{"id":3108,"date":"2013-02-09T02:25:43","date_gmt":"2013-02-09T01:25:43","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=3108"},"modified":"2013-02-09T02:25:43","modified_gmt":"2013-02-09T01:25:43","slug":"spaziergang-auf-dem-hof-oder-ein-neuer-anfang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=3108","title":{"rendered":"Spaziergang auf dem Hof &#8211; Oder: Ein neuer Anfang"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Am sp\u00e4ten Nachmittag des 7. Hesinde erreichte die Reisegruppe, bestehend auf Fr\u00e4ulein Pedderson, Fr\u00e4ulein von Quell, dem achtbaren Herrn Muhalla, dem Angroschim Beremosch und der Scharlatanin Radajahna wieder das Geh\u00f6ft, welches sie vor knapp einer Woche verlassen hatten um nach dem aranischen Edelmann zu suchen. Sieghelm sa\u00df hoch zu seinem Ross und bog gerade auf den kleinen Weg ein der zu dem Haus f\u00fchrte, als er seinen treuen Weggef\u00e4hrten bereits bellen h\u00f6rte: Pagol. Schnell wie Rondras Donner flitzte der kleine Dackel \u00fcber den staubigen Weg den R\u00fcckkehrern entgegen. Sieghelm stieg von seinem Pferd ab, ging in die Hocke und empfing seinen treuen Freund mit herzlichen ausgebreiteten Armen. Pagol h\u00fcpfte hin- und her, bellte vor Freude und schlabberte seinem Herrchen durch das Gesicht. <em>&#8222;Jaja, ist doch gut &#8211; Herrchen ist wieder da. Jaaaa &#8211; und es geht ihm gut!&#8220;<\/em> Der Junker hatte M\u00fche den Dackel zu beruhigen, schon lange waren Herrchen und Hund nicht mehr so lange voneinander getrennt. Er streichelte und liebkoste den kleinen Kleffer etwas mehr als er es sonst tat und stand dann, als sich der Hund etwas beruhigt hatte, wieder auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend Fr\u00e4ulen Pedderson und Fr\u00e4ulein von Quell auf einem Pferd gerade an ihm vorbei ritten, blickte Sieghelm zu dem Geh\u00f6ft, wo Fadime &#8211; die Gutsbesitzerin &#8211; gerade dabei war mit Sahiba Alhina und Delia aus dem Haus herauszutreten um die Wiederkehrenden zu empfangen. Auch um Muhalla und Radajahna wurde sich gek\u00fcmmert, Beremosch lie\u00df es sich, als Kammerdiener des achtbaren Herrn, nicht nehmen sich sofort um deren Wohl zu sorgen. Sie war also doch da &#8211; dachte sich der Streiter der Leuin, und meinte damit nat\u00fcrlich die aranische Hexe, die vor einigen Tag nach dem Verwandlung Hjaldars pl\u00f6tzlich verschwunden war. Der Darpate wollte schon fast die n\u00e4chste Rettungsaktion anleiern, lie\u00df sich jedoch von Fr\u00e4ulein Pedderson Worten beruhigen, dass sie bestimmt nur zum Geh\u00f6ft geflogen sei wo sie dann bestimmt auf alle warten w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Hauptmann von Hammerschlag nutzte die Gelegenheit einen kurzen Spaziergang mit Pagol einzulegen, in dem Drunter-und-dr\u00fcber w\u00fcrde es schon keinem auffallen &#8211; dachte er sich &#8211; machte sein Pferd am Zaun fest und schlenderte davon.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pagol folgte seinem Herrchen auf Schritt und Tritt, immer wieder sah der betagte Dackel dabei zu seinem Herrchen auf, wobei sich der Junker nicht ganz wohl f\u00fchlte.<em> &#8222;Schau nicht so &#8230; &#8222;<\/em> murrte er, doch der Dackel lie\u00df sich von dem kl\u00e4glichen Versuch dem Gespr\u00e4ch auszuweichen nicht beirren. Stattdessen blickte er jetzt sogar noch mehr und &#8211; Sieghelm h\u00e4tte es schw\u00f6ren k\u00f6nnen &#8211; strenger zu ihm auf, fast schon so als w\u00fcrde er sagen wollen: &#8218;Was nun, Siggi?&#8216; Sieghelm konnte sich des langen Blickes seines stummen Gef\u00e4hrten nicht l\u00e4nger erwehren\u00a0 und wurde weich: <em>&#8222;Was sollte ich denn machen?&#8220;<\/em> platzte es pl\u00f6tzlich aus ihm heraus, wobei er sich hilflos gestikulierte. <em>&#8222;Sie war einfach so verschwunden am n\u00e4chsten morgen &#8230; hatte sich davon gestohlen wie eine feige aranische Katze. Ich hatte keine Gelegenheit mit ihr zu reden.