{"id":3934,"date":"2013-05-13T21:48:12","date_gmt":"2013-05-13T19:48:12","guid":{"rendered":"http:\/\/teehausgeschichten.de\/?page_id=3934"},"modified":"2017-01-16T11:05:32","modified_gmt":"2017-01-16T10:05:32","slug":"ludevico-g-l-eichauer","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?page_id=3934","title":{"rendered":"Ludevico G. L. Eichauer"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong> Familie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Ludevico.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7225\" src=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Ludevico.png\" alt=\"ludevico\" width=\"294\" height=\"393\" srcset=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Ludevico.png 294w, https:\/\/teehausgeschichten.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Ludevico-224x300.png 224w\" sizes=\"auto, (max-width: 294px) 85vw, 294px\" \/><\/a>Ludevico Graulunkh Llondrian Eichauer wurde am 24.Efferd 1005 B.F. als erstes Kind vom f\u00fcnfzigj\u00e4hrigen Ulrik und der damals noch 17-j\u00e4hrigen Hesindiane geboren. Seine Mutter hatte schon eine Vorliebe f\u00fcr fremde Kulturen, darum das Kauderwelsch aus horasischem, Orkischem und Elfischem Namen. Sein Vater ist erst recht sp\u00e4t in den Traviabund eingetreten. Wie er sp\u00e4ter behauptete, musste er sich erstens zun\u00e4chst zu sehr um die gesch\u00e4ftlichen Belange des Handelshauses Eichauer k\u00fcmmern; zweitens habe er sein Leben lang nach einer Frau wie Hesindiane gesucht. Tats\u00e4chlich aber lag der Grund daf\u00fcr in seinem generellen Desinteresse am Werben um die Hand einer Frau sowie sein Ungeschick darin, sich dem anderen Geschlecht zu n\u00e4hern begr\u00fcndet, was er aber niemals zugeben w\u00fcrde, denn daf\u00fcr war er zu stolz und zu ehrgeizig. Schon bei der Zeremonie zum Traviabund gab es schlechte Zeichen. Im Tempel wollte es nicht richtig warm werden, es war feucht, kalt und nass. Das Essen, das bei der Hochzeitsfeier serviert wurde, war komplett versalzen und auf dem Heimweg brach ein schlimmes Gewitter los und die Braut glitt aus und fiel in den Matsch. All dies lie\u00df Ulrik nicht beirren, schlie\u00dflich war seine Liebe f\u00fcr sie tief. Und so gab es sich, dass ein Jahr sp\u00e4ter der kleine Ludevico auf die Welt kam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Generell war sein Vater bis dato immer ein in sich gefestigter Mann, doch seine Frau, die zun\u00e4chst ein bescheidenes M\u00e4dchen aus einfachen Verh\u00e4ltnissen stammte, mit der Zeit aber dank der Verlockungen des Geldes zu einer echten Diva heranwuchs, nahm zusehends mehr Einfluss auf ihn. Zun\u00e4chst nur im Privaten, sp\u00e4ter auch beruflich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der kleine Ludevico nahm das alles mit regem Interesse wahr. Letztlich pr\u00e4gte das Verhalten seiner Mutter ma\u00dfgeblich sein Verh\u00e4ltnis zum anderen Geschlecht. W\u00e4hrend sich seine Mutter nur m\u00e4\u00dfig f\u00fcr die Erziehung ihrer Kinder interessierte, sondern vielmehr f\u00fcr andere Dinge [siehe unten], nahm der Vater fr\u00fch die Geschicke seines Erstgeborenen in die Hand. Schon recht zeitig war klar, dass er das Unternehmen beerben wird und so versuchte sein Vater so bald es ging in die Struktur des Unternehmens einzubinden. Anfangs waren es nur kleinere Boteng\u00e4nge, die der gerade