{"id":249,"date":"2011-10-17T15:17:27","date_gmt":"2011-10-17T13:17:27","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=249"},"modified":"2026-01-23T13:33:21","modified_gmt":"2026-01-23T12:33:21","slug":"zuruck-im-kreise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=249","title":{"rendered":"Zur\u00fcck im Kreise"},"content":{"rendered":"<p>[fluid][html typography=&#8220;Text {color: #000000;}TextLinkPassive {color: #000000;}&#8220;]Nach den ganzen Anstrengungen und Strapazen der letzten Tage, dachte ich, ich kann mir nun ein wenig Ruhe g\u00f6nnen und Adaque und mich pflegen. Es gibt auch Einiges mit Onkel Omar zu besprechen. Ich m\u00f6chte ihm einen Brief mitgeben, bevor er nach Aranien reist. Das hei\u00dft, falls er nach Aranien reist.<\/p>\n<p>Nun, ist es leider so, dass sich die Ereignisse wieder einmal \u00fcberschlagen. Delia ist verschwunden! Nicht, dass dies das erste Mal w\u00e4re. Nein, sie scheint in dieser Hinsicht sehr unkonstant oder unvorsichtig zu sein. Wir suchten die alle bekannten gemeinsamen Orte ab. Das Teehaus, wo ich Rowin fand und mit ihm zusammen auf Nehazet wartete, das Hospital, indem Sie arbeitete und den Traviatempel, wo die Schwestern sehns\u00fcchtig auf den Adeptus\u2019 Ankunft warteten. Kaum erblickt, ward er sogleich mit erlesenen Stickereien betraut. Ich besch\u00e4ftigte mich nach dem Mittagsmahl mit Stall- und Tierpflegearbeiten bis Delia hier eintreffen solltet.<\/p>\n<p>Ich schulde Rowin Dank daf\u00fcr, dass er mir den Khumschomer \u00fcberlie\u00df, den er in den Katakomben der Arena erbeuten konnte. Die Waffe selbst ist nichts au\u00dfergew\u00f6hnliches, leicht schlechter als mein aller Khumschomer, den ich von einst von Palmeya als Dank erhielt. Aber die Scheide! Die Scheide ist verziert mit den Runen des Kor. Ich bin gespannt, was diese Aufmachung noch f\u00fcr einen Nutzen haben wird.<\/p>\n<p>Als Rowin zur zweiten Praiosstunde beim Tempel eintraf und sich wunderte, dass Delia noch nicht da ist, machte ich mir doch langsam Sorgen um ihr Wohl. Rasch befragte ich Rowin, wo sie war und wo sie hingegangen sein k\u00f6nnte: \u201eVom Heim Demeyas ging sie Richtung Teehaus\u201c. Nur kam sie dort nicht an. Da ich schon Bekanntschaft mit einigen zwielichtigen Gestalten von Keshal Isig machte, vermutete ich das Schlimmste. In aller Eile befreiten wir Nehazet aus der Runde N\u00e4herinnen und machten uns auf dem Weg. Inzwischen kannte ich mich in f\u00fcnf der Stadtteile recht gut aus. Das trifft bedauerlicher Weise nicht auf Nehazet und Rowin zu, die sich wieder einmal verliefen. Erstaunlich, dass Nehazet damals vor uns in Hammerschlag ankam. Muss eine gl\u00fcckliche F\u00fcgung gewesen sein. Wie auch immer. Jedenfalls fanden die Beiden die Schlafstatt nicht. Es kam der Vorschlag, Demeya doch bei ihrer Arbeit in der Teppichkn\u00fcpferei aufzusuchen. Wir wollten sie lediglich f\u00fcr einige Stunden ausleihen, als uns klar wurde, dass sie eine Sklavin ist.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich machte ich mir im Vorfeld Gedanken dar\u00fcber, wer diese Demeya nun sei. H\u00f6rte ich gar Erstaunliches \u00fcber sie. Sie schlug beispielsweise einen Sklavenh\u00e4ndler nieder und f\u00fchrte meine Gef\u00e4hrten durch den Untergrund zur Arena. Nicht schlecht. Als ich endlich Ihrer angesichts wurde, fiel es mir wieder ein: Vor drei Tagen beobachtete uns eine Frau aus dem Hintergrund. Sie schlicht stets von Stand zu Stand und warf kurze Blicke zu uns her\u00fcber. Ich dachte, dass sie mir vielleicht bei den \u00dcbungen mit Adaque zusah. Erst sp\u00e4t erkannte ich, dass nicht ich, sondern der gute Rowin verantwortlich f\u00fcr ihr Interesse war. Ja, warum auch nicht.