&#8220;<\/em> Was folgte, war eine l\u00e4ngere Zeit des Schweigens. Pagol vermied es jetzt zu seinem Herrchen aufzuschauen, stattdessen schnupperte er desinteressiert an einem Busch oder an einem alten Zaunpfahl. Das Pagol ihn nun quasi ignorierte, gefiel dem Streiter Rondras jedoch ebenfalls nicht. <em>&#8222;Sie hat mit ihrem Verhalten uns alle in Gefahr gebracht! Am liebsten h\u00e4tte ich sie f\u00fcr ihr Verhalten sofort gema\u00dfregelt &#8211; so wie man es mit mir tat wenn ich in der Akademie einen Fehler begangen hatte. Fehler bei denen man andere in Gefahr gebracht hatte waren die schlimmsten! Meister Bregelsaum kannte da keinen Spielraum!&#8220;<\/em> Pagol blieb, so wie sein Herrchen, aufgrund des l\u00e4ngeren Erkl\u00e4rungsmonologs stehen und starrte ihn nur Mimikfrei an. <em>&#8222;Jetzt schau nicht so! Sie &#8230; Argh!&#8220;<\/em> Sieghelm ballte die F\u00e4uste und stie\u00df ein w\u00fctendes knurren aus. Als Pagol den Kopf etwas schief legte, hatte er gewonnen: <em>&#8222;Jaaa gut &#8230;&#8220;<\/em> raunte der Darpate kleinlaut. <em>&#8222;Sie hatte nur SICH in Gefahr gebracht dadurch &#8230;&#8220;<\/em> Pagol hechelte zufrieden. <em>&#8222;Aber ist es nicht meine Aufgabe auf ALLE meiner Reisegruppe aufzupassen?&#8220;<\/em> Der Leutnant erleichterte sich an eine Zaunpfahl. Sieghelm seufzte, und schlurfte dann, wissend dass sich Pagol nicht auf so eine Diskussion einlassen w\u00fcrde, weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es verging wieder etwas Zeit, zusammen erreichten sie das Ende des Feldes. Das Geh\u00f6ft war noch zu sehen, doch inzwischen schienen alle Wiederkehrenden sich im Haus eingefunden zu haben. Auch Sieghelm Pferd wurde vom Zaun abgemacht und in den Stall gebracht. Als Sieghelm sich \u00fcber alldies versicherte hatte, machte er einen Knick Querfeldein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Wei\u00dft du Pagol, diese Angelegenheit zwischen Radajahna und Muhalla ist wirklich &#8230;&#8220;<\/em> Sieghelm stockte und suchte nach einem passenden Wort: <em>&#8220; &#8230; kompliziert. Einerseits verstehe ich Muhalla, sie ist seine wahre Liebe &#8211; doch seine Eltern verlangen von ihm das er eine ihm v\u00f6llig Fremde ehelicht. \u00a0Welchen Bund sie wohl begehen w\u00fcrden? Der Phexbund w\u00e4re wohl am wahrscheinlichsten. Aber ob das im Sinne von Azina w\u00e4re? Schon immer wurden die Ehen von den Eltern arrangiert, nur in den seltensten F\u00e4llen ging es dabei tats\u00e4chlich um Liebe, vielmehr um L\u00e4ndereien, B\u00fcndnisse, Macht und Geld.&#8220;<\/em> Sieghelm blieb mitten auf dem beackerten Feld stehen und stie\u00df einen kleinen Stein von dannen. <em>&#8222;Ich glaube nicht das Azina ihn wirklich ehelichen m\u00f6chte. Bestimmt will es die Familie so, und wenn Muhalla sich dazu entscheiden sollte die Ehe platzen zu lassen, dann w\u00fcrde er damit beide Familien diffamieren und entehren.&#8220;<\/em> Der Junker schnaufte nachdenklich, w\u00e4hrend er erneut einen Stein mit dem Fu\u00df wegkickte. Pagol sah dabei nur gelangweilt hinterher, er wusste nicht genau ob dies nur kl\u00e4gliche versuche von seinem Herrchen waren mit ihm &#8218;Fang-das-St\u00f6ckchen&#8216; zu spielen oder ob sein Herrchen nicht wusste was ein St\u00f6ckchen \u00fcberhaupt war. <em>&#8222;Das beste &#8230; &#8222;<\/em> begann der Darpate dann mit einem leicht verschw\u00f6rerischem Unterton. <em>&#8220; &#8230; w\u00e4re es eigentlich, wenn Muhalla unterwegs etwas zust\u00f6\u00dft und verschwindet.&#8220;<\/em> Woraufhin ein bellen des Dackels zu vernehmen war &#8230; wom\u00f6glich weil Sieghelm erneut einen Stein, anstatt eines St\u00f6ckchens beschleunigt hatte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am sp\u00e4ten Nachmittag des 7. 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