zehnj\u00e4hrige ausf\u00fchrte; sp\u00e4ter, mit nur vierzehn G\u00f6tterl\u00e4ufen, wurde er bereits dank seiner schnellen Auffassungsgabe und seinem regen Interesse f\u00fcr die Abl\u00e4ufe in einem Gro\u00dfunternehmen und sein gutes Rechnen in das Rechnungswesen und die Wirtschaft eingebunden. So durfte er mit siebzehn G\u00f6tterl\u00e4ufen zun\u00e4chst Rechnungen pr\u00fcfen, dann selbst ausstellen. W\u00e4hrend dieser Zeit baute seine Mutter zun\u00e4chst ihre Sammlung an Abenteuerromanen aus. Schlie\u00dflich ertr\u00e4umte sie sich schon immer ein Leben auf den Stra\u00dfen Aventuriens. Sie sah sich auch als Hobbyforscherin, hatte allerdings immer nur Laienwissen und erg\u00f6tzte sich an Gegenst\u00e4nden, die so fremdartig waren, wie die Orte, von denen sie stammte. Mit der Zeit verprasste sie Unmengen an Dukaten daran, Entdecker und Abenteurer auf die Suche nach immer exotischeren Gegenst\u00e4nden zu schicken, die bald die Wohnung schm\u00fcckten. Diese Sammelleidenschaft, die eigentlich eher eine Sucht war, sollte sp\u00e4ter ihr Verderben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwa f\u00fcnf Jahre nach der Geburt Ludevicos kam sein kleinerer Bruder auf die Welt. F\u00fcr den jungen Ludevico war es einerseits ein Segen, da er nun nicht das einzige Kind war, andererseits zog das Neugeborene und sp\u00e4ter der kleine Nasir nat\u00fcrlich viel Aufmerksamkeit ab. Jedoch waren die beiden so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Nasir war unaufmerksam, fahrig, schw\u00e4nzte des \u00f6fteren die Praiosschule und zeigte als Jugendlicher wenig Interesse an den Abl\u00e4ufen im Handelshaus, daf\u00fcr umso mehr daran, das Geld seines Vaters f\u00fcr Trinkgelage mit seinen Freunden auszugeben oder Frauen teure Geschenke zukommen zu lassen, die er nach der ersten Nacht einfach links liegen lie\u00df. Zwischen Ludevico und Nasir entwickelte sich so \u00fcber die Jahre eine Hassliebe, da sie so unterschiedlich waren, wie Andergast und Nostria. Nat\u00fcrlich war Nasir immer Nostria.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Das Handelshaus Eichauer<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Handelshaus an sich hat eine Geschichte, die schon zehn Generationen zur\u00fcckliegt. Sie ist auch pr\u00e4gend f\u00fcr das Unternehmen und dessen Philosophie. Denn es war nicht immer ein gro\u00dfes, bekanntes Haus gewesen. Sepp Eichauer war dereinst ein einfacher Holzf\u00e4ller aus einem kleinen Andergastschen Dorf gewesen, der, so erz\u00e4hlt es noch heute Ulrik Eichauer, tagein, tagaus gearbeitet hat. Er hat sich nicht einen Tag Pause geg\u00f6nnt. Oft ist er ganz allein in den Wald gegangen und hat Holz gehackt, im Winter hat er Schnee geschaufelt, nebenbei, wenn sonst nichts zu tun gewesen ist, hat er gegen einen kleinen Obulus die nahegelegene Br\u00fccke ausgebessert, ebenso die H\u00e4user der D\u00f6rfler, er hat aus kleinen Holzst\u00fccken Figuren geschnitzt, die er anmalte und einmal im Mond nach Andergast auf dem gro\u00dfen Markt verkaufte. Doch das Geld, das er durch den Verkauf von Feuer- und Bauholz, von kleinen Schreiner- und Handwerksarbeiten, Figuren und \u00e4hnlichem verkaufte, gab er nicht aus. Nein, er sparte jeden einzelnen Kreuzer. Bis er eines Tages genug Geld zusammen hatte, sich in Andergast zun\u00e4chst eine kleine Schreinerwerkstatt zu kaufen. Von nun