{"id":1094,"date":"2012-04-04T09:25:21","date_gmt":"2012-04-04T07:25:21","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=1094"},"modified":"2012-04-04T09:25:21","modified_gmt":"2012-04-04T07:25:21","slug":"der-emir-ist-tot-lang-lebe-der-bey","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?p=1094","title":{"rendered":"Der Emir ist tot, lang lebe der Bey"},"content":{"rendered":"<p>02.Praios 1026 n.B.F.<\/p>\n<p>Endlich ist es soweit, dass sich nach Wasser verzehrende Land wird seinen Durst gestillt bekommen. Aber beginnen wir der Reihe nach, um meine M\u00f6glichkeiten zu erweitern zog ich es vor, erneut einen Teil meiner Vitalkraft in astrale Kraft umzuwandeln, dabei verkalkulierte ich mich wohl geringf\u00fcgig, bez\u00fcglich der negativen Auswirkungen auf meine Konzentrationsf\u00e4higkeiten. Anschlie\u00dfend schloss ich noch letzte Vorbereitungen f\u00fcr den Beginn des Tages ab. Danach nutzte ich die Gelegenheit um die hiesige K\u00fcche n\u00e4her kennenzulernen. Nach der S\u00e4ttigung meines Corpus begab ich mich zur Karawanserei, Azina saba Belima harrte erneut wachend \u00fcber ihren Speer aus. Im Inneren der Karawanserei fand ich Delia und Jane vor, wir berieten uns noch kurz. Anschlie\u00dfend n\u00e4herte sich die Stunde des Rituals, die Gefolgsleute des Emirs begannen damit die Bewohner der Umgebung und die G\u00e4ste zu n\u00f6tigen sich doch das Ritual, welches der &#8222;Ehrenwerte&#8220; Emir durchf\u00fchren w\u00fcrde um das Wasser wieder sprudeln zu lassen, anzusehen auf das Glanz und Glorie seiner Taten sich auch weiterhin mehrten, oder so \u00e4hnlich. Um meine Begleiter, vor allem die innig gesuchte Delia, nicht in Gefahr zu bringen beschloss ich mit einigem Abstand vorran zugehen. Der Aufstieg war wieder zehrend am Leibe, sollte unbedingt einen Aufzug installieren, \u00e4hnlich wie diese Konstruktionen in den Erhabenent\u00fcrmen oder den sich selbstst\u00e4ndig bewegenen Gegenst\u00e4nden in Punin, h\u00e4tte ich nicht nach alternativen M\u00f6glichkeiten der Illumination der Umgebung gesucht, h\u00e4tte ich mich damals wohl st\u00e4rker mit der moventia besch\u00e4ftigt. Wir erreichten also, gem\u00e4\u00dfigten, Schrittes den Staudamm, vor dem Ritualplatz war ein Pult, mit Stehfl\u00e4che f\u00fcr den Emir errichtet, warum auch immer, ich konnte die Dorfbewohner, und ich stand unmittelbar neben dem Emir, nicht sehen, ich zweifelte doch stark daran, dass der Emir seine Bev\u00f6lkerung durch diesen geringf\u00fcgigen h\u00f6henunterschied bewundern, bzw. von diesen bewundert, werden k\u00f6nnte. Auf dem Pult wurde die Instruktionen f\u00fcr das Ritual ausgebreitet, die Siegel wurden bereitgehalten und das Ritual begann. Wie zu erwarten erschien tats\u00e4chlich ein, doch recht, beeindruckender Elementarer Meister des Erzes, welcher auch erst relativ gem\u00e4chlich war, bis zu dem Punkt wo ihm einfiel, das er noch bezahlt werden m\u00fcsse, war ja klar, alle 49 G\u00f6tterl\u00e4ufe und kaum halten wir das Ritual ab, ist diese Frist vorbei, typisch, manchmal frage ich mich, ob wir nicht selbst einen gigantisch wuchernden karmatischen Kausalknoten um uns zu bilden beginnen, weiterhin verlangte er, nat\u00fcrlich, nach den Diamanten, welche der Emir zu seiner damaligen Freude so gro\u00dfz\u00fcgig verprasste, was ja auch vorherzusehen war, ich fragte mich wirklich, wo dieser Herrscher war, als Hesinde und Nandus ihre Gaben verteilten. Von Zorn erf\u00fcllt \u00fcber das nicht einhalten der Abmachung begann