<\/p>\n<p>Der H\u00e4ndler Hairam, dem sie geh\u00f6rte, erwog die M\u00f6glichkeit sie zu verkaufen. Aus gespieltem Interesse erkundigte ich mich nach dem Kaufpreis. F\u00fcnf Marawedi nannte er. Zwar, das ist zwar um einiges geringer als das, was ich f\u00fcr Onkel Omar bezahlte, jedoch noch zu viel f\u00fcr unsere bescheidenen Mittel. Nehazet z\u00fcckte kurzerhand &#8211; ich wei\u00df gar nicht, woher er die schon wieder hatte &#8211; eines der hochherrschaftlichen Rollsiegel hervor und bot dieses als Tausch an. Er lobpreiste die M\u00f6glichkeit mit diesem Siegel Einfluss in Shirdar zu erlangen. Er schlug mit Handschlag und Entlassungsurkunde ein. Nun geh\u00f6rt Demeya Magier, der wiederum die Urkunde an Rowin weiterreichte, welcher es in den Tiefen seines Brustpanzers verbarg. Drau\u00dfen fielen sich die Beiden in die Arme und k\u00fcssten sich. Hach ja, so sch\u00f6n kann Liebe sein, ich verga\u00df, wie sch\u00f6n das anzusehen ist.<\/p>\n<p>Azinas Gedanken schweiften zu Igan \u2026<\/p>\n<p>Delia hat auch keine Scheu, sich der Liebe hinzugeben. Bei Firun, DELIA!! Geschwind eilten wir zu Demeyas Heim. W\u00e4hrend sie ihre Habe zusammenpackte, lie\u00df ich Bakkus an Delias Sachen Witterung aufnehmen. Auf Kommando st\u00fcrmte er los. Wir hinterher. Die Spur f\u00fchrte zum Palast der Al\u2019Achami. Oh nein, da kann nur noch Nehazet helfen. Brav stelle er sich in die Reihe der Wartenden. Sein vorgetragenes Begehr lie\u00df das, als Ohr anmutende, Gebilde v\u00f6llig kalt. Erst als Demeya sich dazwischen warf und sagte, dass wir einen Sklaven zu verschenken h\u00e4tten, \u00f6ffnete sich das Lichtgeflutete Tor zu einem gro\u00dfen blendenden Saal. Ein Magier auf einem fliegenden Teppich, der sich selbst als \u201ePf\u00f6rtner\u201c auswies, versperrte uns den Weg und frage erneut nach unserem Begehr. Nun hatten wir keinen Sklaven zu verschenken, sondern forderten die Freilassung unserer Hexe. Da dem nicht entsprochen wurde, bot sich Demeya als Austausch f\u00fcr Delia an. Nat\u00fcrlich verwehrte sich Rowin dieser M\u00f6glichkeit und gab die Papiere f\u00fcr Sie nicht heraus. Ich \u00fcberlegte fieberhaft, was ich tun k\u00f6nnte. Aber au\u00dfer dem Pf\u00f6rtner den Khumchomer quer \u00fcber das \u00fcberhebliche dreinblickende Gesicht zu ziehen, fiel mir nichts ein. Das h\u00e4tte auf der Stelle unser aller Tod bedeutet. Hilflos sah ich mit an, wie sich Demeya hingab und Rowin in sich zusammenbrach. Drau\u00dfen lie\u00df sich Rowin weinend an einer Statue nieder. Ich vermochte ihm keinen Trost zu spenden. Nur der Schwur nach Rettung entglitt meinem Mund.<\/p>\n<p>Nach einer qu\u00e4lenden Stunde erschien Delia fr\u00f6hlich aus dem Licht. \u00dcbel kahl geschnitten und mit Fesselspuren an den Gliedern fragte sie, warum wir so gedr\u00fcckter Stimmung waren. Nat\u00fcrlich versuchten Nezahet und ich ihr zu erkl\u00e4ren, was passiert ist. Nehazet mehr sachlich und ich eher pers\u00f6nlich, aber sie lie\u00df sich auf nichts ein. Ihre Erinnerung wiegt st\u00e4rker als unsere Aussagen. Freiwillig soll sie sich nach Unterfeld begeben haben, um sich die Haare zu schneiden. Also bitte. Das kann nicht einmal sie selbst sich abnehmen. Jedoch konnten wir Zweifel s\u00e4hen, der sie sichtlich durcheinander brachte.