an lief alles viel besser. Er g\u00f6nnte sich am Praiostag einen freien Tag, verdiente sich genug Geld, um einen Lehrling anzustellen und hatte nur zehn Jahre sp\u00e4ter genug Kenntnis von Holz und auch genug Geld, dass er begann, Holz aufzukaufen und im gro\u00dfen Stil zu verkaufen. Er war bei den Leuten in Andergast schnell sehr beliebt, denn die Geschichte der Eichauers ist die eines einfachen Landmanns, der durch harte Arbeit und geschicktes Handwerk und auch ein wenig Gl\u00fcck zu Reichtum, Ansehen und einem stattlichen Weib mit vielen gesunden Kindern kam. Darum w\u00fcrde ein Eichauer niemals jemanden, egal, woher er kommt, schlechter behandeln, als einen Adligen. Denn das Motto der Eichauers ist: Edelsteine sehen zu Beginn auch nicht anders aus als der Dreck in dem sie liegen, wenn man jedoch Arbeit hineinsteckt, so werden aus ihnen Phexens Sternenzelt gleich funkelnde Brillanten. Darum weist das Handelshaus niemanden ab, solange er ihnen seinen Wert beweisen kann und sich als vertrauensw\u00fcrdig, f\u00e4hig und flei\u00dfig erwiesen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor etwa zehn G\u00f6tterl\u00e4ufen, im Jahre 1019 B.F., kaufte jemand einen alten Handelskontor auf. Es war die Familie Dalibor, die aus dem Horasreich stammte und meinte, im hinterw\u00e4ldlerischen Andergast sei noch etwas zu holen. Im Gegensatz zu den Eichauers waren die Dalibors schon immer gut betucht gewesen, man sagt ihnen nach, sie w\u00fcrden auch vor krummen Gesch\u00e4ften keinen Halt machen und w\u00fcrden ihr Geld noch von den Zeiten her haben, in denen sie noch zum Adel geh\u00f6rten, bis sie aus irgendwelchen Gr\u00fcnden beim K\u00f6nigshaus in Ungnade gefallen sind un ihnen der Adelstitel aberkannt wurde. Sie sind das genaue Gegenst\u00fcck zu den schlichten Eichauers, die es vom Gesch\u00e4ftsvolumen mit den Dalibors aufnehmen k\u00f6nnen, aber im Gegensatz zu ihnen sind die Horasier Tuchh\u00e4ndler und tragen ihren Reichtum gern zur Schau. Immer mit den feinsten Stoffen behangen und mit Gold und Edelsteinen besetzt, lassen sie sich von einer Dienerschar auf S\u00e4nften durch die schlammigen Stra\u00dfen tragen, sind arrogant und \u00fcberheblich, w\u00e4hrend die Eichauers immer zu Pferde oder auf Trippen durch die Stadt reiten oder laufen. Als sie ihr Gesch\u00e4ft auf den Holzhandel auszudehnen versuchen &#8211; denn in Andergast gibt es davon ja genug &#8211; machen sie sich die Eichauers zu Feinden.<br \/>\nSie haben eine Tochter namens Lysandra, die ebenfalls in Andergast wohnt und nur zwei G\u00f6tterl\u00e4ufe j\u00fcnger ist als Ludevico.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund der neu aufkommenden Konkurrenz wollte die Familie Eichauer ihre Gesch\u00e4ftsbeziehungen erweitern und nahm Kontakt mit einem Lageristen in\u00a0 Al&#8217;Anfa auf, der verschiedenste Arten von Waren aufkauft und weiterverkauft, daf\u00fcr auch ausreichend Lagerplatz zur Verf\u00fcgung hat. Al&#8217;Anfa war das naheliegendste, denn keine Stadt und kein Handelspartner hat so viel Geld wie die Perle des S\u00fcdens.