der Elementare Meister damit seinen Staudamm zu zerhauen, ich begann also mit meiner eigenen Darbietung, leider wurde auch ich nicht gesehen, was solls, ich forderte also, knapp, vom Wasser\u00a0 zu flie\u00dfen. Der Emir erschien erbost, warum auch immer, er wollte das das Wasser flie\u00dft und das tat es, daf\u00fcr dass er zu bl\u00f6d war, einige wichtige Dinge zu bedenken kann ich ja wohl nichts. Und beschloss als n\u00e4chstes zu verschwinden und rief also den Luftdschinn. Vorher musste ich jedoch feststellen, dass ein ausd\u00f6rren der Vitalkraft in einer Bedrohungssituation mehrere problematische Nebenwirkungen aufweisen kann, in meinem falle war dies ein Scheitern eines Cantus welchen ich zur Verteidigung meinerseits webte. Und da der Emir nicht reden sondern nur seinem Stahl das Wort oder eher den Streich gestattete, wurde ich schwer an meinem rechten Arm verletzt, wie das schmerzte, ich musste durch den Schock bessinungslos geworden sein, wie unp\u00e4sslich, aber praktischerweise begann sich die Luft vorher um mich zu erheben, so dass ich noch nicht, es w\u00e4re auch ein gigantischer Verlust f\u00fcr Dere gewesen, ein (sehr) fr\u00fchzeitiges Ende fand. Ich kann einige hundert Schritt \u00fcber dem Boden zu mir, der Arm schmerzte stark, bei so einem Hemmnis der Konzentration kann ich verstehen, warum der Aktionsradius mit einer entsprechenden Besch\u00e4digung des Corpus rapide eingeschr\u00e4nkt wird. Der Dschinn berichtete mir das es knapp unter 3500 Kakteen in der Umgebung g\u00e4be, meine Konzentration schweifte erneut ab, schade, die genaue Zahl h\u00e4tte mich interessiert. Ich wurde auf dem Dach des Emirspalastes abgesetzt, ohne das die Wachen mich bemerkten, da ich im Moment doch etwas stark eingeschr\u00e4nkt war, trug ich dem Dschinn auf die Shanja in Sicherheit, also zu Collegus Rafim Bey ibn Rizwan, zu bringen. Er begann auch sofort mit der Umsetzung desselben, ich konnte nur noch geschrei und gezeter das dadurch folgte wahrnehmen. Ich probierte meine Schmerzen zu ignorieren und mittels der Wirkung eines Balsam Salabunde Cantus meine Wunde zu versorgen, aber die durch die geringe Vitalkraft geschw\u00e4chte Konzentration versagte mir erneut ihre Dienstbarkeit, mein Cantus versagte, erneut. Mir blieb also wenig \u00fcbrig als abzuwarten, erst jetzt fiel mir auf das mein Stab nicht bei mir war, ich muss ihm am Staudamm zur\u00fcckgelassen haben, vermutlich als ich durch den Schlag des Emirs bessinungslos umst\u00fcrzte. Ich beschloss mich auszuruhen, sofern das m\u00f6glich war. Nach einiger Zeit bemerkte ich, dass sich jemand dem Dach n\u00e4herte, ich krammte meine B\u00fcrste hervor und nutze die letzte Anwendung um meine Kleidung zu reinigen, ein Gefolgsmann des, inzwischen vermutlich verstorbenen, Emirs gefolgt von zwei weiteren S\u00f6ldnern trat auf mich zu, fragend ob ich Nehazet ibn Tualchim sei, was ich bejahte. Er begleitete mich nach unten, wobei seine Leute angewiesen wurden mir st\u00fctzend zu helfen, ich konnte bemerken dass der Wachhabende Offizier in Selbstgespr\u00e4chen verwickelt war, ohne es genauer zu \u00fcberpr\u00fcfen, aber ich vermutete dahinter das Werk von Collegus ibn Rizwan, genauer einen Diener Lolgramoths, Yel&#8217;Arizell gehie\u00dfen, den S\u00e4er der Zwietracht. Spontan wurde dann doch beschlossen mich zuersteinmal nach unten in den Hof zu bringen. Dort dauerte es auch nicht lange, bis die Truppen G\u00e4ste bemerkten, auf die Frage, was nun zu tun sei, rief ich zur\u00fcck das die Tore