{"id":3078,"date":"2013-01-31T10:10:23","date_gmt":"2013-01-31T09:10:23","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=3078"},"modified":"2013-02-09T02:26:14","modified_gmt":"2013-02-09T01:26:14","slug":"gedanken-an-die-heimat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=3078","title":{"rendered":"Gedanken an die Heimat"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es war Nacht. Nur ein laues L\u00fcftchen wehte \u00fcber die Felder des Hofes, w\u00e4hrend der Darpate einsam auf einem Baumstumpf sa\u00df und in die Ferne blickte. Sein Blick war gen Firun gerichtet, wo seine Heimat &#8211; das F\u00fcrstentum Darpatien &#8211; nicht mehr allzu weit entfernt lag. Viele G\u00f6tterl\u00e4ufe waren inzwischen vergangen seit er einst von dort aus aufgebrochen war um sich im Reich ein Namen zu machen. Sieghelm zog einen langen Atem durch die Nase ein, er glaubte die saftigen Wiesen seines Landes schon fast riechen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu seinen F\u00fc\u00dfen lag Pagol, der stolze Dackel des Junkers. <em>&#8222;Kannst du das riechen, Pagol? Darpatien &#8230;&#8220;<\/em> und dabei sprach er den Namen auf eine Art und Weise aus, als w\u00e4re es das sch\u00f6nst auf ganz Dere.<em> &#8220; &#8230; es ist nicht mehr weit. Nachdem wir den Achtbaren Herrn Muhalla in Barburin an Azina saba Belima \u00fcbergeben haben, ist es nur noch ein Katzensprung bis ins F\u00fcrstentum.&#8220;<\/em> Sieghelm Blick ging wieder in die Ferne. Er seufzte. Er musste an seine zwei Br\u00fcder denken, Torion und Traviahold &#8211; was ist wohl inzwischen aus ihnen geworden? Ob Torion wohl inzwischen die Staatsgesch\u00e4fte des Vaters weiter \u00fcbernommen hat? Und ob sich Traviahold &#8211; ganz gem\u00e4\u00df seines Namens &#8211; inzwischen weiter der Traviakirche zugewandt und Priester geworden ist? Sieghelm musste auch an sein Junkerngut denken. An Hochstieg, wie sich die Landschaft des kleines beschaulichen Dorfes im Tal der Berge sanft um den Fluss <em>Hard<\/em> schlengelt. Er dachte auch an seine kleine Festung, an die Hardpassmine, das Gasthaus <em>&#8222;Schl\u00e4gel &amp; Eisen&#8220;<\/em> &#8211; ja ganz besonders an das Gasthaus, die ein oder andere Nacht hatte er sich dort um die Ohren geschlagen. Sieghelm hatte gerade erst seinen Ritter verloren und war noch mit der Verarbeitung der D\u00e4monenschlacht besch\u00e4ftigt, als sich die gute alte Wirtin Jadwina seiner annahm. Ohne sie &#8211; wenn man es so r\u00fcckwirkend betrachtet &#8211; h\u00e4tte er die Zeit wohl nicht \u00fcberstanden. Sie war es auch die ihm als erstes auf die Idee gebracht hatte das Land zu bereisen um auf andere Gedanken zu kommen. Jadwina leistete wohl die Arbeit, die sonst ein Deuter Bishdariels getan h\u00e4tte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>&#8222;Wollt ihr nicht rein kommen, es ist schon sp\u00e4t?&#8220;<\/em> h\u00f6rte Sieghelm eine Stimme hinter sich und fuhr herum, er war so sehr in seinen Gedanken versunken, dass er sie gar nicht hatte kommen h\u00f6ren. Es war Fadime, die Besitzerin des Hofes. <em>&#8222;Ich &#8230;&#8220;<\/em> begann Sieghelm etwas stotternd. <em>&#8220; &#8230; komme gleich. Ich muss noch \u00fcber die heutigen Ereignisse nachdenken und den morgigen Tag planen.