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ludevico und die Frauen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lysandra war Ludevicos erste und einzige gro\u00dfe Liebe. In Andergast haben Frauen ohnehin einen schlechteren Stand, doch Ludevico k\u00fcmmerte es wenig. Heimlich schlich er sich zum Anwesen der Dalibors und beobachtete Lysandra immer auf dem Weg zur Magierakademie und zur\u00fcck, ihr glockenhelles Lachen, ihre langen, lockigen schwarzen Haare und ihre saphirblauen Augen hatten es ihm angetan. So verliebte er sich in den Spross der verfeindeten Familie. Irgendwann sprach er sie an, sie verliebte sich auch in ihn und von da an trafen sie sich heimlich. Er erfuhr von ihr, dass sie magisch begabt sei, dies jedoch erst sp\u00e4t entdeckt wurde, sodass sie bei der Gesellschaft des roten Salamanders eine Ausbildung zur Alchimistin machte, so konnte sie auch der Familie beim Herstellen von F\u00e4rben f\u00fcr die Stoffe helfen. Doch das junge Gl\u00fcck war nicht von langer Dauer. Irgendwann bekam die Familie Dalibor die junge Liebschaft mit und dr\u00e4ngte Lysandra dazu, Ludevico Informationen zu entlocken. Der offene und verliebte Ludevico ahnte davon nichts und sie trafen sich weiterhin. Er erz\u00e4hlte ihr, wie die Familie Eichauer arbeitet, mit wem sie Gesch\u00e4ftsbeziehungen unterh\u00e4lt und \u00e4hnliches mehr. Das ganze flog erst auf, als Faelron Dalibor, das Oberhaupt des Abzweigs Dalibor in Andergast, bei Ulrik Dalibor vorstellig wurde und damit angab, was sein Sohn alles leichtfertig erz\u00e4hlte. Der Vater war am Boden zerst\u00f6rt. Die Beziehung zu seinem Sohn war zun\u00e4chst ruiniert und besserte sich erst Jahre danach. Der Glaube an die Liebe und an das Gute im Menschen und an eine Beziehung mit einer Frau waren zerst\u00f6rt und lagen in einem Scherbenhaufen vor ihm. F\u00fcr Lysandra hatte er nur noch Verachtung \u00fcbrig. Sie erkannte erst zu diesem Zeitpunkt, wieviel Schaden sie durch ihr Tun angerichtet hatte, denn nun war alles aus, obwohl sie ihn immernoch liebte. So pr\u00e4gte dieses Erlebnis und das Verhalten seiner Mutter Ludevicos Sicht auf die Frauenwelt. Sie sind alle nur darauf aus, einen auszunehmen und sich zu nehmen, was sie wollen, wenn man nur Schw\u00e4che in Form von Zuneigung und Liebe zeigt, dessen war er sich sicher.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Wie Ludevico zum Schatten Alverans fand<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Handelsgeschick der Eichauers war nicht allen auf die Verhandlungsf\u00e4higkeiten der Familienoberh\u00e4upter und auf Flei\u00df begr\u00fcndet, wie Ulrik zu glauben scheint. Sepp Eichauer, der Begr\u00fcnder der H\u00e4ndlerdynastie heiratete n\u00e4mlich zuf\u00e4llig eine Phexpriesterin ohne, dass er es in seinem Leben je erfahren hat. Ihr Wissen gab sie an einen ihrer S\u00f6hne weiter, der das meiste Geschick in den Wegen des Gottes aufzuzeigen schien. So wurde es langsam zur Tradition, von Generation zu Generation weitergegeben. Sobald Ludevico zw\u00f6lf G\u00f6tterl\u00e4ufe z\u00e4hlte, wies ihn sein Gro\u00dfvater in die Kunst des Grauen ein. Er f\u00fchrte ihn zun\u00e4chst in den Keller, wo sich ein Geheimgang zu einem kleinen Phexschrein befand. Er erkl\u00e4rte ihm, er sei schon recht alt, und ehe die Tradition ausstarb, wolle er sein Wissen an einen der seinen weitergeben. Er hatte mit seiner Frau damals nur einen einzigen Sohn, und dieser schien ihm ungeeignet zu sein. Darum wartete er geduldig, bis Ludevico im rechten Alter war und unterwies ihn in den Wegen des Phex. Er forderte Verschwiegenheit, Flei\u00df und Geistesblitz. Lange musste Ludevico nicht nachdenken, das