ge\u00f6ffnet werden sollten, es handle sich um Verb\u00fcndete, der Beeinflusste stimmte zu. Nach einigen weiteren Momenten wurden die Tore tats\u00e4chlich ge\u00f6ffnet. Einige berittene Dienstleute des Beys von Naggilah ritten in den Hof hinein, kurz danach gesellte sich auch Collegus ibn Rizwan dazu. Von jenem wurde ich auch sofort als Bey von Khorrestan tituliert, es freue ihn mich wiederzusehen, seine Frau sei wohlbehalten angekommen und soweiter und sofort. Die verbliebenen Leute des ehemaligen Emirs, wurden vor die einfache Wahl gestellt, mir ihre Treue zu schw\u00f6ren oder, im besten Falle, sofort zu verschwinden. Sie entschieden sich f\u00fcr den Treueschwur. Danach verabschiedete sich Collegus ibn Rizwan, der Wesir, welchen er stellen w\u00fcrde, s\u00f6llte in k\u00fcrze ankommen. Ich verlangte als n\u00e4chstes nach einen Stock, um mich zu st\u00fctzen, danach wies ich meine Leute an, einige Personen, namentlich Azina saba Belima, Delia und Jane Peddersen, zu mir zu bringen, sollten Sie vor dem Palast erscheinen, anschlie\u00dfend wurde meine Wunde versorgt. Nachder Wundversorgung hatte ich auch das &#8222;Vergn\u00fcgen&#8220; mich mit Tuluf, den Verk\u00e4ufer von Tand und \u00fcberdies Bruder des verstorbenen und ungeeigneten Potentaten, zu befassen, jener forderte sein Recht ein, was genau worin bestand? Ach ja er wollte Emir an stelle des Emirs werden, er eiferte sich vieler Dinge, irgendwann war es mir einfach zu viel, ich hatte schlie\u00dflich wichtigeres zu tun, ich stellte ihm einige wenige Bedingungen, Hesinde verzeih, aber du und Nandus ihr habt anscheinend der ganzen Familie eure Gaben verwehrt, oder? Das er erstens Azina saba Belima ihren Speer zur\u00fcckgeben solle und, naja der Rest war eigentlich relativ egal, da er die Situation immer noch nicht erfasste, begann ich mich an seinen S\u00f6ldner zu wenden, jener entschied sich f\u00fcr die weise Wahl sich mir anzuschlie\u00dfen und schlug Tuluf ersteinmal, prophylaktisch, ins Gesicht, danach lie\u00df ich ihn in eine Kerkerzelle nach Wahl des abf\u00fchrenden S\u00f6ldners f\u00fchren. Weiterhin wies ich meine Leute an, doch den Wagen von Tuluf ibn Harun sicherzustellen, in diesem Moment tauchten Azina saba Belima, Delia und Jane Peddersen auf. Delias Reaktion war nach vorne zu st\u00fcrmen, was wohl als Angriff gedeutet wurde, Feqz sei dank konnte schlimmeres vermieden werden, lediglich auf den geb\u00fchrenden Abstand bestand mein S\u00f6ldner. Wir begaben uns in das Palast innere um zu reden. Nach einiger Zeit erschien auch ein S\u00f6ldner mit dem von mir beschriebenen Speer, er war viel schwerer als er aussah, lag vermutlich nur an meinem verletzten Arm, jenen \u00fcbergab ich an Azina, welche, ungewohnterweise, begann mich zu umarmen, ich schlug ihr vor, weiterhin ihren Onkel Omar al&#8217;Alam zu fragen ob er nicht in meine Dienste als Wesir treten w\u00f6lle, Delia und Jane sagten noch etwas bez\u00fcglich des Harems und einer Frau f\u00fcr mich und machten sich auf den Weg, vermutlich, in selbigen. Zum Ausklang des Tages, hielt ich es noch f\u00fcr sinnvoll den Dorf\u00e4ltesten davon unterrichten zu lassen, dass ein f\u00e4higer, weiser, gelehrter, machen wir es kurz das ein neuer Herrscher an der Macht sei, n\u00e4mlich ich selbst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>02.Praios 1026 n.B.F. Endlich ist es soweit, dass sich nach Wasser verzehrende Land wird seinen Durst gestillt bekommen. 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