&#8220;<\/em> antworte er ihr, wobei ihm f\u00fcr einen kurzen Moment ein L\u00e4cheln \u00fcber die Lippen flog. <em>&#8222;Nat\u00fcrlich, ich lasse euch eine Kerze an, damit ihr auf Euer Zimmer finden k\u00f6nnt &#8211; Gute Nacht.&#8220;<\/em> sprach Fadime und dreht sich dann um.<em>&#8222;Gute Nacht, Fadime.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit seinem Seufzer wandte sich der Junker wieder seiner Gedanken zu. Es war wirklich ein Ereignisreicher Tag. Es gab einen Kampf, der &#8211; den G\u00f6ttern sei es gedankt &#8211; ohne Verluste auf eigener Seite verlief, die Gef\u00e4hrten wurden schwer verletzt, und das alles nur wegen der verschm\u00e4hten Liebe zwischen dem Achtbaren Herrn Muhalla und dieser Scharlatanin Radajahna. Sieghelm schimpfte innerlich \u00fcber den H\u00e4ndler, h\u00e4tte er sich doch nur eher ihm anvertraut &#8211; dann h\u00e4tte er besser darauf reagieren k\u00f6nnen. Dobra war nur ein Handlanger, der wohl mit Hilfe von Radajahne aus dem Gef\u00e4ngnis in Zorgan entkommen konnte. Doch warum wurde Muhalla dann von Dobras Leuten am heutigen Tage angegriffen? Wenn der Scharlatanin wirklich so viel an ihm l\u00e4ge, dann w\u00fcrde sie es nicht riskieren das er verletzten werden w\u00fcrde. Oder war es vielleicht nur Dobras pers\u00f6nliche Rache f\u00fcr den Misslungenen Entf\u00fchrungsversuch in der Karawanserei in Zorgan? Leider w\u00fcrden sie ihn nicht mehr fragen k\u00f6nnen, denn Dobra erlag seinen Verletzungen und weilt nun in Borons Hallen. Der Hauptmann dachte \u00fcber das weitere vorgehen nach. Eine wirklich sehr interessante und \u00fcberraschende Komponente bildete Hjaldar &#8211; der Gjalskerl\u00e4nder aus dem fernen Norden, der ehemals Adeptus Nehazet als pers\u00f6nliche Wache diente. Ihn hatte wohl niemand mehr auf der Rechnung, aber es war nur allzu klar das er irgendwann weiter ziehen w\u00fcrde. Immerhin war Adeptus Nehazet schon lange nicht mehr in Hammerschlag, und jemand wie Hjaldar w\u00fcrde nicht brav wie ein Haustier darauf warten das sein Herrchen zur\u00fcckkommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als sich Sieghelm vorstellte wie Hjaldar durch die Stra\u00dfen von Hammerschlag marschierte, scho\u00df es ihm durch den Kopf &#8211; Hammerschlag! Inzwischen mussten die Leute dort glauben das er tot sei, es sei denn der erste Brief den er verfasst hatte war inzwischen angekommen. Sieghelm hatte es bisher nicht geschafft einen zweiten Brief zu verfassen und nach Hammerschlag zu schicken. Sobald er Barburin erreichen w\u00fcrde, w\u00fcrde er einen Brief aufsetzen &#8211; Hammerschlag musste wissen, dass Hauptmann von Spichbrecher noch unter den Lebenden weilt und bald zur\u00fcck sein w\u00fcrde!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war Nacht. Nur ein laues L\u00fcftchen wehte \u00fcber die Felder des Hofes, w\u00e4hrend der Darpate einsam auf einem Baumstumpf sa\u00df und in die Ferne blickte. Sein Blick war gen Firun gerichtet, wo seine Heimat &#8211; das F\u00fcrstentum Darpatien &#8211; nicht mehr allzu weit entfernt lag. 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