war genau seine Bestimmung, wenn er recht \u00fcberlegte, auch wenn es ihm vorher nie so bewusst wurde. So trafen sie sich immer heimlich im Phexschrein. Der Gro\u00dfvater lie\u00df ihn zun\u00e4chst die Texte, Liturgien und Schriften auswendig lernen, bis er meinte, er k\u00f6nne sich den Rest nun selbst beibringen. Darum war es f\u00fcr Ludevico ein gro\u00dfer Schock, als sein Gro\u00dfvater, der f\u00fcr ihn noch mehr ein Vater war als Ulrik, im Travia des Jahres 1025 zu Boron gerufen wurde. Doch die Ausbildung war abgeschlossen. Ludevico war bereit, den Platz seines Gro\u00dfvaters einzunehmen und irgendwann, so er denn mal einen Sohn haben sollte, auch ihn in den Wegen des Grauen zu unterweisen. Von da an nutzte Ludevico\u00a0 den kleinen Phexschrein, um seinen Gott um Rat zu fragen, zur Kontemplation und Gebet.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Die nahe Vergangenheit und Gegenwart<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Irgendwann im Boron 1028, Ludevico war allein mit seiner Mutter im Zimmer, kehrte mal wieder eine Gruppe Entdecker und Abenteurer zur\u00fcck in den Handelskontor der Eichauers. Sie waren, so konnte Ludevico heraush\u00f6ren, in den Echsens\u00fcmpfen nahe Selem auf eine alte Ruine gesto\u00dfen, die noch von Echsenwesen bewacht waren. Sie schm\u00fcckten die Kampfszenen sehr detailreich aus und betonten immer wieder die Gefahren, die in der alten Echsenruine lauerten. Heimt\u00fcckische Fallen, giftige Tiere und Krankheiten, die man sich schon allein der feuchtwarmen Witterungen sehr leicht zuziehen konnte, lauerten dort. Nur dank ihres f\u00e4higen Heilers, der sie begleitete konnten sie die ganzen Gefahren meistern.\u00a0 Ludevico durchschaute nat\u00fcrlich das Gebahren der Fremden, den Preis in die H\u00f6he zu treiben. Nachdem ein dick gef\u00fcllter Beutel Dukaten und ein in Tuch eingeschlagener Gegenstand die Besitzer wechselten, ging die Heldengruppe wieder, mit merklich breitem L\u00e4cheln auf den Gesichtern. <em>Hach, diese exotischen Gegenst\u00e4nde sind ja schon h\u00fcbsch anzuschauen, aber die Geschichten ihrer Entdeckung und Bergung sind das, was sie interessant macht und zum Leben erweckt. So eine Maske<\/em>, sie deutete auf den Gegenstand, offenbar wirklich eine schmale Maske, die die Augen bedeckt, mit Goldenen verschlundenen Linien verziert und mit gr\u00fcnen und roten Edelsteinen verziert, <em>k\u00f6nnte ich mir wohl auch f\u00fcr den Bruchteil des Geldes direkt hier in Andergast herstellen lassen, doch das w\u00e4re ja bei weitem nicht dasselbe, nicht wahr, mein kleiner Graulunkh?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum sie ihn immer bei seinem orkischen Namen ansprach, war Ludevico schon immer ein R\u00e4tsel gewesen. Da ging nun das Geld in wenigen Augenblicken hin, das so viele flei\u00dfige M\u00e4nner in Monatelanger Arbeit erwirtschafteten. Doch er hatte schon des \u00f6fteren mit seinem Vater dar\u00fcber gestritten, er meinte, eine Frau m\u00fcsse man auch bei Laune halten, sonst suche sie sich einen anderen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Schaut mal, Graulunkh, steht sie mir?