<\/p>\n<p>Wir lie\u00dfen Rowin zur\u00fcck, der, unf\u00e4hig sich zu bewegen, seinen Gef\u00fchlen freien Lauf lie\u00df. In Gedanken schmiedete ich bereits Pl\u00e4ne f\u00fcr die Befreiung seiner Liebsten. Nur brauchte ich dazu unbedingt Delia. Daher f\u00fchrten wir sie zur\u00fcck zum Traviatempel, wo wir uns nach einem kurzen Abendmahl schlafen legten. Delia schlief unruhig. Unschl\u00fcssig, was zu tun ist, nahm ich sie behutsam in meine Arme.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen untersuchte Nehazet Delia ausf\u00fchrlich magisch. Sie bat mich, in der Ecke zu warten, bis er sein Wirken beendet h\u00e4tte. Sie ruht mit geschlossenen Augen auf Knien vor dem Adepten. Ich schaute leicht gelangweilt, weil sichtbar rein gar nichts passierte, aus dem Fenster. Was ich dort zu sehen bekam, lie\u00df mich meinen Augen kaum trauen. Dort lie\u00df gerade Rowin zwei Eimer mit Wasser fallen, die ihren Inhalt zu seinen F\u00fc\u00dfen entlie\u00dfen. Ihm Gegen\u00fcber stand tats\u00e4chlich Demeya. In schlaffer Haltung versuchte sie an ihm vorbei zu kommen, doch der Schwertgeselle hielt sie fest und sch\u00fcttelte sie sanft. Erneut unternahm sie einen zaghaften Versuch sich loszueisen.<\/p>\n<p>Das Bild scheint sich zu ver\u00e4ndern, das klare Wasser auf dem Pflaster f\u00e4rbt sich langsam rot und beginnt zu lodern. Zuckende Flammen umspielen das Paar. \u00dcber dem Brunnen brodelt ein Kessel. Der Blickrand verschwindet, alles konzentriert auf die Beiden vor dem \u2026 nein, in dem \u2026 Herdfeuer. W\u00e4hrend Nehazets rhythmische fremde Worte in weite Ferne r\u00fccken, beginnt Rowin zu zittern. War es aus Erregung? War es aus Zweifel? Oder war es \u00fcberw\u00e4ltigende Liebe. Mit einem Ruck bewegt er seinen Kopf auf den Ihren zu. Ein Kuss, strahlend, wie die aufgehende Sonne l\u00f6ste die famili\u00e4re Szenerie in Luft auf. Wirbelnde Farben kreisten noch einmal um sie, ehe sie verblassten. Ungl\u00e4ubig starrte Rowin in Demeyas wache Augen. Als sie sich endlich regt, schloss er sie fest in seine Arme. Danke Travia. Danke f\u00fcr ihr beider Gl\u00fcckseeligkeit.<\/p>\n<p>Viel Gl\u00fcck euch Beiden. Euer Weg zeichnet sich mir klar ab. Herumzureisen ist nicht mehr euer Ziel. Folgt nun frohgemut Travias heimischen Weg. M\u00f6ge euer Gl\u00fcck niemals schwinden.<\/p>\n<p>Erfreut, doch zugleich traurig, wendet sie den Blick von den Beiden ab. Ihre Miene wird wieder ernst, doch ein leichtes, kaum vernehmbares, L\u00e4cheln umspielt ihre geschlossenen Lippen.<\/p>\n<p>______________________________<\/p>\n<div>\n<p>Gedanken der Azina<\/p>\n<\/div>\n<p>[\/html][\/fluid]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[fluid][html typography=&#8220;Text {color: #000000;}TextLinkPassive {color: #000000;}&#8220;]Nach den ganzen Anstrengungen und Strapazen der letzten Tage, dachte ich, ich kann mir nun ein wenig Ruhe g\u00f6nnen und Adaque und mich pflegen. Es gibt auch Einiges mit Onkel Omar zu besprechen. Ich m\u00f6chte ihm einen Brief mitgeben, bevor er nach Aranien reist. 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