{"id":330,"date":"2011-11-22T12:34:47","date_gmt":"2011-11-22T11:34:47","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=330"},"modified":"2011-11-22T12:34:47","modified_gmt":"2011-11-22T11:34:47","slug":"ewig-seid-verbunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=330","title":{"rendered":"Ewig seid verbunden"},"content":{"rendered":"<p>Nehazets Untersuchung bei Delia schien von Erfolg gekr\u00f6nt zu sein. Zumindest konnte ich das auf seinem Gesicht lesen. Eine Verstimmung \u00fcber ein unl\u00f6sbares Problem sieht anders aus. Wobei, wenn ich es mir recht \u00fcberlege, konnte er bisher alles l\u00f6sen. Im akutem Fall fehlten ihm wohl erneut die Ressourcen, sodass er den feindlichen Zauber nicht sofort brechen konnte. So lenkte ich Delia ein wenig mit den Tieren des Traviatempels ab, w\u00e4hrend Rowin und Demeya sich drau\u00dfen vor dem Brunnen immer noch in den Armen wiegten.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter erkl\u00e4rten Demeya und Rowin uns, dass sie bereits am n\u00e4chsten Tag den Bund der Travia eingehen m\u00f6chten. Delia schien ganz entz\u00fcckt und wuselte hin und her. Ich selbst blieb ganz ruhig. Kein bisschen aufgeregt. \u2026 nun ja. Firun mag mir verzeihen, dass ich mich dieses eine Mal von den Festlichkeiten habe ein wenig hinrei\u00dfen lassen. Ist ja auch ein freudiger Anlass, oder?<\/p>\n<p>Geschwind schnappte ich mir Demeya, w\u00e4hrend Delia und Rowin den entsprechenden Schmuck besorgten, und zerrte sie gegen ihren Willen zum n\u00e4chsten Kleidungsstand und lie\u00df sie einige sch\u00f6ne Kleider anprobieren. Mit dem Geld der Halbschwester von Onkel Omar kaufte ich ihr das sch\u00f6nste Kleid, welches der H\u00e4ndler auf Lager hatte. Besch\u00e4mt wollte sie es zun\u00e4chst nicht annehmen. Unsinn! Dies ist mein Geschenk zum Bunde an euch. Also so nehmt es.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem war es nicht mein Geld, welches ich daf\u00fcr hergab. Ich werde, noch bevor wir abreisen, meiner Tante einen Besuch abstatten und mich bei Ihr bedanken. Bestimmt hat sie auch einen Auftrag f\u00fcr mich, den ich f\u00fcr sie auf meinen Wegen erledigen kann, um mich ein wenig zu revanchieren.<\/p>\n<p>Der Traviabund fand am n\u00e4chsten Tag zur ersten Praiosstunde statt. Eine herrliche Zeremonie. Prachtvoller Blumenschmuck hing \u00fcberall. Demeya \u00fcberstrahlte mit ihrer Sch\u00f6nheit engelsgleich selbst das Funkeln des prunkvollen Praiostempels. Der Gong jenes Tempels verblasste im Angesicht der stillen Erhabenheit. Die obere Mutter hielt zusammen mit ihrem Mann eine wundersch\u00f6ne Bundrede, die jeden Anwesenden in den Schwur einbezog und zur Best\u00e4tigung aus voller Kehle \u201eSo sei es.\u201c rufen lie\u00df.<\/p>\n<p>Nur Nehazet wurde von einer Traviadienerin r\u00fcde zum Schweigen gebraucht, als er es wagte seine Stimme zum falschen Zeitpunkt mit unangebrachten Worten zu erheben.<\/p>\n<p>Rosa Bl\u00fcten s\u00e4umten des Paares Weg. Adaque flog freudig kreischend eine Ehrenrunde in der Bl\u00fctenpracht. Alle w\u00fcnschten dem Paar lautstark alles Gl\u00fcck dieser Welt und winkten den beiden ergriffen zu.<\/p>\n<p>Auf der anschlie\u00dfenden Feier wurde viel getanzt und gelacht. Delia fand sich urpl\u00f6tzlich in den Armen eines markanten Mannes wieder und tanzte mit ihm, wie ich es noch nie zuvor sah. Mir ward ganz hei\u00df bei diesem Anblick. Nehazet fachsimpelte schlie\u00dflich mit dem Bengel, dem ich des Magiers Buch entriss. Selbst Bakkus schien sich zu am\u00fcsieren. Freudig sprang er zwischen den Menschen umher. Selbst ich tanze ganze zwei Mal.<\/p>\n<p>Zwischendurch fiel mein Blick immer wieder zu Rowin und Demeya. Wie gl\u00fccklich sie aussahen. Eng umschlungen wiegten sie im Takt zur Musik. Ab und zu klopfte ihnen jemand auf die Schultern oder sprach ihnen Gl\u00fcckw\u00fcnsche aus. Ich wusste: der Abschied war nicht mehr fern. Ich w\u00fcnsche euch viel Gl\u00fcck. In Ewigkeit seit mit Freude verbunden. Wir werden uns wieder sehen, da bin ich ganz sicher.<\/p>\n<p>Zum Skandal des Abends sorgte ausgerechnet Nehazet, als er sich mit einer gut aussehenden Fremden auf seine Stube zur\u00fcckzog. Ich bezweifelte von Anfang an, dass es das sein kann, was es zu sein schien und wovon die Partygesellschaft wohl fest \u00fcberzeugt war. Nein, bestimmt handelte es sich um eine rein fachliche Konservation! So musste es sein. Wie es der Zufall so wollte, musste ich noch einmal Nehazets Zimmer betreten, um Adaques Bauer zu holen. Dabei lernten Delia und ich seine Gesellschaft kennen: Eine wirklich gut aussehende junge Dame. Etwas zu sehr zugekn\u00f6pft, wie ich fand. Auch die Kleidung sprach von einem gewissen Stil. Und der wei\u00dfe Sonnenschirm erst. Na ja. Gut, sie scheint sehr gebildet, sodass nun klar war, was die beiden zusammen taten, auch wenn uns die irref\u00fchrenden Worte jenseits der T\u00fcr anderes Glauben machen wollten.<\/p>\n<p><em>Ersch\u00f6pft legt sich Azina auf ihre Schlafst\u00e4tte.<\/em><\/p>\n<p>Morgen soll es also sein. Morgen beginnt ein weiterer Abschied \u2026<\/p>\n<p>______________________________<\/p>\n<div>\n<p>Gedanken der Azina<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nehazets Untersuchung bei Delia schien von Erfolg gekr\u00f6nt zu sein. Zumindest konnte ich das auf seinem Gesicht lesen. Eine Verstimmung \u00fcber ein unl\u00f6sbares Problem sieht anders aus. Wobei, wenn ich es mir recht \u00fcberlege, konnte er bisher alles l\u00f6sen. 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