<\/em> Er schaute zu ihr hin\u00fcber. Sie hatte die Maske aufgesetzt und t\u00e4nzelte, sie mit der einen Hand festhaltend und mit der anderen den Rock festhaltend durch den Raum. Er rollte nur mit den Augen. <em>Meint ihr nicht, dass solche Gegenst\u00e4nde auch alte Magie beinhalten k\u00f6nnten? Ihr k\u00f6nntet Euch in Gefahr begeben, sie so unbedarft an euch zu bringen, Mutter. Alte Echseng\u00f6tter, Magie. Es k\u00f6nnte alles m\u00f6gliche dort drin stecken.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ach Papperlapapp, du machst dir zu viele Sorgen. Da ist noch nie etwas passiert,<\/em> erwiderte sie lachend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Augenblick sackte sie einfach in sich zusammen, die Maske fiel dabei klirrend auf den Boden. Ludevico st\u00fcrzte schnell zu ihr hin, um sie aufzufangen. <em>Was hast du nur getan, Mutter<\/em>, dachte er bei sich. Alle Versuche, sie anzusprechen, scheiterten. Sein Vater zerbrach letztlich daran. Tot war sie nicht, auch alle Priester, Quacksalber, Heiler und Magier, die sein Vater seither zu ihr schickte, kamen nur kopfsch\u00fcttelnd aus ihrem Zimmer, in dem sie seither auf dem Bett liegt. Sie schien nur zu schlafen, doch nichts und niemand konnte sie wecken. Essen und Trinken brauchte sie offenbar nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines Tages, es waren ein paar Monde seitdem vergangen, bestellte Ulrik seinen Sohn ins Zimmer. Er meinte, sie waren doch schon einmal vor ein paar G\u00f6tterl\u00e4ufen zusammen in Al&#8217;Anfa gewesen. Ob er sich zutraue, die Reise allein zu bestreiten. Schlie\u00dflich sei es an der\u00a0 Zeit, dass er den Platz r\u00e4ume. J\u00fcnger werde er nicht. Nachdem sich Ludevico noch einmal versicherte, dass es ihm wirklich ernst war, erwiderte der es sei sein voller Ernst. Morgen w\u00fcrde er aufbrechen, es sei alles vorbereitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Reise, er hatte sich ein paar S\u00f6ldner angeheuert, wurde Ludevico von diesen eine Tagesreise hinter Andergast sch\u00e4ndlich hintergangen, als sie sich, das Geld hatten sie schon erhalten, bei Nacht, als Ludevico schlief, einfach aus dem Staub machten. Durch die Andergastsche Wildnis irrend, wurde er pl\u00f6tzlich von einem kleinen Trupp Elfen aufgefangen und festgesetzt. Ohne ein Wort warum, wurde er mit verbundenen Augen in ihr Lager gef\u00fchrt und war von da an ihr Gefangener.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beziehung zu den Gruppenmitgliedern (1=schlecht 10=hervorragend)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rondrigo: 8<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>F\u00fcr einen Streiter Rondras hat er eine unglaubliche St\u00e4rke f\u00fcr List und T\u00fccke und er ist auch gewillt, Anweisungen anzunehmen und ist ein vertrauensvoller und verl\u00e4sslicher Mitstreiter. Ich hoffe, sollten sich unsere wege demn\u00e4chst trennen, sehen wir uns wieder. Ihn als Freund zu haben, kann sich nur lohnen &#8211; f\u00fcr beide Seiten selbstverst\u00e4ndlich.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aimos 6<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wenn er im Kampfget\u00fcmmel ist und Leuten weh tun kann, f\u00fchlt er sich am wohlsten. Abwarten und planen ist nicht gerade seine St\u00e4rke. Ich muss aufpassen, dass er nicht einfach losprescht und daf\u00fcr sorgt, dass sich unsere Planung und Vorbereitung als f\u00fcr die Katz erweist. Dennoch hat er seine St\u00e4rken. Sollte es zum Kampf kommen, m\u00f6chte ich lieber auf seiner als der Seite des Feindes sein.