihr w\u00e4hrt nur eine Last f\u00fcr mich. Euer Gerechtigkeitswahn gereicht Praios zur Ehre. Ich aber bediene mich Phexens Pfaden.\u201c<\/em> denkt er sich w\u00e4hrend er zum n\u00e4chstbesten Gasthaus schlendert.<\/p>\n<p>Zum Drachent\u00f6ter. Eine recht heruntergekommene Spelunke direkt am Hafen. Der Wirt Tuluf ibn Taref schenkt ihm auf Anfrage ein Garetisches Helles ein. Provokativ stellt er sich mit seinem Bier mit dem R\u00fccken zum Tresen und begutachtet das Gesindel. Bereit jederzeit seinen Dolch zu ziehen, ein paar Kehlen durchzuschneiden und zu verschwinden, sollte ihm einer ungem\u00fctlich werden. Er h\u00e4lt Ausschau nach passendem Material. Einer unterbelichteten Kontaktperson zum Khunchomer Untergrund. Und er findet einen, der von den anderen mit Jamarl angesprochen wird. Sie reden \u00fcber belanglose Angelegenheiten, wie die Br\u00fcste der Frauen auf dem Markt, die geradezu zum Stehlen einladen, und spielen irgendein Kartenspiel. Er bestellt noch ein Bier und wartet ab. Vom Wirt wei\u00df er, dass die M\u00e4nner oft hier herkommen, um ihren \u201eVerdienst\u201c zu versaufen. Harmlose Strolche nennt er sie. Interessant.<\/p>\n<p>Malzan dr\u00fcckt Tuluf einige M\u00fcnzen in die Hand und geht auf sein Zimmer ein Stockwerk h\u00f6her und \u00fcberdenkt seine Situation. Sein tulamidisch ist sehr schlecht. Er nimmt sich vor, es zun\u00e4chst so schnell wie m\u00f6glich zu verbessern, um hier zu Recht zu finden. Er verbringt die n\u00e4chsten Tage damit sich in der Stadt und vor allem auf dem Basar umzuschauen und alle Eindr\u00fccke aufzunehmen, Gassen zu erkunden und nach N\u00fctzlichem Ausschau zu halten. Bei einer guten Gelegenheit stielt er zur Stadt passende unauff\u00e4llige Kleidung. Dank seiner herausragenden Anpassungsf\u00e4higkeiten gelingt es ihm schnell sich zu Recht zu finden.<\/p>\n<p>Irgendwann wagt er sich an den M\u00fcnzh\u00e4ndler, den er bereits vor einigen Tagen ausgemacht hat. Er m\u00f6chte die M\u00fcnzen aus der Krypta versilbern oder besser gesagt, vergolden. \u00c4rgerlich ist, dass bereits Fr\u00e4ulein Peddersen da war und ihre geschenkten M\u00fcnzen verkauft hat, sodass Malzan nur noch einen Bruchteil des ehemaligen Wertes annehmen muss.\u00a0<em>\u201cArgh! So viel M\u00fche umsonst, ich h\u00e4tte sie ihr stehlen sollen!\u201c<\/em> flucht er innerlich. Aber dennoch kann er seine Barschaft erheblich aufbessern. Nicht, dass es ihm irgendwie an etwas mangeln w\u00fcrde. Aber so kann er seiner zweitliebsten Besch\u00e4ftigung nachgehen: Geld ausgeben! Er spendiert Lokalrunden in verschiedenen Tavernen, kauft sich wertvolle Duft\u00f6le und Speisen, nimmt die Dienste der exklusiven Freudenh\u00e4user in Anspruch und spendet den Bed\u00fcrftigen. Als sich seine Barschaft langsam dem Ende neigt, beschlie\u00dft er Jamarl in gebrochenen tulamidisch anzusprechen und seine Dienste anzubieten. \u00dcberzeugen konnte er ihn, als er ihm er\u00f6ffnete, dass er wisse, wo sich ihr Versteck befindet, zu dem sie in der Nacht trunken torkeln. Dass er sie nicht verraten habe, sei Beweis genug f\u00fcr seine \u2026 Gesinnung. Misstrauisch, aber zufriedengestellt, darf er die Bande begleiten.