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bermhoin 7<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ein Mitstreiter aus dem Adel von Albernia. Dennoch sehr b\u00fcrgernah, was meine eigentliche Abneigung Adligen gegen\u00fcber einen Riegel vorgeschoben hat. Zun\u00e4chst hatte ich ihn f\u00fcr einen Lebemann und viel zu tsanahen Sch\u00f6ngeist gehalten. Sein fr\u00fcher Verlust schmerzt mich sehr, letztlich haben wir alle ihn wohl \u00fcbersch\u00e4tzt.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mara 9<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Endlich mal eine Frau von Format. Hilfsbereit, selbstlos, h\u00fcbsch und sehr neugierig und wissbegierig. Ihre F\u00fcrsorge war herzerweichend. Ob sie in Anbetracht dessen, dass selbst Bermhoin, der den Herrschenden angeh\u00f6rte, im Magistrat Winhalls niedergeschlagen wurde, eine Chance auf einen fairen Prozess hat, so sie doch auch nur eine B\u00fcrgerliche ist, ist sehr zweifelhaft. Dennoch werde ich sicher nach Winhall zur\u00fcckkehren, auch wenn das wohl noch eine Weile dauern wird, bis ich sie wiedersehen werde. Ihr Verlust ist unersetzbar.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Karan 5<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>F\u00fcr einen Unbekannten hat er uns sehr offen empfangen. Doch ihm und seinem Begleiter zu viel Information zukommen zu lassen, w\u00fcrde dazu\u00a0 <\/em><em>f\u00fchren, dass man seine Freundlichkeit und Naivit\u00e4t wohl ausnutzt. Zumindest hat seine Art uns geholfen, uns den zweien anzun\u00e4hern.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ragnar 5<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em> Dieser seltsame H\u00fcne ist noch verschlossener und misstrauischer als der andere. Wer wei\u00df, was ihn bewegt? Wir m\u00fcssen wohl durch eine Decke aus Eis sto\u00dfen, bis wir zu ihm vordringen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Firl 9<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der kleine Junge hat sich trotz seiner offensichtlichen Benachteiligung als eine Bereicherung f\u00fcr die Gruppe herausgestellt. Da er nun etwas Atak beherrscht &#8211; was sich noch verbessern wird, sobald wir noch mehr ge\u00fcbt haben &#8211; f\u00e4llt die Verst\u00e4ndigung viel leichter. Ich denke, ich k\u00f6nnte den Jungen wohl aufnehmen. Bei mir kann er sicher noch etwas lernen. Jungen in seinem Alter mit dieser schnellen Auffassungsbereitschaft, der F\u00e4higkeit, Anweisungen zu befolgen und schlie\u00dflich seine guten Eigenschaften im Lesen und Schreiben machen ihn zu einem unsch\u00e4tzbaren M\u00fcndel und vielleicht auch eine Art Freund. Ich w\u00fcrde mir auf jeden Fall M\u00fche geben, ihn zu f\u00f6rdern.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Familie Ludevico Graulunkh Llondrian Eichauer wurde am 24.Efferd 1005 B.F. als erstes Kind vom f\u00fcnfzigj\u00e4hrigen Ulrik und der damals noch 17-j\u00e4hrigen Hesindiane geboren. Seine Mutter hatte schon eine Vorliebe f\u00fcr fremde Kulturen, darum das Kauderwelsch aus horasischem, Orkischem und Elfischem Namen. Sein Vater ist erst recht sp\u00e4t in den Traviabund eingetreten. Wie er sp\u00e4ter behauptete, &hellip; <a href=\"https:\/\/teehausgeschichten.de\/?page_id=3934\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eLudevico G. L. 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