<\/p>\n<p>Als sie in dem Versteck ankommen bemerkt er schnell, dass zwei Gefangene vor Ort sind. F\u00fcr sie soll L\u00f6segeld erpresst werden, das am n\u00e4chsten Tag bezahlt w\u00fcrde. Um die Aktion nicht zu gef\u00e4hrden, wird Malzan, der sich inzwischen Hanert Groti nennt, angewiesen doch im Schlafsaal zu warten, bis die Sache beendet ist. Am Abend des n\u00e4chsten Tages streiten sich die Strolche gerade \u00fcber die Verteilung der Beute, als die Ger\u00e4usche abrupt verstummen. Alarmiert schaut er aus dem Schlafsaal und findet seine neuen Kameraden erstarrt im Hauptraum stehen. Vom S\u00fcdeingang h\u00f6rt er Ger\u00e4usche und z\u00f6gert keine Sekunde. <em>\u201cTut mir Leid Leute, Phex sei euch hold.\u201c<\/em> Und schleicht am Rande der Wand entlang zum anderen Ausgang. Keinen Augenblick zu fr\u00fch, denn sogleich betritt eine wohlbekannte Gruppe von Helden den Hauptraum und \u00fcberw\u00e4ltigt die Schurken. Malzan hat genug gesehen und verschwindet aus der Kanalisation.<\/p>\n<p>Nach diesem Fiasko entscheidet er sich, seine Vorgehensweise zu \u00e4ndern. Zun\u00e4chst sucht er sich ein geeignetes Versteck. Er muss lange danach suchen. Ganz Khunchom scheint bereits belegt zu sein. Das anhaltende Gauklerfest mit seinen vielen Feiernden erschwert die Suche nach einem geeigneten leeren Platz zus\u00e4tzlich. Doch er wird schlie\u00dflich f\u00fcndig und richtet sich ein. Von nun an unternimmt er kleinere Raubz\u00fcge am Tage, indem er in der Menschenmenge die Kaufleute bestielt. Nebenbei holt er weitere Erkundungen ein, die er nutzt, um nachts in Villen und Anwesen einzubrechen und kostbare Gegenst\u00e4nde zu rauben. Normalerweise nimmt er lediglich, was er zum Leben ben\u00f6tigt, aber er sucht die Herausforderung und einen Sinn in seinem Leben. Ewig wird er sich hier sowieso nicht aufhalten. Er hat noch mehrere offene Rechnungen in Gareth zu begleichen. Doch daf\u00fcr muss er noch viel trainieren und das tut er.<\/p>\n<p>Die geraubten Wertgegenst\u00e4nde verbirgt er einige Tage lang in seinem Versteck und bringt sie anschlie\u00dfend zur\u00fcck zu ihren Besitzern. Das beschert ihm innerhalb k\u00fcrzester Zeit einen gemischten Ruf in ganz Khunchom \u00fcberall wird \u00fcber den mysteri\u00f6sen Dieb gesprochen. Er selbst sch\u00fcrt bei seinen Eink\u00e4ufen die Ger\u00fcchte noch zus\u00e4tzlich. Sowohl Stadtgarde als auch Untergrund sind auf der Suche nach ihm, um ihn entweder zu verhaften oder zu Diensten zu machen. Malzan genie\u00dft das gef\u00e4hrliche Spiel. Bis eines Tages etwas Unerwartetes geschah.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8212; als Malzan Daske &#8212; Ab 21. Travia 1026 n. BF Ungesehen verschwindet er in der khunchomer Menschenmenge. Seine Kameraden Jane Peddersen, Sieghelm von Spichbrecher, Delia und Nehazet ibn Tulachim l\u00e4sst er sich zusammensammelnd am Hafen zur\u00fcck. Er sieht sich nicht um. Keine Tr\u00e4ne des Abschieds verl\u00e4sst seine starren Augen.\u00a0\u201cNein Leute. 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